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Hanka Kliese

SPD 30.09.2021 Sitzungen 7/37

Ich schlage vor, wir beruhigen uns jetzt alle wieder, und wenn es Sie so aggressiv macht, dass es Menschen gibt, die eine andere Meinung haben als Sie, müssen Sie darüber nachdenken, ob das Parlament dann der richtige Raum für Sie ist. (Beifall bei der SPD, der CDU, den LINKEN und den BÜNDNISGRÜNEN) Ich sprach über Menschen, die im ländlichen Raum leben und sich dort nicht gleichgeschlechtlich liebend offen auf der Straße zeigen können, weil sie angefeindet und angegriffen werden, (Zuruf von der AfD: Quatsch!) und das ist eine Realität, die diese Menschen erleben. (Zuruf von der AfD: In Berlin können Sie es erst recht nicht – im arabischen Viertel! – Oh-Rufe von mehreren Fraktionen – Zuruf der Abg. Sarah Buddeberg, DIE LINKE) Eine solche Beratung für diese jungen Menschen als das Werk von Interessengruppen zu bezeichnen, zeigt ja schon, dass Sie das Thema sexuelle Identität gar nicht verstanden haben. Sie tun ja Homosexualität ab, als wäre es ein Spleen oder ein Hobby, was sich irgendjemand als eine Art Lifestyle aussuchen würde. Damit zeigen Sie deutlich, dass Sie noch Nachholbedarf im Bereich sexuelle Identität haben. Nach der Wahl von Tessa Ganserer, einer Transperson, in den Deutschen Bundestag kommentierten viele Leserinnen und Leser von „TAG24“: Das ist beschämend und widerlich für die Deutschen. Wenn ich so etwas lese, dann werden wir noch sehr, sehr viele Projekte und Gespräche mit Kindern und Jugendlichen brauchen, damit eine Person, die in den Bundestag gewählt wird – und dazu das Recht hat wie jeder andere auch –, nicht als widerlich und beschämend bezeichnet wird. Natürlich geht es in Sachsen um eine kind- und altersgerechte Sexualpädagogik, wie sie bereits jetzt im Sächsischen Bildungsplan im Kapitel Somatische Bildung verankert ist. Dort ist treffend formuliert: Der Umgang mit Geschlecht, kindlicher Körperscham und Sexualität sowie Akzeptanz – – Jetzt fehlt mir tatsächlich das letzte Stück vom Zettel. Es soll im Großen und Ganzen darum gehen, dass Kinder lernen, mit Verschiedenartigkeit umzugehen, und dass sie Festigkeit bekommen; dass sie als gesicherte, als gefestigte Menschen durch diese Welt gehen können – egal, für welche Art der Sexualität sie sich eines Tages entscheiden. Was ziemlich schräg an Ihrem Antrag ist – das hat auch der Kollege Gasse schon sehr schön herausgestellt –, ist, dass Sie einerseits sagen, man soll ja Kinder gar nicht so früh und in so einem Alter mit irgendetwas konfrontieren. Aber damit, dass es die einzig wahre ideale Traumfamilie Mutter, Vater, Kind gibt – damit soll man sie sehr wohl konfrontieren, nur eben mit allem anderen nicht, was es sonst noch auf der Welt gibt. Da sind Sie dann wirklich sehr kindlich. Sie sind so ein bisschen wie Kinder, die sich die Hände vor die Augen halten und sagen: Was ich nicht sehe, das gibt es nicht. Aber das gibt es doch, und das ist auch gut so! (Beifall bei der SPD, der CDU, den LINKEN, den BÜNDNISGRÜNEN und der Staatsregierung) Dritte Vizepräsidentin Luise Neuhaus-Wartenberg: Das war Hanka Kliese für die SPD-Fraktion. Ich sehe am Mikrofon 7 vermutlich eine Kurzintervention?

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