Sabine Friedel
Herr Präsident, vielen Dank. Liebe Kolleginnen und Kollegen! Eigentlich wollte ich gar nicht mehr sprechen, nach dem Redebeitrag von Herrn Gasse, weil ich dachte: Der Antrag ist eingebracht, und es ist eine Begründung gegeben worden, warum man diesem Antrag nicht unbedingt zustimmen muss, sondern ihn auch ablehnen kann. Beides erschien mir relativ nachvollziehbar. Ich glaube, in dem Ziel sind wir uns einig, dass es wichtig und sinnvoll ist, Medienkompetenz zu vermitteln. Dann haben wir eben diese beiden Stränge, diese beiden Überlegungen: Macht man das in einem eigenen Fach – da spricht einiges dafür, einiges dagegen – oder macht man es integrativ? Auch dafür spricht einiges, aber anderes auch dagegen. Wir sind gemeinsam mit der Kultusministerkonferenz der Überzeugung, dass die integrative Unterrichtung aus unserer Sicht die erfolgversprechendere ist. So, dann kam Herr Weigand ans Mikrofon, und ich dachte: Vielleicht sagt man dann doch noch etwas. Ich fing an, mitzuschreiben, mit welchem Ihrer Argumente ich mich denn sachlich und fachlich auseinandersetzen müsste. (Heiterkeit der Abg. Luise Neuhaus-Wartenberg, DIE LINKE) Ich dachte am Anfang, als Sie über Maschinenbedienung gesprochen haben: Ah, da verwechselt er Medienbildung mit der Fähigkeit, Technik bedienen zu können und zu verstehen, wie Technik funktioniert. Dann haben Sie weitergesprochen, dass Medienbildung in Ihrer Vorstellung heißt, dass man auf einen bunten Bildschirm klicken kann, dass dies den Kindern und Jugendlichen aber nichts nutze. Da habe ich auch noch mitgeschrieben und überlegt: Wie gehst du jetzt mit diesem Argument um? Dann kamen Sie vom Hölzchen aufs Stöckchen: Corona, DDR, CDU – alles in einem Haufen, (Heiterkeit des Abg. Holger Gasse, CDU) so schnell, dass ich gar nicht mehr mitbekommen habe, an welcher Stelle Sie sich tatsächlich mit dem Antragsgegenstand auseinandergesetzt haben. Das finde ich – Entschuldigung – ein wenig erschütternd. Sie sind ja ein kluger Mensch; auch in den Ausschusssitzungen ist es ab und an sehr interessant, mit Herrn Weigand zu diskutieren. Sie scheinen hier in dieser Runde in keiner Weise mehr das Interesse zu haben, Argumentationen auszutauschen und Auseinandersetzungen in der Sache zu führen. Sie halten Ihre Reden nur für das Youtube-Video in der Hoffnung, dass jemand darauf klickt und sagt, dass das spitze Typen bei der AfD sind. (Zurufe von der AfD) Der Grundgedanke des Parlamentarismus, der vernunftbegabten Wesen und der Versuch, gemeinsam zu einem guten Ergebnis zu kommen, wenn Entscheidungen getroffen werden, ist Ihnen völlig fremd. Das finde ich tatsächlich erschütternd. (Beifall bei der SPD, den BÜNDNISGRÜNEN und der Staatsregierung) Sie haben an einer Stelle in Ihrer Rede Folgendes gesagt: Im Grunde ist Medienkunde ein Fach, das die Kinder befähigen soll, die Oberfläche eines Smartphones bedienen zu können, ohne komplexe Prozesse zu verstehen. Wenn das wirklich so wäre, dann müssen Sie eine Menge Medienkunde genossen haben. Vielen Dank. (Beifall bei der SPD sowie vereinzelt bei der CDU, den LINKEN und den BÜNDNISGRÜNEN – Beifall bei der Staatsregierung – Heiterkeit im Saal) Zweiter Vizepräsident André Wendt: Kollegin Friedel sprach für die SPD-Fraktion. Kollege Dr. Weigand nähert sich dem Mikrofon 7, vermutlich mit der zweiten Kurzintervention der AfD-Fraktion. Herr Kollege, bitte schön.
