Sabine Friedel
So ist es, Herr Präsident. Vielen Dank. Ich will zu einem anderen Aspekt etwas sagen. Herr Gahler, Sie haben vorhin gesagt: Wenn ein Kind schwerste Verbrennungen erleidet, dann kann man nicht erst eine Stunde lang fahren bis zum Klinikum Chemnitz, wo man dann zwei weitere Stunden in der Notaufnahme wartet. Sie haben völlig recht, das kann man so nicht machen. Das passiert aber auch nicht. Wenn ein Kind schwerste Verbrennungen erleidet, dann rufen sie den Rettungsdienst. (Vereinzelt Beifall bei der CDU) Der Rettungsdienst ist in wenigen Minuten da. Der fährt das Kind in die nächstgelegene Klinik, die das sofort betreuen kann. Wenn man trotz alledem den Fehler macht, nicht den Rettungsdienst zu rufen, sondern selbst loszufahren und dann in der Notaufnahme ankommt, dann wird ein Kind mit schwersten Verbrennungen dort nicht zwei Stunden warten. Da setzen Sie einfach Unsinn in die Welt. Wenn aber ein Kind keine schwersten Verbrennungen hat, sondern eine Verbrennung, die auch noch in einer halben Stunde versorgt werden kann, dann finde ich es richtig, dass in einer Notaufnahme ein anderer Fall, der schneller versorgt werden muss, zuerst versorgt wird. Was Sie hier vorn machen, ist, dem medizinischen Personal die Fachkenntnis dafür abzusprechen, dass es sachgerecht und verantwortungsvoll beurteilt, wer zuerst versorgt wird. Das finde ich unanständig und es entspricht überhaupt nicht der Realität. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPD, der CDU und den BÜNDNISGRÜNEN) Zweiter Vizepräsident André Wendt: Das war Kollegin Friedel mit einer Kurzintervention. Die Erwiderung erfolgt am Mikrofon 7. Kollege Gahler, bitte schön.
