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Petra Köpping

02.06.2022 Sitzungen 7/52

Zu der ersten Frage: Sie ist so vielfältig, wie es die Menschen insgesamt sind. Es gibt natürlich Menschen, die sehr gerne digital arbeiten, in ganz vielen Bereichen, und für die es auch in der Schuldnerberatung ein gutes Medium ist. Aber die Erfahrungen, die die Beratungsstellen machen, sind, dass der direkte Kontakt immer der bessere ist. Insofern werden wir auf beides setzen – das hatte ich eingangs gesagt: Wir hätten Möglichkeiten, diesen Bereich durchaus aufzustocken, sodass man das Angebot, auf das man keine sieben Wochen warten muss, wirklich erhöht. Sie fragten auch nach dem Zeitraum: Na ja, wir befinden uns gerade im Haushaltsaufstellungsverfahren. Ich hoffe wirklich, dass wir ab 2023/2024 dort eine Verstärkung der Möglichkeiten schaffen können. Ansonsten müssen wir noch einmal schauen, wie wir optimieren können. Es gibt durchaus Menschen, die die digitalen Formen sehr gern in Anspruch nehmen; aber die Erfahrungswerte sind, dass der direkte Kontakt der bessere ist. Das Zusammenführen von Schuldnerberatung und Verbraucherinsolvenz ist immer von Vorteil, weil ich mir Wege spare. Man kann sich noch einmal anschauen, wie eine Verbraucherinsolvenz abläuft: Ich gehe zuerst zur Schuldnerberatung. Dort versuche ich, eine außergerichtliche Einigung herbeizuführen. Wenn das gelingt, dann kann ich mich mit denen, bei denen ich verschuldet bin, darüber verständigen, wie eine Rückzahlung erfolgen soll bzw. wo vielleicht der eine oder andere Erlass stattfinden kann. Wenn das erfolgreich ist, dann erfolgt die Umsetzung des Schuldenbereinigungsplanes entsprechend der Vereinbarung, bis ich schuldenfrei bin. Das ist der Weg, den man, wenn man präventiv und sehr frühzeitig arbeitet, immer favorisieren kann. Der zweite Weg ist der, wenn es scheitert, das heißt, wenn diese Vorarbeit, die ich gerade geschildert habe, scheitert und ich mit einer Bescheinigung in die Insolvenz gehen und ein Insolvenzverfahren eröffnet werden muss. Das ist dann der Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens bis hin zum Zahlungsplan bzw. zu dem, was mir bleibt. Diese drei Jahre sind für die Menschen, die oft unverschuldet in eine solche Situation kommen – ich habe die Beispiele genannt: plötzliche Krankheit, Unfall oder Arbeitslosigkeit – , wichtig, damit sie eine Chance habe, aus dieser Insolvenz überhaupt wieder herauszukommen. Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois: Für die Linksfraktion Herr Sodann, bitte.

Protokoll ↗