Christian Piwarz
Zu zweitens will ich gleich sagen, dass ich Ihnen eine Antwort schuldig bleiben muss, weil wir den genauen Mehrbedarf derzeit nur erahnen können. Wir haben dazu noch keine Rückmeldung von der kommunalen Ebene. Wir nehmen derzeit zur Kenntnis, dass wir, verglichen mit den Anmeldezahlen in den Schulen, vergleichsweise geringe Zahlen in den Kitas haben, wobei diese in den letzten Wochen deutlich gestiegen sind. Der letzte Zahlenstand ist vom 01.06. Da hatten wir etwas über 2 000 Betreuungsverträge, die geschlossen wurden. Das ist im Vergleich zu den 9 000 Anmeldungen im Schulbereich doch ein Stück weit weniger. Aber das wird noch aufwachsen. Diese Zahlen muss ich Ihnen schuldig bleiben. Wenn wir im Schulsystem davon ausgehen – und das scheint mir angesichts der Zahlen zu den Anmeldungen und der vermuteten Dunkelziffer realistisch –, dass wir ungefähr 12 000 Kinder und Jugendliche in unser Schulsystem perspektivisch integrieren müssen, dann würde das einen Mehrbedarf – wenn es von Dauer wäre – von 800 Lehrkräften, VZÄ, bedeuten. Ich hatte aber schon eingangs gesagt, dass die Prognose sehr schwierig ist; denn wir wissen nicht, wie sich die Lage entwickelt und ob der Bedarf tatsächlich dauerhaft, über eine längere Zeit oder nur sehr kurzfristig ist. Deshalb ist das in unserer Lehrerbedarfsprognose, die sich derzeit noch in Abstimmung befindet – logischerweise nicht in der 2019er –, in irgendeiner Weise berücksichtigt. Das sind zusätzliche Bedarfe, die entstehen und die wir derzeit versuchen zu decken, indem wir mit einem Sondererlass gesonderte Einstellungen möglich machen können. Sie sind derzeit befristet und wir wollen sie jetzt verlängern. Ich bin auch dem Lehrerhauptpersonalrat für das Entgegenkommen sehr dankbar, dass wir dafür eine schnelle Lösung finden konnten. Wir werden uns sicherlich auch darüber noch einmal im Herbst im Rahmen der Haushaltsverhandlungen Gedanken machen müssen, trotz der Volatilität der Lage, dass diese fehlende Vorhersagemöglichkeit bis dahin wahrscheinlich bestehen bleibt. Aber das wären ungefähr die Zahlen, die wir noch zusätzlich bräuchten. Weiterhin bleibt die Frage, selbst wenn wir die Stellen hätten: Wo holen wir die Leute her? Es bleibt weiterhin das große Problem, entsprechende Fachkräfte, gerade im Bereich Deutsch als Zweitsprache, auf dem Arbeitsmarkt zu finden, sie für uns zu begeistern und dann einstellen zu können. Dritte Vizepräsidentin Luise Neuhaus-Wartenberg: Vielen Dank. Jetzt an Mikrofon 3 Frau Kollegin Pfeil, bitte.
