Sebastian Gemkow
In ähnlicher Richtung habe ich schon versucht, die Frage zu beleuchten. Wir haben unheimlich viele – auch sehr individuelle – Forschungskooperationen mit Russland gehabt, muss man sagen. Die TU Bergakademie ist sicherlich ein sehr prominentes Beispiel, aber auch an den anderen Hochschulen haben wir in der Vergangenheit Hunderte von gemeinsamen Forschungsprojekten mit russischen bzw. belarussischen und deutschen Forscherinnen und Forschern und natürlich auch im Austausch befindliche Projekte gesehen und sie haben unsere Forschung bereichert. Aufgrund der vielfältigen Einschränkungen – sei es die Reisefreiheit, die bewussten Abbrüche dieser Kooperationen oder die eingeschränkte Zugänglichkeit von Archiven und Forschungsinstitutionen in den jeweiligen Regionen – ist die Konsequenz, dass diese Projekte wahrscheinlich mittel- und möglicherweise langfristig nicht mehr durchgeführt werden können. Das ist ein immenser Verlust für Innovation, Erkenntnisse und wissenschaftlichen Austausch, aber es ist eine Konsequenz dieser Situation und diese muss man – so tragisch und unzufriedenstellend wie das ist – hinnehmen. Ich hoffe trotzdem, dass irgendwann der Tag kommt – wir alle wissen nicht, wann dieser Tag sein wird –, an dem diese Kontakte hoffentlich wieder aufgenommen werden können und diese auch zwischenmenschlichen Austauschmöglichkeiten wieder möglich sein werden. In welcher Form und in welchem Umfang das alles wieder auflebt, kann, glaube ich, niemand prognostizieren. Dritte Vizepräsidentin Luise Neuhaus-Wartenberg: Vielen Dank, Herr Staatsminister. Für die BÜNDNISGRÜNEN Frau Dr. Maicher, bitte.
