Dr. Stephan Meyer
Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte mich zunächst für die sachliche Debatte, die erstaunlicherweise von allen Fraktionen geführt worden ist, bedanken. Ich habe auch wahrgenommen, dass alle hier in diesem Hohen Hause das Potenzial und die Notwendigkeit sehen und sich dieser Aufgabe – künstliche Intelligenz im Freistaat Sachsen voranzubringen – mit unterschiedlichen Interpretationen stellen wollen. Das ist auch legitim. Herrn Brünler möchte ich noch einmal auf die von ihm genannten Aspekte bezüglich des Bildungsbereiches erwidern. Es ist schon so, dass bei dem Area 9 Lehrerinnen und Lehrer die Aufgaben und Lösungswege erarbeiten. Vor allem soll es darum gehen, Schülerinnen und Schülern Stärken und Schwächen aufzuzeigen. Von daher muss man etwas Wasser in den Wein gießen, und es ist nicht ganz so, wie Sie es dargestellt haben. Herrn Dr. Gerber muss ich ein Stück weit widersprechen. Es ist schon richtig, dass sich ein Rechenzentrum, gerade wenn es forschungsorientiert ist, in der Nähe von einer entsprechenden Universität befinden sollte. Es ist auch so, dass ein Rechenzentrum durchaus im ländlichen Raum seine Relevanz hat, zumal es bei künstlicher Intelligenz wichtig ist, mit Datensicherheit einen Zwilling von einem solchen Rechenzentrum zu haben, falls einmal etwas passiert, damit die Daten nicht verloren gehen und es in einem weiteren Rechenzentrum eine Kopie gibt. Ich glaube schon, dass auch der ländliche Raum großes Potenzial hat, weil dort die Flächen zur Verfügung stehen und eine Riesenchance besteht, Fachkräfte und Entwicklung voranzubringen. Ich will ein Beispiel aus dem Landkreis Görlitz bringen: Die Gemeinde Krauschwitz ist sehr engagiert unterwegs, um dieses Thema dort auch mit mittelständischen Unternehmen und in Verbindung mit der Berufsausbildung im beruflichen Schulzentrum Weißwasser zu sehen. Das ist, denke ich, schon eine Chance im Rahmen des Strukturwandels. Wir müssen also eher dafür sorgen, dass der Breitbandausbau vorankommt, anstatt jetzt als Begründung anzuführen, weshalb etwas nicht in den ländlichen Raum kommt – weil die Breitbandanbindung in Leipzig besser sei. Das ist nicht die richtige Herangehensweise. Zusammenfassend will ich feststellen, dass es beim Thema künstliche Intelligenz wirklich darum gehen muss, das große Ganze zu sehen, aber vor allem immer im Fokus zu behalten, dass dies den Menschen dienen muss, dass man Datensicherheit großschreiben muss und dass wir uns im Bereich der Chancen orientieren müssen. Es gibt Riesenpotenziale im Bereich von Mobilität, Energie, Umwelt. Auch die Energieeffizienz kann gesteigert werden durch Flottenmanagement, durch Lastspitzenmanagement. Auf den medizinischen Bereich ist mein Kollege Oliver Fritzsche ja schon eingegangen. Gerade die Telemedizin hat Potenzial, um im ländlichen Raum zu wirken. Ich glaube, unter dem Strich gesehen haben wir alle erkannt, dass das ein Thema für den Freistaat ist. Wir wollten das mit dieser Aktuellen Debatte noch stärker in die Öffentlichkeit tragen, denn es muss Akzeptanz in der Bevölkerung finden. Wir müssen die Leute mitnehmen. Dazu gehört, dass wir über solche Themen im politischen Raum sprechen. An dieser Stelle noch einmal Danke für die sachliche Debatte. (Beifall bei der CDU sowie vereinzelt bei den BÜNDNISGRÜNEN und der SPD – Beifall bei der Staatsregierung)
