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Thomas Prantl

AfD 19.11.2021 Sitzungen 7/39

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Herr Gerber hat hier über Verschwörungsmythen gesprochen. Ich wollte eigentlich über die Sache reden, aber ich spreche gern noch einmal über Verschwörungsmythen, wenn Sie so großen Wert darauflegen. (Dr. Daniel Gerber, BÜNDNISGRÜNE: Nicht wirklich!) Sicher, bezahlbar und umweltfreundlich, das ist das, was Sie Ihren Windrädern andichten. Energiewissenschaftler und vernunftgesteuerte Menschen wissen, dass das Gegenteil der Fall ist. Ein verstärkter Ausbau von Windkraft führt uns weiter auf einer energiepolitischen Geisterfahrt in Sackgassen hinein, an deren Ende vielleicht der Blackout warten kann. Uns ist das bewusst, Ihnen nicht. Um mit den Verschwörungsmythen aufzuräumen, versachlichen wir die Angelegenheit ein bisschen und sagen, das Zieldreieck einer vernünftigen Energiepolitik wird gerade durch Windkraftanlagen beispiellos schlecht eingehalten. Sie sind versorgungsunsicher, exorbitant teuer, ökologisch kontraproduktiv. Ich glaube Ihnen gern, Kollege Winkler, was Sie aus Ihrer Heimat über den Windpark erzählt haben. Man muss nur berücksichtigen, dass die Windräder, die man vor 20 oder 25 Jahren errichtet hat, deutlich niedriger waren. Das waren 100 bzw. 120 Meter hohe Geräte, inzwischen sprechen wir über 250 Meter hohe Anlagen. Diese müssen im Hinblick auf den Infraschall noch einmal explizit untersucht werden. Wir sollten also die Gesundheitsgefahr durch Infraschall hier nicht verharmlosen. Natürlich wissen auch wir, dass es unterschiedlichste Quellen für Infraschall gibt. Das ist richtig. Eine Autobahn erzeugt Infraschall. Diese wird auch jeden Tag befahren, die ist nützlich, ein Windrad nicht. Werden die Menschen gesünder, wenn durch vergrünte CDU-Politik jetzt in Wald und Flur und an unseren sächsischen Dörfern noch mehr Windräder als Infraschallquellen hingestellt werden? Werden die Menschen dadurch gesünder? Sicher nicht. Wir sagen: Mehr Windräder machen mehr Infraschall. Das kann zu Mehrbelastungen für die Gesundheit führen. Das gehört ordentlich untersucht. Nun noch einmal zu Ihnen, lieber Herr Gerber. Sie haben das schon richtig zitiert, dass wir uns auf Studien beziehen. Sie haben auch richtig zitiert, dass es Studien sind, die darstellen, dass der Infraschall keine Gesundheitsgefahr darstellt. Darauf gehe ich noch einmal ein. Infraschallfrequenzen von Windrädern sind nämlich nicht mit denen des Verkehrs und anderen technischen Anlagen vergleichbar. Sitzen wir im Auto auf der Autobahn, wenn wir nicht gerade im Stau stehen, dann ist der Verkehr gleichmäßig und die Geräuschkulisse ist konstant. Aber Windräder und je höher umso stärker erzeugen einen impulshaltigen Schall. Dieser entsteht, wenn die Rotoren dreimal bei einer Umdrehung den Mast streifen. Das erzeugt einen impulshaltigen Schalldruck. Der wird deutlich anders wahrgenommen als der regelmäßige Schall, den beispielsweise eine Ölheizung, eine Wärmepumpe oder eine Autobahn verursachen. (Unruhe im Saal) Des Weiteren müssen wir feststellen, dass ein methodischer Fehler darin liegt, die Untersuchung auf die Infraschallfrequenz auf diejenigen Frequenzen zu beschränken, von denen man weiß, dass sie unschädlich sind. Konsequent vernachlässigt werden dagegen jene Frequenzbereiche, die Gesundheitsgefahren erwarten lassen. Das hat System. Da gibt es Studien aus Finnland, die überhaupt keinen Zusammenhang von Windenergie, Infraschall und Gesundheitsauswirkungen feststellen können. Warum nicht? Aufgrund eines methodischen Fehlers, weil die für die gesundheitliche Beeinträchtigung entscheidenden Schalldruckspitzen überhaupt nicht untersucht wurden. Was soll die Studie feststellen, wenn sie etwas nicht untersucht? Es gibt auch Studien aus Dänemark mit dem gleichen Ergebnis, kein Zusammenhang von Windenergie, Infraschall und Gesundheitsschäden bei Anwohnern. Interessanterweise war das dort so, dass der entscheidende Bereich zwischen 1 Hertz und 8 Hertz überhaupt nicht Bestandteil der Untersuchung gewesen ist. Gerade auf diese Frequenzbereiche kommt es an. Auch die jüngste vom Umweltbundesamt beauftragte Studie hat keine Auswirkungen festgestellt. Halten wir fest: Die nur 30-minütige Beschallung der Testperson erfolgte mit künstlichen und vereinfachten Infraschallfrequenzen. Die Verfasser erklären sogar selbst, dass dies Frequenzen sind, die in der Realität überhaupt nicht vorkommen. Also was genau wird hier untersucht? Dritte Vizepräsidentin Luise Neuhaus-Wartenberg: Herr Prantl, darf ich Sie ganz kurz unterbrechen? – Ich bitte um ein bisschen mehr Ruhe im Saal.

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