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Christian Piwarz

14.07.2022 Sitzungen 7/54

Zunächst zu den Lehrkräften: Wir haben über dieses Sondereinstellungsprogramm derzeit insgesamt 451 Beschäftigte gewinnen können. Der überwiegende Teil sind Lehrkräfte, aber es ist auch ein Teil an Assistenzkräften dabei. Von diesen 451 besitzen nach unserer Statistik 339 Personen – also rund 75 % – die ukrainische Staatsbürgerschaft. Überwiegend sind es Personen aus der Ukraine, aber teilweise auch aus anderen Gebieten, zum Beispiel Russland bzw. Weißrussland, und auch andere, die schon länger – teilweise auch mit deutscher Staatsbürgerschaft – bei uns leben. Wie können wir sie am besten darauf vorbereiten? Das Wichtigste – gerade für diejenigen, die kurzfristig zu uns gekommen sind – ist das Erlernen der deutschen Sprache. Dafür ist es notwendig, dass die entsprechenden Sprachkurse vorgehalten werden. Ich bin dazu mit meiner Kollegin Petra Köpping regelmäßig im Austausch. Wir haben jetzt Möglichkeiten über das Goethe-Institut gefunden, Kurse speziell für Lehrkräfte zu buchen, sodass das Erlernen der deutschen Sprache möglichst schnell gelingt, damit wir sie immer stärker in den deutschen Unterricht integrieren können. Derzeit sind sie ja, wenn sie keine Kenntnisse der deutschen Sprache haben, überwiegend im herkunftssprachlichen Unterricht eingesetzt. Das andere ist, sie ein Stück weit auf das sächsische Schulsystem vorzubereiten. Hierzu gibt es Fortbildungsangebote insbesondere im Bereich Deutsch als Zweitsprache, wie das Ganze bei uns mit den Vorbereitungsklassen läuft. So soll die schrittweise Integration in die Regelklassen funktionieren, und auch dort soll es Möglichkeiten geben für die Schulen, die solche Lehrkräfte aufnehmen, Weiterbildungen anzubieten, um solch eine Integration entsprechend gelingen zu lassen. Für die Beantwortung der zweiten Frage reichen die 3 Minuten in Gänze nicht. Man muss unterscheiden zwischen dem, was derzeit von der Ukraine angeboten wird und was wir im herkunftssprachlichen Unterricht mit einsetzen können. Das sind durchaus ganz spannende Angebote wie die All-Ukrainian Online School, womit zentrale Bildungsinhalte, die für die gesamte Ukraine gelten, zur Verfügung gestellt werden. Das ist ein Unterschied: In der Ukraine haben wir es mit einem zentralen Bildungssystem zu tun. Der Zugriff ist auch seitens sächsischer Schulen möglich, um das entsprechend anzubieten. Wir haben die Bildungsangebote, die insbesondere vom ukrainischen Bildungsministerium angeboten werden – Schulbücher, Lehrpläne etc. –, auch auf unseren Datenbanken gespiegelt, sodass auch darauf ein einfacher Zugriff möglich ist und es hier, gerade im herkunftssprachlichen Unterricht, angewendet werden kann. Ich will aber deutlich machen, weil teilweise auch falsche Wahrnehmungen entstanden sind: Es gibt in Sachsen keine ukrainischen Schulen und auch keine ukrainischen Klassen, in denen ukrainischer Unterricht im Sinne des ukrainischen Bildungssystems erteilt wird, sondern grundsätzlich gilt das Primat des sächsischen Bildungssystems, der sächsischen Lehrpläne. Das ist bei uns in der jetzigen Phase vor allem Deutsch als Zweitsprache, DaZ in der ersten Stufe, vor allen Dingen Deutschunterricht, Deutschunterricht, Deutschunterricht – und dann schrittweise die Integration. Das, was als herkunftssprachlicher Unterricht aus der Ukraine noch hinzukommt, ist momentan ein Zusatz, den wir natürlich gern in Anspruch nehmen, weil wir gar nicht so viele Deutschlehrer haben, die das absichern können, damit die Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine tatsächlich betreut werden – Dritte Vizepräsidentin Luise Neuhaus-Wartenberg: Herr Piwarz.

Protokoll ↗