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Simone Lang

SPD 14.07.2022 Sitzungen 7/54

Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Die Corona-Pandemie und die beschlossenen Infektionsschutzmaßnahmen sind an niemandem von uns spurlos vorbeigegangen. Es gab unbestritten große Einschränkungen in vielen Bereichen des öffentlichen und privaten Lebens. Warum diese nötig waren, haben wir in diesem Hohen Haus in den vergangenen Monaten Plenum für Plenum, Sonderausschuss für Sonderausschuss diskutiert. Das negiert jedoch nicht die Auswirkungen von Kontaktbeschränkungen, Quarantäneanordnungen und der drastischen Veränderung des Alltags auf die psychische Gesundheit aller Menschen. Während einige gut mit den neuen Bedingungen zurechtkamen, sich im Homeoffice einrichteten und den Kontakt zu Freunden und Familie über Telefon und Videoschalte gehalten haben, fiel es anderen schwerer, vor allem, wenn es bereits im Vorfeld eine psychische oder Suchterkrankung gab. Auch das Suchthilfesystem musste in der Pandemie unter veränderten Bedingungen agieren. Daher ist es nicht verwunderlich, dass es immer wieder Hinweise darauf gibt, dass sich der Konsum von Alkohol, Tabak und illegalen Drogen verändert hat. Mit unserem Antrag möchten wir dieses Thema gern näher beleuchten. Deshalb schauen wir im Berichtsteil zunächst darauf, wie sich die Corona-Pandemie auf die ambulante und stationäre Suchthilfe auswirkt und wie sich der Unterstützungsbedarf in suchtbelasteten Familien verändert hat. Denn für uns ist klar, dass wir Betroffene nicht alleinlassen wollen, sondern genau hinsehen, um auf ein gestiegenes Präventions- und einen gestiegenen Unterstützungsbedarf reagieren zu können. Ein zentraler Schwerpunkt liegt für uns auf suchtbelasteten Familien und den Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche, dem hier notwendigen Therapiebedarf sowie dem Bedarf an zusätzlichen präventiven Angeboten an Schulen. Hier spielt nach wie vor die Abhängigkeit von Alkohol eine herausragende Rolle. Das haben wir vorhin schon gehört. Alkohol in der Schwangerschaft kann lebenslange Folgen haben und ist die häufigste Ursache für nicht vererbte, aber angeborene körperliche, geistige und seelische Behinderungen. Hinzu kommt, dass suchtkranke Eltern das Leben ihrer Kinder maßgeblich beeinflussen. Sie können ihrer Elternrolle nicht mehr gerecht werden und zeigen häufig problematisches Erziehungsverhalten, das nicht spurlos an Kindern vorbeigeht. Nicht selten kommt es zu einer Umkehr der Rollen, sodass Kinder anfangen, ihre suchtkranken Eltern oder Geschwister zu versorgen. Die Überforderung ist hier vorprogrammiert, und diese Folgen reichen bis ins Erwachsenenalter hinein. Diesen Kreislauf müssen wir durchbrechen und somit nicht nur den Eltern, sondern auch den Kindern einen Weg daraus aufzeigen. Ebenso ist für uns klar, dass die Auswirkungen der Pandemie auf den legalen und illegalen Suchtmittelkonsum im 4. Drogen- und Suchtbericht näher beleuchtet werden müssen. Die 45 Suchtberatungs- und Suchtbehandlungsstellen sowie die 26 Außenstellen sind in diesem Zusammenhang gute Ansprechpartner, um einen Eindruck von der Entwicklung in der Fläche Sachsens zu erhalten; denn sie sind für jedes Suchtproblem zuständig und ebenfalls Anlaufstelle für Angehörige von Betroffenen. Sucht kann sich schleichend entwickeln oder plötzlich die Kontrolle übernehmen. Bis Betroffene einen Weg in eine Beratungsstelle finden, haben sich Verhaltensmuster oft tief eingeprägt. Daher ist Prävention weiterhin ein wichtiger Baustein, um solche Muster von vornherein zu vermeiden und nach wie vor dieses vorherrschende Vorurteil mit Blick auf suchtkranke Menschen abzubauen. Wir bitten daher um Zustimmung zu diesem vorliegenden Antrag. Vielen Dank. (Beifall bei der SPD, der CDU und den BÜNDNISGRÜNEN) Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois: Für die AfDFraktion Herr Abg. Prantl, bitte.

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