Susanne Schaper
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Schaue ich auf die Debatte um die explosionsartig gestiegenen Energiepreise, die sich abzeichnende Energiekrise und die historisch hohen Preissteigerungen, bin ich häufig an das Harfenmädchen aus Heines berühmtem „Wintermärchen“ erinnert. (Timo Schreyer, AfD: Oi, so poetisch heute!) So werden auch die Vertreter(innen) der Bundesregierung nicht müde, das alte Entsagungslied zu trällern und dem Volk wohlfeile Spartipps zu geben. Das geht aber vollkommen an der Lebensrealität der meisten Menschen vorbei, und diese persönliche Verzichtsdebatte wird auch nicht ausreichen, um der Preis- und Energiekrise Herr zu werden. Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Hans-BöcklerStiftung zeigt, dass vor allem Familien und Alleinerziehende mit niedrigen und mittleren Einkommen unter den Preissteigerungen leiden. Sie müssen einen erheblich größeren Anteil ihres Einkommens für Nahrungsmittel, Miete und Energiekosten aufwenden, als es zum Beispiel bei Alleinstehenden mit einem vergleichsweise hohen Einkommen der Fall ist. Das ist vor allem in Sachsen, wo jeder und jede dritte Vollzeitbeschäftigte im Niedriglohnsektor schuftet Geld mehr ein. Es wäre ein gebotenes Signal der Vernunft, ein Zeichen gegen die Selbstbedienungsmentalität auf Steuerzahlerkosten. Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois: Kommen Sie bitte zum Ende.
