Michael Kretschmer
Viele hätten sich im Freistaat Sachsen gewünscht – auch wir als Staatsregierung –, dass Einschränkungen schneller zurückgenommen werden können. Wir sehen allerdings eine sehr hohe Belastung in den Krankenhäusern, vor allen Dingen auf den Intensivstationen. Es kann erst zu Beginn des kommenden Jahres mit einer Beruhigung, einem wirklich deutlichen Rückgang dieser Belastungen auf den Intensivstationen gerechnet werden. Wir hatten auch gestern wieder über 4 000 neue CoronaFälle. Damit liegen wir deutlich über dem Niveau, das von Gesundheitsämtern verlässlich bearbeitet werden kann. Unsere Orientierung im Freistaat Sachsen waren 500, 600, 700, vielleicht auch 800 Fälle pro Tag. Das sind die Größenordnungen, in denen verlässlich gearbeitet werden kann. Es ist absolut zutreffend beschrieben: Diese neue Omikron-Welle bedeutet für uns eine zusätzliche Gefahr. Wir haben es durch die Maßnahmen, die den Menschen sehr viel zumuten, in diesem Land geschafft, eine Beruhigung bezüglich Kontakten und Mobilität zu erzeugen. Deshalb haben wir jetzt auch seit einigen Wochen einen Rückgang. Dieser ist allerdings noch nicht ausreichend, wie wir an den Belastungen im Gesundheitswesen sehen. Deshalb müssen wir bei dem jetzigen Verfahren bleiben. Wir haben uns vorgenommen, bis 9. Januar in dieser Weise weiterzuarbeiten. Dafür bitten wir die Bevölkerung um Unterstützung und vor allem um das gemeinsame Mittragen auch in den Weihnachtstagen, um nicht diesen Erfolg, der uns in die Lage versetzt, in der Zukunft wieder mehr Dinge zu ermöglichen, jetzt durch unbedachtes Verhalten aufs Spiel zu setzen. Es sind in der Ministerpräsidentenkonferenz eine ganze Reihe von Maßnahmen vereinbart worden, die in Sachsen sowieso gelten. Ab 28. Dezember wollen wir hier auch die Kontaktbeschränkung auf zehn Personen – geimpft und genesen – reduzieren. Auch das soll Vorsorge vor dieser neuen Virusvariante sichern, die, und das weiß man ganz genau, deutlich ansteckender ist. Sie ist so ansteckend wie die Maserninfektion. Heute weiß man aber noch nicht genau, wie sie sich am Ende im Krankheitsverlauf abbilden wird. Die Diagnosen, die Studien sind sehr unterschiedlich. Ich glaube, wir hoffen alle miteinander darauf, dass sie nicht so einen schweren Krankheitsverlauf bringen. Allerdings muss man bei einer Bevölkerung, die derzeit nur zu 60 % geimpft und bei der der Anteil der Drittimpfungen sehr deutlich auch niedriger ist, sehr vorsichtig sein, vor allem, wenn man sieht, dass die Krankenhäuser sehr belastet sind. Ich bin dankbar für die Arbeit, die in der Regierung, auf der kommunalen Ebene, von den Hilfsdiensten in dieser Frage geleistet worden ist. Wir haben uns auch vorgenommen, über die Tage jetzt den Impfmarathon aufrechtzuerhalten. Dass Kirchen, dass Handwerk, dass viele dabei mithelfen, gibt uns Rückenwind. Ich glaube, es haben heute mehr Menschen verstanden als noch vor einem halben Jahr, wie wichtig das Impfen ist und dass nur Impfen das Ende dieser Pandemie bringen wird. Zweiter Vizepräsident André Wendt: Vielen Dank. Nun übergebe ich das Fragerecht an die Fraktion AfD. Kollege Prantl steht am Mikrofon. Bitte schön.
