Christian Piwarz
Gut, vielen Dank, denn ich hätte sonst Mühe, die letzte Frage nicht zu vergessen. – Wir wissen über unser Anmeldeportal relativ klar, wie viele Schüler angemeldet und wie viele zugewiesen sind; das sind die Zahlen, die ich vorhin erläutert habe. Es gibt darüber hinaus regelmäßig die Information über die kommunale Ebene und das Innenministerium an uns, wie viele Menschen aus der Ukraine bei uns im Freistaat Sachsen sind bzw. sage ich bewusst: sein müssten. Wenn man die Zahlen, die uns übermittelt werden, nach der Alterskohorte 6 bis 16, 17 „durchflöht“ – also das, was potenzielle Schüler sein müssten –, kommt man auf eine Zahl von etwa 14 000 bis 15 000. Das heißt, darin ist eine Dunkelziffer von etwa 5 000 enthalten. Das Problem ist, dass bei diesen Zahlen – so ist es mir erläutert worden –, diesen 14 000 – nehmen wir einmal diese Zahl –, nicht sicher ist, ob diejenigen tatsächlich noch bei uns sind oder nicht. Es wäre eher ein Thema für den Kollegen Schuster bzw. für die kommunale Seite, dies genau zu eruieren. Wir gehen derzeit von einer Dunkelziffer aus, die sich irgendwo zwischen den 9 000 Gemeldeten und den 14 000 bewegt, deshalb ist unsere Schätzung die Zahl 12 000, mit der wir derzeit arbeiten. Es kann durchaus sein, dass einige, die in diesen 14 000 enthalten sind, schon längst die Heimreise angetreten, sich aber nirgendwo abgemeldet haben und dadurch natürlich nicht mehr auftauchen. Dies macht es ein wenig schwierig, es zu überschauen. Was die Frage der, sagen wir einmal, traumatischen Belastungen, der psychologischen Betreuung und dergleichen betrifft, so muss ich ganz klar sagen, dass das meinen Geschäftsbereich übersteigt. Das ist Sache des Gesundheitssystems und wir wissen alle, dass gerade die Plätze in den psychotherapeutischen Einrichtungen sehr begrenzt sind – das haben wir nach Corona leidvoll erfahren – und auch dort die Fachleute nicht auf den Bäumen wachsen, von denen wir sie uns herunterpflücken können, sondern es ist eine Sache, auf die wir im schulischen Kontext nur sehr schwer eingehen können: Welche Möglichkeiten gibt es? Natürlich haben wir Schulpsychologen; ich weise nur noch einmal darauf hin, dass diese nicht für die Einzelfallbetreuung einzelner Schüler da sind, vielmehr sollen sie Konfliktsituation an den Schulen lösen. Wenn es natürlich bei den geflüchteten Kindern und Jugendlichen solche Konfliktsituationen gibt, sind sie einsetzbar. Die zweite Variante, die eine wichtige Arbeit leisten kann, ist die Schulsozialarbeit. Wir erleben auch aus Rückmeldungen der Schulen, dass die Schulsozialarbeiter gerade für die Kinder, die sich eingewöhnen müssen, die in einem neuen Umfeld sind, die aus ihrer Heimat, aus dem Kriegserleben Eindrücke mitbekommen haben, die sie belasten, erste Ansprechpartner sein können und dann vielleicht auch weitere Kontakte vermitteln. Diese Möglichkeiten bestehen. Die rein psychologische Betreuung muss jedoch dort, wo sie nötig ist, durch das Gesundheitssystem geleistet werden. Dritte Vizepräsidentin Luise Neuhaus-Wartenberg: Vielen Dank. An Mikrofon 3 jetzt Christin Melcher, bitte, für die BÜNDNISGRÜNEN.
