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Jan-Oliver Zwerg

AfD 10.02.2022 Sitzungen 7/45

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kollegen! Eine schöne Debatte. (Heiterkeit bei der AfD) Laut der neuen Klimapläne der EU, also „Fit for 55“, soll der Verbrennungsmotor ab dem Jahr 2035 für Pkws nicht mehr zulassungsfähig sein. Kurz vor Ladenschluss wandelt sich die CDU von der Abrissbirne, also weg vom Kernkraftwerk und von der Kohle, hin zum Verteidiger der Technologieoffenheit. Plötzlich will man den bewährten Verbrennungsmotor retten – retten vor den eigenen Parteikollegen in Brüssel. Das sollten Sie noch klären. (Beifall bei der AfD) Aber woher kommt der Sinneswandel, der sehr begrüßenswert ist? Vielleicht weil der neue CDU-Chef gegen das Verbot des Verbrennungsmotors ist oder der VW-Konzern den Abschied aus der reinen E-Auto-Strategie bekannt gegeben hat oder der BMW-Chef auf der kürzlich stattgefundenen Klausurtagung der CSU eindringlich von einem Verbot des Verbrennungsmotors abriet? „Freude am Fahren“ sage ich da nur; und wer schon einmal einen Reihensechszylinder-Motor von BMW gefahren ist, der weiß, wovon ich hier rede. (Heiterkeit und Beifall bei der AfD) Die christdemokratisch geführte EU-Kommission will Autos mit Auspuff trotzdem verbieten. Dass E-Autos ihren Auspuff tief in Kohle- und Gaskraftwerken der Republik haben, wird dabei konsequent verschwiegen. Beim aktuellen Strommix ist der CO -Vorteil gegenüber dem Diesel relativ gering. Rechnet man den importierten CO -Rucksack der Batteriezellenfertigung im Ausland mit ein, wird die deutsche E-Auto-Flotte schnell zur CO -Schleuder. Umso wichtiger ist die heutige Debatte. Wir als AfD unterstützen ausdrücklich – mein Kollege hat es schon gesagt – jedes alternative Konzept: ob den Verbrenner mit synthetischen Kraftstoffen, den Brennstoffzellenantrieb oder das E-Auto. Ich sage es einmal so: Es gibt für alles sicherlich einen Markt. Dann sollten wir den Markt aber auch wirken lassen. (Vereinzelt Beifall bei der AfD) Es freut mich sehr, dass hierüber auch eine technische Diskussion stattfindet. Wenn wir zum Beispiel den Brennstoffzellenantrieb nehmen, dann könnte man überlegen, auch die Methanol-Brennstoffzelle zu betrachten. Das ist ein Methanol-Wasser-Gemisch. Vorzüge: problemloser Transport, problemlose Lagerung, hohe Reichweite, also weniger Stress, um es einmal so auszudrücken. Bis zu einer Geschwindigkeit von 130 Kilometer pro Stunde läuft das Ganze über die Brennstoffzelle, und wenn wir schneller fahren – wie wir das in Deutschland gewohnt sind –, geht die Batterie mit in Betrieb. Auch darüber kann man durchaus nachdenken. Es gibt viele interessante Konzepte. (Zuruf von der CDU) Es gibt aber auch triftige Gründe für die E-Fuels. Erstens. Rohstoffe sind endlich. Ressourcen sind ständig zu überprüfen, egal für welche Technologie selbige gebraucht werden. Das gilt auch für Windräder und Fotovoltaikanlagen. Zweitens. Flugzeuge, Schiffe und wahrscheinlich auch Lkws sind rational nicht elektrifizierbar. Das ist auch ein Grund, der dafür spricht. Ich komme noch einmal zu den Schlüsselrohstoffen für EAuto-Batterien: Lithium, Kobalt und Grafit sind teilweise schon knapp und lagern oft in politisch instabilen Ländern. Somit ist diese Versorgung mit einem Fragezeichen zu versehen und nicht als gesetzt anzusehen. Mit E-Fuels bleiben der bewährte Verbrennungsmotor und vor allem die Tankstelleninfrastruktur erhalten. Das ist die positive Message. Besonders bei der Mobilität muss man breit aufgestellt sein. Sie haben zwar recht, werte Kollegen von der CDU, und trotzdem muss ich Ihnen Wasser in den Wein kippen: E-Fuels sind im Wesentlichen – Sie haben es schon erwähnt – wasserstoffbasierte, mit Kohlenstoff angereicherte Kraftstoffe. Wir haben auch schon den Wirkungsgrad in Höhe von circa 15 % gehört. Man kann es auch anders rechnen; ich habe das verstanden, Herr Nowak. Trotzdem müssen wir immer daran denken, dass es für die Menschen auch bezahlbar sein muss. Wenn ich auf der einen Seite eine Technologie aus den bekannten Gründen, die wir alle kennen, auslaufen lassen will, dann muss ich natürlich dafür sorgen, dass das, was danach kommt, für die Menschen in diesem Land bezahlbar bleibt. Genau das stelle ich infrage. Es gibt diesbezüglich noch viel Arbeit. Es kann natürlich sein, dass wir in Zukunft mit E-Mobilität, mit E-Fuels etc. ein ganzes Stück weiterkommen. Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois: Bitte zum Ende kommen.

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