Jörg Urban
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich möchte doch noch einmal reden. Ich rede nicht, weil der Herr Minister von der Endlichkeit der Energieträger gesprochen hat; das wäre auch ein großes Thema. Auch die erneuerbaren Energien verbrauchen eine ganze Menge Ressourcen. Sie verhindern nur wenig den Ausstoß von CO . Das ist aber ein anderes Thema. Die Debatte über die Versorgungssicherheit und den Blackout führen wir nicht, weil wir der Meinung sind, dass wir etwas gegen die erneuerbare Energie tun müssten. Wir führen diese Debatte, weil inzwischen viele Experten vor einem Blackout warnen und weil die Versorgungsnetzbetreiber sagen, die Möglichkeiten, Strom zu importieren, seien überhaupt nicht geprüft. Wir führen diese Debatte deshalb, weil im europäischen Netz Auftrennungen notwendig werden, weil die Versorgungssicherheit nicht klappt. Das wird immer häufiger. Im letzten Jahr war es zweimal der Fall, und in zwanzig Jahren waren es fünf Netzauftrennungen. Der Zeitraum, in dem wir reagieren müssen, wird immer kürzer. Die erneuerbaren Energien können das nicht auffangen. Sie können es nicht auffangen, weil – wir haben es gehört – die Speicher absehbar nicht vorhanden sind und weil der Ausbau der Netzinfrastruktur, der immer wieder besprochen wird, nicht vorankommt. Sie schaffen nicht das, was Sie sich vorgenommen haben, und das ist der Grund dafür, dass wir darüber reden müssen. Die Gleichung der Netzstabilität enthält durch die erneuerbaren Energien immer mehr Unbekannte und immer weniger Konstanten. Zweiter Vizepräsident André Wendt: Ihre Redezeit ist abgelaufen.
