Ines Springer
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Was haben Bambes, Abernmauke, Beergetzen, Leipziger Allerlei, Wickelklöße, Zudelsuppe und Platzkuchen gemeinsam? (Beifall des Abg. Marko Schiemann, CDU) Es sind alles landestypische Spezialitäten, die sich im Laufe der Zeit durch Genuss, durch Verarbeitung regionaler Lebensmittel und immer durch Zusammenarbeit der Regionen entwickelt haben. (Beifall des Abg. Marko Schiemann, CDU) Ich sage Ihnen: Auch wenn es alte Produkte sind, sind sie auch heute noch eine Verkostung wert. Ich würde mich – wie Herr Zschocke – gern auf die Broschüre des Landesbauernverbandes „So schmeckt Sachsen“ beziehen. In dieser Broschüre, die wirklich sehr interessant ist, können wir unter anderem lesen, dass unsere landwirtschaftlichen Produkte mit mehr als 15 verschiedenen Qualitäts- und Gütesiegeln bewertet werden. Damit wird die Nachhaltigkeit der Produktion und ein sehr hohes Niveau der Verarbeitungsqualität dargestellt. Das beginnt mit dem EU-Bio-Logo und setzt sich über viele andere Qualitätsmarken bis zu einem QS-Prüfzertifikat fort. Dieses Prüfzertifikat zertifiziert Landwirtschaftsunternehmen von der Produktion bis zur Ladentheke, und das sollten wir würdigen. Wir als CDU-Fraktion sind der festen Überzeugung, dass zu viele Gütesiegel manchmal zur Verwirrung beitragen und es eine Überlegung wert wäre, eine gemeinsame Marke zu erschaffen, unter der alles andere subsumiert wird. Wir haben hier eine große Aufgabe vor uns. Wir haben aber noch eine weitere Aufgabe: Der Begriff „Regionalität“ ist nicht definiert. Wenn wir von Regionen sprechen, müssen wir uns überlegen, was wir damit meinen. Meinen wir damit nur die Vorstadt von Dresden oder meinen wir Sachsen? Meinen wir Deutschland? Meinen wir Europa? Es ist hier eine echte Definition erforderlich. Was fließt in die Regionalität ein? Ausschließlich die Produktion der Lebensmittel oder auch die Weiterverarbeitung? Wir sind überzeugt: Wenn es eine gute Weiterverarbeitung gibt, entwickelt sich auch der heute bei manchen Produkten schwierige Selbstversorgungsgrad nach oben. Ein gutes Beispiel dafür ist aus unserer Sicht die Tiefkühlproduktion in der Lommatzscher Pflege. Wir als CDU-Fraktion fordern intensiv, dass alle landwirtschaftlichen Produktionsformen gleich gut behandelt werden; denn sie produzieren hochwertigste Erzeugnisse. Die Erzeugnisse sind die Basis für unsere Ernährung. (Beifall bei der CDU) Lassen Sie es mich deutlich sagen: Bioprodukte sind genauso wertvoll wie konventionell erzeugte Produkte, und die sächsische Landwirtschaft schafft Mehrwert in den Regionen. Regionale Vermarktung bedeutet den Hinweis auf regionale Besonderheiten. Wenn die Besonderheiten von Regionen durch Lebensmittel in den Vordergrund gerückt werden, ist damit verbunden, dass die Regionen gestärkt werden, weil die Besonderheiten der Region nach außen dargestellt werden. Das alles muss deutlicher ins Bewusstsein unserer Bevölkerung gerückt werden. Die Strategie einer regionalen Vermarktung hilft, Fragen von Kunden zu beantworten, zum Beispiel: Woher kommt das Fleisch, das ich beim Fleischer kaufe? Wo wird das Futter für die Tiere produziert? Wo werden die grünen Erbsen, die Bohnen, der Backmohn, die Cerealien und vieles andere produziert? Wo ist der nächste Landwirt in meiner Nähe, bei dem ich regional produzierte Produkte kaufen kann?
