Jörg Urban
Immer weiter! Immer weiter!) Ja, die Pandemie hat den Bereich Tourismus mit am härtesten getroffen. Die Folgen sind in den Jahren 2020/2021 dramatisch zu spüren gewesen und setzen sich fort. Ich möchte nicht noch einmal die Zahlen aus den Jahren wiederholen. Meine Vorredner, Abg. Liebscher oder Jörg Markert, sind bereits auf die Dramatik der Zahlen eingegangen, Übernachtungen, Gästeankünfte, Umsatzverluste etc. Ja, es ist auch damit zu rechnen, dass wir uns nur mit Verzögerung wieder erholen, dass die Zahlen des Jahres 2019 wieder erreicht werden. Das liegt unter anderem daran, dass die Eigenkapitalquote der Betriebe in den vergangenen Monaten weiter geschrumpft ist. Zusammengefasst: Auch nach der Beendigung der Zugangsbeschränkungen erholt sich das Geschäft nicht sofort. Liebe Kolleginnen und Kollegen! Daher braucht die Tourismusbranche weiterhin politische Unterstützung, damit die Angebote und die Wirtschaftskraft wieder aufgebaut werden und erhalten bleiben können. Wir haben in den vergangenen Monaten auch dank der Zustimmung des Sächsischen Landtags – das möchte ich hier noch einmal ganz ausdrücklich unterstreichen – vielfältige Unterstützungsmaßnahmen auf den Weg bringen können. Was wir alles auf den Weg gebracht haben, möchte ich ganz kurz in Erinnerung rufen. Aus dem Corona-Bewältigungsfonds wurden Maßnahmen mitfinanziert. Das ist unter anderem die Restart-Kampagne der TMGS im Jahr 2020 unter dem Titel „Erlebe Dein Sachsen“. Wir konnten, obwohl viele Einrichtungen nicht geöffnet hatten, in den Köpfen der Gäste bleiben. Das ist aus meiner Sicht eine wichtige Maßnahme gewesen. 80,5 Millionen Mal wurden wir im digitalen Raum angesehen. 370 000 Besucherinnen und Besucher haben die Website besucht. Wir haben die TMOs, unsere Tourismusmanagementorganisationen, mit einer 80-prozentigen Förderung unterstützt – ein wichtiges Signal genau in die Regionen, auch in die ländlichen Regionen hinein. Wir haben Welterbestätten mit Mitteln von 1 Million Euro unterstützen können; Bad Muskau und auch das Erzgebirge. Ich möchte auch den Innovationswettbewerb „Denkzeit Event“ gern erwähnen, ein wichtiges Instrument. Er wurde weiterentwickelt. Jetzt steht er unter dem Titel „Sachsen geht weiter 2022“. Wir haben 120 Bewerbungen auf dem Tisch liegen. Ich weiß, dass auch Abgeordnete in der Jury sind. Deren Kopf raucht wahrscheinlich, weil es gar nicht so einfach ist, das alles zu bewerten und zu gewichten. Es sind supertolle Ideen für den Freistaat Sachsen dabei. Wir haben bereits im Jahr 2021 die Förderrichtlinie „Neustart Tourismus“ mit Mitteln von 3,7 Millionen Euro ausgestattet, um für betroffene Unternehmen Erhaltungsinvestitionen und Wartungsarbeiten mitzufinanzieren, um damit durch die Krise zu kommen, damit sie wieder fit sind für die nächste Saison. Wir haben damit keinen Flickenteppich produziert, sondern Lücken geschlossen. Ohne die große Bundesunterstützung wäre es nicht möglich gewesen, dass unsere Unternehmen überhaupt durch die Krise kommen. Wir haben genau dort angesetzt, wo wir eine Lücke erkannt haben. Gestatten Sie mir, es auch an dieser Stelle zu sagen: In den Gesprächen, die ich in den vergangenen Monaten geführt habe, wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass man dafür dankbar ist, in Deutschland zu sein, weil die Unternehmen in den Ländern um uns herum all diese Unterstützung überhaupt nicht hatten. (Beifall des Abg. Volkmar Winkler, SPD) So sind unsere Unternehmen gut oder zumindest durch die Krise gekommen – bei all den Schwierigkeiten, die sicherlich bestehen. (Beifall bei der CDU, den BÜNDNISGRÜNEN, der SPD und der Staatsregierung) Ich möchte noch einmal das Programm erwähnen, das heute schon mehrfach genannt wurde. 