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Jörg Urban

AfD 05.05.2022 Sitzungen 7/50

Nein, es hat sich nichts geändert!) ein bisschen müde – um es mal mit der Körkommission zu vergleichen – und unambitioniert, um hier aufs Trapez zu kommen. Wir haben eine Situation, die selbstverständlich diskutabel ist, überhaupt keine Frage. (Jörg Urban, AfD: Also doch!) Wir haben 1990 in Deutschland einen Selbstversorgungsgrad von 98 % gehabt, 2019 sind wir bei 88 %. 1960 hat ein Bauer 17 Menschen versorgt, heute sind es 140. Das heißt auch: Was der Landwirt selbst auf seinem Betrieb entscheidet, wird immer wichtiger für mehr Menschen. Wir haben die Lage durch den Ukraine-Krieg. Ich möchte es kurz skizzieren. Dort sind Läger zerstört, in denen noch Weizen aus der alten Ernte lagert, oder diese Läger sind unerreichbar. Die Felder sind zerstört. Eine Aussaat war im Frühling nicht möglich. Die letzte Ernte, aber auch schon die nächste, sind in Gefahr. Wir hatten – Herr Dornau hat es richtig gesagt – schon in den letzten Jahren einen Preisanstieg, weil es in diesen Bereichen Knappheit auf der Welt gegeben hat. Wenn man auf das Jahr 2050 schaut, dann ist zu diesem Zeitpunkt auf der Welt wesentlich mehr Nahrungsproduktion nötig. Die Frage ist: Wo kommt sie her? Jetzt haben wir aber keine Knappheit, sondern die Gefahr einer Nichtversorgung. Das möchte ich deutlich sagen. Das betrifft nicht Westeuropa. Deshalb ist es scheinheilig, wenn Herr Özdemir oder Staatsminister Günther sagen, dass die Selbstversorgung bei uns sicher ist. Das ist eine Selbstverständlichkeit. Wir sind reich genug; wir können es von den anderen absaugen, die dann nichts mehr haben. (Zuruf von der AfD: Also doch!) Das Problem gibt es im Nahen Osten, in Ostafrika. In der Anhörung kam deutlich heraus und gestern stand es auch in der „F.A.Z.“, dass das auch den Regenwald betrifft, der weiter gerodet wird. Es wird jetzt weniger gerodet. Aber es wird weiter gerodet, das ist ein Problem für die gesamte Welt. Wir trauen alle Herrn Putin in Russland zu, dass er Nahrungsmittel als Waffe einsetzen wird. Wenn er die Ukraine in die Hände bekommt, wird er das tun. Wenn er sie nicht in die Hände bekommt, wird er es auch tun. Das ist ein Problem, das hochaktuell ist. Große Veränderungen sind also angesagt. Was sind die Konsequenzen? Sowohl Herr Özdemir als auch Staatsminister Günther sagen, dass es eigentlich keine Konsequenzen gibt. Das bisschen Futter, das jetzt von Stilllegungsflächen geerntet werden kann, ist zu wenig. Die Planungen für die großen Stilllegungen in der neuen GAP laufen. Wir haben die Gelegenheit verpasst, vor vier Wochen, als unsere aktuelle Debatte hier noch lief, Weizen auf Stilllegungsflächen anzusäen. Das geht jetzt nicht mehr. Das heißt, diese Termine haben wir verpasst. Die Frage ist: Wie machen wir uns jetzt schuldig? Ich habe das damals bewusst in diesen moralischen Kontext gestellt. Wie machen wir uns hier schuldig, weil wir unsere Talente unter den Scheffel stellen - wie es in der Bibel deutlich als Bild gebraucht wird – und eben nicht für den Wohlstand dieser Welt verwenden. Das ist die Situation, mit der wir uns hier auseinanderzusetzen haben. (Beifall bei der CDU und der AfD) Wir haben uns bei der CDU zu einer vielfältigen, umweltgerechten und regional verankerten Landwirtschaft bekannt. Die haben wir, glaube ich. Wir setzen auf Innovation und Ressourcenschutz, weil die Kompetenzen dafür in den Betrieben vorhanden sind. In der Anhörung ist deutlich geworden, wie schwierig es ist, die Vorstellung, durch Extensivierung mit einem hundertprozentigen Öko-Anteil in Deutschland für den Wohlstand der Welt zu sorgen, umzusetzen, weil die Klimakosten gewaltig sind. Allein wir müssten 6 Millionen Hektar mehr auf der Welt beanspruchen, um unseren Wohlstand hier zu halten. Das wird nicht funktionieren. Wir haben im Koalitionsvertrag vereinbart, – Zweiter Vizepräsident André Wendt: Ihre Redezeit ist abgelaufen.

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