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Lucie Hammecke

GRÜNE 23.03.2022 Sitzungen 7/46

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Abgeordnete! Ich möchte mich zuerst für die Debatte und für die Einigkeit, die hier im Hohen Haus bei diesem Thema herrscht, bedanken und kurz auf meine Vorrednerinnen und Vorredner eingehen. Die Kritik der LINKEN war erwartbar und ist total nachvollziehbar. Aber bei einem können Sie sich sicher sein: Das Anliegen des Aktionsplans für Alleinerziehende ist keine spontane Idee, die die Koalition in den letzten Wochen aufgrund des LINKEN-Antrags hatte. Nein, die Koalition hat sich bereits 2019 darauf verständigt, und in den letzten Monaten gemeinsam, und zwar länger, als uns allen lieb war, gemeinsam daran gearbeitet sowie eine Zeitschiene im Antrag vereinbart. Wir sind uns allerdings in der Zielrichtung – das ist sehr deutlich geworden – sehr einig. Ich bin den Kolleginnen und Kollegen der LINKEN für ihre Initiative, das Mahnen und das Antreiben dankbar. So eint uns das Anliegen, gemeinsam die Situation der Alleinerziehenden in Sachsen zu stärken. Darum werden wir auch als BÜNDNISGRÜNE-Fraktion am runden Tisch Alleinziehende am Donnerstag der nächsten Woche teilnehmen. Jetzt noch einmal allgemein: Das hohe Armutsrisiko Alleinerziehender liegt – das wurde in allen Redebeiträgen sehr klar – in der Unvereinbarkeit der vielen verschiedenen Aufgaben und Rollen, denen Alleinerziehende oft gleichzeitig gerecht werden müssen. Hier ist Politik gefragt. Deshalb bin ich froh, dass wir jetzt in Sachsen ein Stück weitergehen, aber natürlich auch – das habe ich vorhin ausführlich erläutert – dass in die Familienpolitik des Bundes endlich substanzielle Bewegung hineinkommt; denn – das haben mir viele von uns gesagt – die klassische Vater-Mutter-Kind-Familie ist längst nicht mehr der Standard, sondern durch eine vielfältigere neue Realität abgelöst, gerade hier in Sachsen. Wichtig ist mir, noch einmal zu betonen, dass es hier um die Selbstbestimmung der Einzelnen gehen muss. Es geht darum, die besondere Lebenslage anzuerkennen und die Vereinbarkeit zu fördern. Jedes Kind, egal in welcher Familienform es aufwächst, braucht Eltern, die selbstsicher ihr Leben gestalten. Dazu zählen auch Ausbildung, Arbeit und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Nur so können wir Altersarmut vorbeugen und Fachkräfte gewinnen. Doch es gibt große Aufgaben, die bald vor uns liegen. (Unruhe im Saal) Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois: Meine Damen und Herren, noch ein paar Minuten bitte durchhalten, es ist sehr laut!

Alle Reden von Lucie Hammecke Protokoll ↗