Barbara Klepsch
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Was uns fehlt, wenn Theater und Museen geschlossen sind, wenn wir nicht reisen und keine Gäste zu uns kommen können, haben wir alle in den letzten Monaten schmerzlich erfahren. Ich bin mir sicher, dass jede und jeder in diesem Hohen Haus diese Begegnungen vermisst hat. Umso wichtiger ist es jetzt, nach vorn zu schauen und auch im Landtag zu zeigen, was uns Kultur und Tourismus wert sind. Dass diese Bereiche unsere Aushängeschilder sind, dass sie unsere Identität genauso prägen wie unser Image, steht außer Frage. Ich bewundere unsere Kulturschaffenden für ihre Kraft und ihr Durchhaltevermögen. Jeden Tag wird von Neuem nach Wegen gesucht, werden Hilfen beim Bund und beim Land beantragt, wird persönliches Engagement eingesetzt; all das, um auch unsere Strukturen stabil zu halten. Davon konnte ich mich in vielen Gesprächen bei Vor-Ort-Besuchen in den Landesverbänden, bei Initiativen oder auch bei Einzelakteuren in den letzten Wochen überzeugen. Dort, wo es noch Härtefälle gibt oder wo die Situation, wie bei den Klubs, weiterhin besonders angespannt ist, sind wir dran und bemühen uns um Verbesserungen. Gerade bei den Klubs – gestatten Sie mir diese Anmerkung an der Stelle – ist es mir ein persönliches Herzensanliegen, dass wir dort ein ganzes Stück weiterkommen. Sachsen ist das Kulturreiseland Nummer 1 in Deutschland und besitzt daher eine sehr große Bedeutung für den Tourismus. Wir können mit der gesamten Breite des Angebotes punkten: mit eindrucksvollen Bauwerken, Kirchen, Burgen und Schlössern, mit international bekannten Museen, mit Konzerten, mit renommierten Bühnen und mit Künstlern. Das ist eine Dichte, die ihresgleichen sucht. Für 23 % der Sachsen erfahrenen und für 36 % der Sachsen interessierten Menschen kommt eine Kultururlaubsreise nach Sachsen in den nächsten drei Jahren infrage. Lassen Sie mich dazu noch ein Beispiel nennen: Im Jahr 2019 besuchten circa 300 000 Menschen die Semperoper; davon kam mehr als die Hälfte des Publikums nicht aus Sachsen, sondern von außerhalb. Kulturangebote sind auch für andere Zielgruppen interessant, so zum Beispiel für Radtouristen. Das zeigt uns die Marktforschung. Kulturelle Veranstaltungen sind dort ein Staatsregierung und Tourismus: Wichtiger denn je: Kultur- und Tourismusland Sachsen wichtiges Kriterium. Auch hier schlummert noch Potenzial, das wir heben wollen. Dafür brauchen wir die weitere Unterstützung des Landtags – also auch von Ihnen – sowohl für den Tourismus als auch für unsere vielfältige Kulturlandschaft. Meine Damen und Herren! Kultur und Tourismus sind in Sachsen nach wie vor von den Auswirkungen der Coronakrise betroffen. Für die Tourismusbranche ist es nach den vergangenen Monaten existenziell wichtig, wieder eine Öffnungsperspektive zu haben, wieder durchzustarten und langfristig planen zu können. Ich möchte an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen, um mich bei den Betrieben, bei den Geschäftsführern, bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für den enorm kräftezehrenden Einsatz in den zurückliegenden Monaten zu bedanken. Dass die sächsische Gastfreundschaft keine Worthülse ist, unterstreicht auch der bundesweit erste Platz des Freistaates bei den sogenannten Traveller Review Awards der Buchungsplattform Booking.com. Jeder Hotelbetreiber weiß, wie wichtig positive Einschätzungen der Gäste letztlich sind. Ich möchte den Blick nun nach vorn richten und darüber sprechen, welche Bedeutung die Kultur für uns, für das Kultur- und Tourismusland hat. Gemeinsam mit dem Bund haben wir viel getan. An finanziellen Hilfen haben wir über 100 Millionen Euro zusätzlich zur regulären Kulturförderung zur Verfügung gestellt, davon rund 45 Millionen Euro der Freistaat. Ja, ich bin allen dankbar, die unterstützen, dass wir zusätzlich noch einmal 30 Millionen Euro aufnehmen können. Ich denke, das ist ein ganz wichtiges Signal, das wir senden können. Dass wir weitere Eröffnungsperspektiven brauchen, darüber sind wir uns alle einig. Die Klubbranche hatte ich bereits erwähnt, das gilt aber auch darüber hinaus. Wir wollen mit dem Programm Zeichen setzen. Wir wollen Investitionen ermöglichen. Wir wollen, dass das Publikum wieder neu angesprochen werden kann, dass Künstlerinnen und Künstler gemeinsam mit dem Publikum aus dieser Krise herauskommen und dass die Kultur diese verbindende Kraft nutzen kann. Die Relevanz der Kultur hat der erste Bericht des Sächsischen Kultursenats gezeigt – auch dafür ein großes Dankeschön. Wir werden in den nächsten Wochen einen Kulturdialog starten, um gemeinsam mit der Gesellschaft das Thema Kultur in der Gesellschaft stärker zu beleuchten und damit auch den Blick auf Kultur und Tourismus im Freistaat Sachsen zu lenken. Damit möchten wir unterstreichen, dass wir weiterhin das Kulturreiseland Nummer eins bleiben wollen. Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois: Vielen Dank, Frau Ministerin. Wir beginnen mit der Fragestellung. Beachten Sie bitte: höchstens 1 Minute für die Frage und 3 Minuten für die Beantwortung. Die CDU-Fraktion beginnt. Bitte.
