Valentin Lippmann
Wen hat Katar überfallen?) Mit Energieeffizienz und Erneuerbaren wollen die GRÜNEN die Klimakrise bekämpfen und die Freiheit sichern – ein frommer Wunsch. Schauen wir in die amtliche Energiestatistik Sachsens. Diese stellt sich folgendermaßen dar bzw. das Energieaufkommen setzt sich folgendermaßen zusammen: Mehr als 90 % unserer Energie kommen immer noch aus Gas, Kohle und Öl – wir reden nicht vom Stromaufkommen. Alle Erneuerbaren zusammen bringen es auf 8 %. 8 % Erneuerbare bedeuten nicht 8 % Energie am Stück oder sogar bedarfsgerecht, nein, Erneuerbare sind weitgehend wetterund tageszeitabhängig. Also, fangen wir erst einmal damit an, dass wir auf die Einfamilienhäuser Fotovoltaik bringen. Jeder entscheidet selbst darüber. Er wird sich vielleicht einen Stromspeicher zulegen, wenn sie etwas billiger werden. Das ist aber eine freie Entscheidung desjenigen, der das machen möchte. Dann wird auch jeder für sich selber rechnen, ob es sich für ihn lohnt, ob dieses Modell für ihn attraktiv ist, ob er in seinem kleinen Kosmos eine gewisse Energieunabhängigkeit gewinnt – das große Thema heute. Das ist aber wirklich eine freiwillige Entscheidung, nicht von oben diktiert. Das ist der Unterschied. (Rico Gebhardt, DIE LINKE: Man kann es aber fördern!) – Ja, Sie sind ganz schnell beim Fördern. Die LINKEN sind immer schnell beim fördern. (Rico Gebhardt, DIE LINKE: Na logisch!) Am besten ist es doch, es setzt sich die Technik durch, die nicht gefördert werden muss. Die deutschen Übertragungsnetzbetreiber steuern die Stromflüsse (Zuruf des Abg. Rico Gebhardt, DIE LINKE) – Herr Gebhardt kann wieder zuhören, damit er auch etwas lernt – (Zuruf des Abg. Rico Gebhardt, DIE LINKE) und sorgen dafür, dass zu jeder Zeit genau die Menge an Strom im Netz ist, die gebraucht wird. Außerdem analysieren sie die Versorgungssicherheit der verschiedenen Erzeugungstechnologien. Ich habe es hier, in diesem Hohen Hause, schon mehrfach betont, dass die Energieversorgung – ich rede nicht nur von der Stromversorgung – in Sachsen und in der Bundesrepublik Deutschland insgesamt auf mehreren Säulen stehen muss. Es wird nicht anders gehen. Hören Sie damit auf, darüber zu philosophieren, ob die Erneuerbaren 70 %, 80 % oder gar 100 % unseres Energiebedarfs absichern können. Das wird so nicht passieren. Die Übertragungsnetzbetreiber stellen fest, dass der Beitrag von Windenergie zur gesicherten Leistung – zur gesicherten Leistung – 1 % beträgt und der von Fotovoltaik null. Das alte Problem: Bei großflächiger Windstille produzieren 10 000 oder 100 000 Windenergieanlagen gleich viel, nämlich nichts. Scheint keine Sonne, nützen auch die 1 Million PV-Anlagen nichts, wie man eindrucksvoll abends sehen kann. Somit müssen für die Wind- und Sonnenenergie konventionelle Kraftwerke als Back-up-Strukturen in gleich großer Kapazität vorgehalten werden. Der Ressourcenverbrauch eines solchen Systems lässt erhebliche Zweifel an der Effizienz aufkommen. Mit grünem Wasserstoff sollen die launigen Erneuerbaren endlich bedarfsgerecht produzieren und die fossilen Energien ein für alle Mal verbannt werden. Das kann man versuchen. Es wird zwar nicht gelingen, man kann aber versuchen, es auszubauen. Herr Staatsminister Günther sagt, wir müssten die Erneuerbaren immer weiter ausbauen. Herr Günther, ich habe von Ihnen bis heute keine einzige Antwort auf die Frage bekommen, wie weit Sie mit der ganzen Wasserstoffwirtschaft hier in Deutschland oder erst einmal hier in Sachsen sind. Dazu kommt von Ihnen nichts. (Dr. Daniel Gerber, BÜNDNISGRÜNE: Wasserstoffstrategie!) Das ist das, was hinterherhinkt. Solange das nicht funktioniert, hat es keinen Sinn, mehr Windräder und noch mehr Fotovoltaikanlagen zu bauen. Es hat keinen Sinn. Sie brauchen den Speicher. Je nach Anwendungszweck braucht man 3 bis 4 Kilowattstunden grünen Strom – in dem Fall –, um am Schluss eine Kilowattstunde herauszubekommen, wohlgemerkt: grünen Strom, den man nicht hat und künftig nicht haben wird. Wurde der grüne Wasserstoff überhaupt durchgerechnet? In der letzten Anhörung haben wir selbst von Ihren Sachverständigen gehört, dass das noch nicht der Fall ist. Bei der jetzigen Abgabenlast kostet Strom dann das Doppelte bis Dreifache. Vielen Dank erst einmal. (Beifall bei der AfD) Dritte Vizepräsidentin Luise Neuhaus-Wartenberg: Das war Herr Zwerg für die AfD-Fraktion. Für die Fraktion DIE LINKE spricht jetzt bitte Marco Böhme.
