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Georg-Ludwig von Breitenbuch

CDU 05.05.2022 Sitzungen 7/50

Herr Prantl, was ich gesagt habe, habe ich gesagt. (Jörg Dornau, AfD: Aber nicht getan!) Also, ich fahre fort. – Eine einseitige Politik, nur auf ökologisch wirtschaftende Betriebe ausgerichtet, reicht in diesen Zeiten nicht. Jetzt ist das Umdenken nötig, weil wir uns auch mit konventionellen Betrieben beschäftigen müssen. Wo ist Innovation? Wo ist Ressourcenschonung? Wer wirtschaftet letztendlich wie effizient? Professor Schmidtke hat in der Anhörung und auch in einem Zeitungsbeitrag auf die ökologischen Betriebe verwiesen, die teilweise eben Leistungspotenziale nicht ausschöpfen, weil die Förderung anscheinend für gewisse Entwicklungen ausgereicht hat. Nur auf Flächensteigerung im ökologischen Anbau zu setzen und nicht auch eine Effizienz an den Tag zu legen und zu fordern, ist, glaube ich, ein wichtiger Punkt. Stilllegungen zu lassen, um auf der Welt zu helfen – dazu ist, glaube ich, genug gesagt worden. Extensivierung zulassen? Das ist die Frage. Das ist eine neue Situation; insofern sollte man das diskutieren. Das gilt auch für die Ressourceneffizienz: Wie viel Stickstoff braucht welches Ernteergebnis? – Das ist die Größenordnung, mit der die Landwirtschaft immer gearbeitet hat. Wir sollten hier auch auf Nährstoffkreisläufe Wert legen und Nährstoffkreisläufe unterstützen. Was war denn der klassische Nährstoffkreislauf? Erstes Semester, erste Vorlesung: Boden, Pflanze, Tier, Boden. Das ist der uralte Kreislauf der Fruchtbarkeit – auch dieses Landes – und darauf sollten wir mehr achten. Wir haben hohe Ertragsmöglichkeiten auf diesem Standort in Sachsen, ein uraltes Agrarland. Selbstverständlich müssen diese fruchtbaren Böden genutzt werden und diese Fruchtbarkeit kann auch genutzt werden. Wir haben kompetente Betriebsleiter und eine top Technik, die den Dünger oder das Pflanzenschutzmittel metergenau appliziert und trotzdem immer mit Innovation und Ressourcenschonung arbeitet; denn die hohen Düngerpreise verleiten den Landwirt natürlich nicht, mehr zu streuen, sondern genau zu schauen, wie viel er streut. Hier funktioniert der Markt und damit haben wir in der Vergangenheit diese Betriebe erfolgreich aufgebaut. Diese Effizienz ist letztendlich das, was im ökologischen Landbau zählen muss. Wir haben dann natürlich noch Themen wie Züchtung oder Vermehrungen. Wir verbieten jetzt die raue Pflugfurche und machen es damit allen Vermehrern – gerade im ökologischen Landbau – viel schwerer. Ich habe das Thema sehr früh angesprochen. Hier ist nie eine Lösung zu erwarten gewesen. Das ist ärgerlich, denn hier werden Handwerkszeuge aus der Hand gegeben, die den Betrieben nützen. Wir führen die Diskussion über das Thema Biogas. Die Resteverwertung steht hierbei selbstverständlich an erster Stelle. Dort hat man inzwischen umgesteuert, nachdem Frau Künast mit reinen Ackerbaustandorten bei Biogas den Hebel zu weit nach vorn geschoben hatte. Diese reine Resteverwertung macht Sinn, um die Gasknappheit anders auszusteuern, insbesondere nach der Ukraine-Krise. (Zuruf des Abg. André Barth, AfD – Jörg Dornau, AfD: Russisches Erdgas mit Biogas ersetzen?) Es ist wichtig, auch mit nachwachsenden Rohstoffen zu arbeiten und diese nicht zu verteufeln. Wir haben Weideland. Wir haben Wiesenland, das als Ackerland gar nicht sinnvoll ist. Deshalb sind nicht die Tiere zu verdammen, wie das in den Diskussionen immer gesagt wird. Wir haben auf der Welt große Weideflächen, auf denen uns das Tier mit dem Fleisch Nahrung bietet. Das, was auf den großen Grasflächen anfällt, kann man nutzen, und deshalb sollte die Diskussion um das Tier und die Resteverwertung in den Tiermägen vernünftig geführt werden und differenzierter laufen, als es bisher der Fall war. Zur Ernährung mit Fleisch: Ich warte darauf, dass Herr Tönnies nicht bremst, sondern weiterhin Schweine abnimmt. Herr Günther, Sie wissen, dass Herr Tönnies einen Schub gemacht hat, aber zurzeit bremst, obwohl draußen gegrillt wird. Hier wäre eventuell über eine Kartellprüfung nachzudenken; denn diese Monopolstellung, die teilweise direkt im Stall ankommt, darf eigentlich nicht sein. Das will ich an dieser Stelle mit anregen. Sie sind ja mit ihm im Gespräch und deshalb könnte das dort einmal angesprochen werden. Über die Ernährungsgewohnheiten unserer Gesellschaft kann man lange diskutieren. Dass man den Menschen aber das Fleisch verbietet, das bezahlbar ist, sollte aus diesem Hohen Hause meiner Meinung nach nicht kommen. (Antonia Mertsching, DIE LINKE: Das hat niemand gesagt!) Zweiter Vizepräsident André Wendt: Die Redezeit!

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