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Dr. Rolf Weigand

AfD 01.06.2022 Sitzungen 7/51

Nein, ich bin manchmal draußen bei den Menschen; da bekomme ich nicht alles mit, was hier drinnen los ist. – (Heiterkeit – Zurufe) Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Fritzsche, ich kann Ihnen zustimmen: Sachsen ist seit jeher geprägt von Erfindern, Tüftlern und Visionären. Ich möchte an Ihre Aufzählung Manfred von Ardenne mit dem Rasterelektronenmikroskop anfügen, ohne dessen ich in meiner eigenen Forschungshistorie das ein oder andere nie hätte erforschen können. Oder 1930: Eines der ersten und leistungsstärksten Wasserkraftwerke der Welt wurde damals in Niederwartha in Dresden in Betrieb genommen – ein Energiespeicher vor 100 Jahren und heute als „unwirtschaftlich“ vom Netz genommen, obwohl Energiespeicher dringender denn je sind. Doch wie sieht das Forschungsland Sachsen heute aus? Noch immer arbeiten knapp 60 % der Wissenschaftler in befristeten Verträgen, beispielsweise 2020 an der TU Bergakademie Freiberg sogar zwei Drittel. Ich kenne das aus meiner eigenen Geschichte. (Zuruf des Abg. Rico Gebhardt, DIE LINKE) Als ich 2008 angefangen habe – ja, Herr Gebhardt, manchmal gibt es auch etwas Persönliches –, hatten wir Vierteljahres- oder Halbjahresverträge. (Rico Gebhardt, DIE LINKE: Der Herr Urban hat gerade die soziale Marktwirtschaft gelobt!) – Ich bin auf den Redebeitrag Ihrer Fraktion gespannt, ob Sie sich für mehr Mittelbau oder für befristete Arbeitsverträge starkmachen; denn es ist die Frage, wohin die LINKE eigentlich will, meine Damen und Herren. (Zuruf der Abg. Sabine Friedel, SPD) Oft werden die steigenden Drittmitteleinnahmen der Universitäten gelobt. Doch das hat auch Schattenseiten, weil die Wissenschaftler in dem Drittmittelprojekt bei einer Laufzeit von zwei oder drei Jahren darauf erpicht sind, spätestens nach der Hälfte der Laufzeit bereits ein neues Projekt zu generieren und neue Forschungsanträge zu schreiben. Dadurch haben sie weniger Zeit, sich mit der Forschung auseinanderzusetzen. Sie haben den Druck, noch hochrangiger zu publizieren. Oft führt es zu Frustration und Ernüchterung, wenn man nach anderthalb Jahren daran denken muss, dass der Arbeitsvertrag ausläuft und man einen neuen braucht. Zudem werden im Forschungsland Sachsen unpopuläre Themen – zum Beispiel die Kernforschung – kaum finanziert. Ich zitiere Herrn Prof. Hurtado, der im November 2020 in der Anhörung sagte: „Wie lange wollen wir zulassen, dass gut gemachte Anträge im Papierkorb landen, weil in der Bezeichnung der Professur ‚Kernenergie‘ enthalten ist.“ Das ist die Krux, meine Damen und Herren, die wir im Forschungsland Sachsen erleben; denn die Forschungsprojekte, die hier aufgelegt werden – ob nun vom Bund oder vom Land –, werden immer durch eine Regierung aufgelegt und haben schnell einen kleinen politischen Touch. Bei Nachwuchsforschergruppen in Sachsen bekommen Sie Extrapunkte für Gleichstellung, Chancengleichheit, Nichtdiskriminierung und soziale Innovation. (Sabine Friedel, SPD: Ja!) Also, nichts gegen interdisziplinäre Teams, ich habe oft mit solchen zusammengearbeitet. Wir waren interdisziplinäre Teams, dabei ging es aber nach Qualität und nicht nach Quote, meine Damen und Herren. Das wollen wir als AfD. Wir als AfD stehen an der Seite von Forschung und Entwicklung. Wir wollen diesen Bereich stärken und die Verwertung und den Transfer in die Wirtschaft unterstützen. Wir haben uns vor zwei Jahren beispielsweise für den stärkeren Gründergeist in Sachsen ausgesprochen und wollten das Unternehmertum effektiv fördern. Wir wollen – auch das ist für die kommenden Haushaltsverhandlungen wichtig – die Gründerförderung an den sächsischen Universitäten verstetigen. Ich denke, es ist wichtig, dass wir darüber reden. Wenn wir aus den Universitäten heraus neue Unternehmen gründen, dann sollten die Gründernetzwerke nicht daran denken müssen, dass die Finanzierung in einem oder zwei Jahren ausläuft. Wir müssen das an den Universitäten verstetigen. Wir als AfD haben uns mit Anträgen für eine technologieoffene Forschung im Bereich der Energietechnik ausgesprochen. Das bedeutet, dass die Kerntechnik in Sachsen – gerade an der TU Dresden – gestärkt wird. So, meine Damen und Herren, wird das Forschungsland Sachsen wieder zum Innovationsmotor. Vielen Dank. (Beifall bei der AfD) Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois: Für die Fraktion DIE LINKE Frau Abg. Gorskih, bitte.

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