landtag.sachsen.de ↗

Romy Penz

AfD 18.11.2021 Sitzungen 7/38

Sehr geehrte Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Manchmal liegt man mit einer Prognose eben total daneben. In der Schülerprognose von 2018 ging man von rund 30 % weniger Berufsschülern für das Schuljahr 2020/21 aus. Es waren damals 75 000 Schüler prognostiziert. Aktuell haben wir aber gerundet 104 000 Berufsschüler. Aber kommen wir zur aktuellen Prognose: Sie sieht einen Zuwachs von 15 % an Berufsschülern bis 2035. Die Frage ist heute schon mehrfach aufgetaucht: Wo sollen die Lehrer dafür herkommen? Frau Friedel nannte verschiedene Rezepte, wobei der Geschmack bei uns wahrscheinlich sehr unterschiedlich ist. Herr Dr. Weigand sagte es bereits: Die meisten Berufsschullehrer sind heute 50 plus. Sie müssen also unheimlich viele Lehrer ersetzen. Zwar wurde die Studienplatzanzahl auf 330 hochgesetzt, aber aus einer Befragung von Lehramtsstudenten weiß man – das ist heute auch schon mehrfach angeklungen –, dass sich nur knapp 60 % für einen Vorbereitungsdienst in Sachsen entscheiden, und 62 % bewerben sich für eine Tätigkeit in Dresden. Klar, das Studium zum Berufsschullehrer ist ja bisher nur in Dresden möglich. Wie gesagt, wir haben ein anderes Rezept, auch wenn es bald in Leipzig geplant ist. Wir sind dafür, dass wir weiter in die Fläche gehen und Kooperationen mit den Hochschulen im ländlichen Raum vorschlagen. Nur so kann es funktionieren. Frau Friedel fand es außerdem gut oder nicht gut – das habe ich nicht so klar hören können –, dass nur ein Drittel im Erzgebirge die Abiturreife schaffen. Ich weiß nicht, ob das so negativ ist. Ich bin Handwerkerin und sage Ihnen eins: Wir brauchen auch die Handwerker. Wir brauchen gut ausgebildete Fachkräfte, weil Sie es noch nicht schaffen, Ihre Toilettenspülung per Fernwartung zu reparieren. (Beifall bei der AfD) Wir brauchen keinen Akademisierungswahn. Wir brauchen gut qualifizierte, zupackende Facharbeiter. Wir brauchen nicht nur die Sozialwissenschaftler und Genderwissenschaftler. Wir brauchen technisch, mathematisch und auch naturwissenschaftlich fitte Köpfe. (Sabine Friedel, SPD: Es geht um Ärzte!) – Um Ärzte? Aha. Die schreiben Rezepte. Wir brauchen keine studierten Erzieher und Hebammen. Wir brauchen gut bezahlte, engagierte und praktisch ausgebildete Fachkräfte. Hören Sie endlich mal auf die Unternehmer! Schaffen Sie die Grundlagen für die Berufsausbildung! Dazu gehören gut ausgebildete Lehrer. Aber leider wurde bereits beim Teilschulnetzplan der ländliche Raum wieder stark vernachlässigt. Wir haben das mehrfach angesprochen, aber leider hier im Plenum keine Zustimmung gefunden. Danke. (Beifall bei der AfD) Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois: Die Linksfraktion, bitte. Frau Neuhaus-Wartenberg.

Alle Reden von Romy Penz Protokoll ↗