5,6 Millionen Euro sind jetzt noch einmal auf den Weg gebracht worden. Die finanzielle Hilfe war und ist weiter notwendig, für manche sogar überlebensnotwendig. Deswegen an dieser Stelle noch einmal: Danke dafür, auch an den Sächsischen Landtag. Ich möchte den vielen Partnern, mit denen wir in den vergangenen Monaten im Schulterschluss zusammengearbeitet haben – ob das der LTV, die TMGS, die IHK, der DEHOGA oder der Landesverband Kultur- und Kreativwirtschaft ist oder ob das unsere Destinationsorganisationen und die vielen Unternehmerinnen und Unternehmer sind –, von Herzen danken. Manche haben teilweise über ihre Kräfte hinaus gearbeitet. Dafür gebührt ihnen allergrößter Respekt und Anerkennung. Ein ganz großes Dankeschön auch von mir an dieser Stelle. (Beifall bei der CDU, den BÜNDNISGRÜNEN, der SPD, der Abg. Antje Feiks, DIE LINKE, und der Staatsregierung) Ja, wir haben auch Kraft daraus gezogen, dass in Sachsen Reisen wieder möglich waren in den Monaten von August bis Oktober der Jahre 2020 und 2021. Dennoch dürfen uns diese Zahlen und die Rücknahme der Beschränkungen überhaupt nicht ausruhen lassen: Im Gegenteil, durch die Corona-Pandemie sind bestimmte Handlungsfelder noch deutlich sichtbarer geworden. Das sind die Themen Fachkräfte, Unternehmensnachfolge, Reiseverhalten – auch hin zu mehr Nachhaltigkeit – und Digitalisierung. Viele Themen sind also noch einmal sichtbar geworden. Diese gilt es jetzt natürlich mit allergrößter Kraft weiter anzugehen. Sachsen hat eine solide Basis, um diese Aufgaben anzunehmen und zu meistern. Wir haben diese Themen aber trotz der Pandemie in dieser Zeit nicht vernachlässigt. Ich möchte auch hier ganz kurz in das Bewusstsein rücken, was wir gemacht haben: Die TMGS hat die neue zentrale landesweite Datenbank mit Informationen zu touristischen Angeboten in Sachsen aufgebaut, die als Baukastensystem für die einzelnen touristischen Partner zur Verfügung steht. Wir haben mit dem LTV ein praxisnahes digitales Projekt für Unternehmen mit einem Betriebscoaching zur Verfügung gestellt. Wir haben das Thema Fachkräfte aufgegriffen, eine gezielte Kampagne zum Thema Tourismustalente für Sachsen auf analogen und digitalen Kanälen gespielt. Wir haben – dafür bin ich dem DEHOGA unheimlich dankbar – ein Azubi-DINNER auf dem Weg gebracht. Das hat nicht nur mir Freude gemacht, sondern auch den vielen jungen Menschen; denn dann macht es Lust, in der Tourismusbranche zu arbeiten. Also, aus meiner Sicht ist das ein gutes Thema. Ganzjahrestourismus stand natürlich mit im Fokus. Im vergangenen Herbst wollten wir zum ersten Mal in Oberwiesenthal das Thema platzieren. Das konnte nicht sein, deswegen war es jetzt im März ein wichtiger Punkt, um dort noch einmal ganz stark in das Thema Ganzjahrestourismus einzusteigen. Auf Beispiele würde ich aufgrund der Kürze der Zeit an dieser Stelle verzichten. Wir werden für 2022 und 2023 die Tourismusstrategie für den Freistaat Sachsen weiterentwickeln. Frau Feiks hat es bereits angesprochen. Wir sind bereits dabei, dafür die Vorkehrungen zu treffen, weil es ganz klar nicht nur ein Auftrag aus dem Koalitionsvertrag ist, sondern unser Herzensanliegen. In den kommenden Monaten kommen wir verstärkt mit Kampagnen im Bereich Marketing nach außen. Im September wird in Dresden der „Reisegipfel Sachsen“ stattfinden. Wir werden jetzt mit der Deutschen Bahn bundesweit diese Botschaft senden, dabei wird die Stadtsilhouette von Meißen zu sehen sein. Wir werden hier mit Reisen nach Sachsen werben. Im nächsten Jahr wollen wir ein Branchentreffen der „Amerikanischen Gesellschaft der Reiseagenten“ platzieren. Weiterhin haben wir uns für 2024 für den GTM beworben, ein großer Höhepunkt für Reiseagenten aus aller Welt in Sachsen. Meine Damen und Herren! Ich könnte noch viel erzählen, weiß aber, dass der Freistaat Sachsen ein unheimlich tolles Land ist. Meine Zeit ist zu Ende. Ich danke all denen, die dafür sorgen – – (Heiterkeit im Saal) – Meine Redezeit ist zu Ende. Danke. (Beifall bei der CDU und der Staatsregierung – Thomas Prantl, AfD, steht am Mikrofon.) Zweiter Vizepräsident André Wendt: Für die Staatsregierung sprach Frau Staatsministerin Klepsch. Jetzt sehe ich Herrn Prantl am Mikrofon. Was ist Ihr Begehr? Bitte schön, Herr Kollege.
