Kathleen Kuhfuß
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren! Die AfD und das Thema „Impfen, Impfpflicht und Impfschäden“: Ja, es ist eine neverending story, und ja, Herr Teichmann, sie langweilt uns. Seit Beginn der Corona-Pandemie habe ich hier im Landtag 20 Reden zu diesem Thema gehalten, und Sie mussten sich 20 Reden anhören. Wir haben viele Diskussionen im Ausschuss dazu geführt. (Sebastian Wippel, AfD: Opfer von Impfschäden langweilen Sie? Das ist ja irre!) Wir haben Experten angehört und uns Fragen beantworten lassen. Ich sage es gerne noch einmal: Die Mehrheit der Wissenschaftler ist davon überzeugt, ist sich einig: CoronaSchutzimpfungen helfen gegen schwere Krankheitsverläufe und machen es damit möglich, dass die ITS nicht überlastet ist; sie verhindern letztlich den Tod. Impfnebenwirkungen sind gerade im Vergleich zu anderen Impfungen bei der Covid-19-Impfung deutlich geringer. Hier muss man dem Elefanten einfach auch einmal die Luft herauslassen, den Sie hier permanent aufblasen. Das PaulEhrlich-Institut – Susanne Schaper hat es schon erwähnt – sagt, nach 0,002 % der Impfungen kommt es zu einem Verdachtsfall. Das betrifft einen von 5 000 Menschen. Wir haben allein in Deutschland 162 Millionen Impfungen verabreicht. Es sind bisher etwas über 1 200 Verdachtsfälle gemeldet worden, 18 davon sind bestätigt. Das heißt, wir reden von Fällen im Promillebereich, in denen etwas schiefgegangen ist, bei denen es Impfnebenwirkungen gab, die erhebliche gesundheitliche und wirtschaftliche Folgen hatten. (Zurufe der Abg. Lars Kuppi und Frank Peschel, AfD) Bemüht, hier beim 21. Mal etwas Neues zu erzählen, schauen wir einmal in die Geschichte des Impfens; denn Impfen ist schon immer von Fortschrittskritik begleitet worden. Mit dem Kampf gegen die Pocken begann die Geschichte des Impfens. So wurde immer wieder versucht, Pockenerkrankte zu immunisieren. Der Durchbruch gelang dem Arzt Edward Jenner – so viel zum Thema Ärzte; die scheinen beim Impfen wirklich eine große Rolle zu spielen. Herr Jenner infizierte einen Jungen mit Kuhpocken. Der Krankheitserreger wurde durch einen kleinen Schnitt im Oberarm in den jungen Mann hineininjiziert, und man kann sich vorstellen, dass eine solche doch eher brachiale Prozedur bei den Menschen zu Gerüchten und zu unangenehmen Gefühlen geführt hat. So ging damals zum Beispiel das Gerücht um, dass man sich in eine Kuh verwandle. Aber gehen wir in die Jetztzeit zurück: Wir machen heute doch keine Trial-and-Error-Versuche mehr mit Pocken-Eiter-Erregern, sondern wir forschen heute. Wir arbeiten evidenzbasiert. Wir evaluieren Erfolge wie auch Impfschäden.
