Wolfram Günther
Auch unser Forstpersonal ist natürlich ein Teil unserer Strategie. Es geht vor allem um die Anzahl der Mitarbeitenden, weil es in der Vergangenheit einen großen Abbau gegeben hat. Deshalb ist Zufriedenheit ein wichtiges Thema. Aber auch hierbei haben wir, wie in allen anderen Wirtschaftsbereichen, das große Problem, Arbeitskräfte zu finden, weil die Märkte nicht wirklich voll sind. Was wir tun, ist, dass wir im Bereich der Ausbildung viele neue Stellen ausgewiesen haben, damit wir mehr Menschen ausbilden und dann auch versuchen können, sie hier zu halten. Was haben wir für aktuelle Probleme bei dem Waldumbau, den wir jetzt mit allen Kräften angehen? Auch das ist schon angerissen worden. Es ist kein Selbstläufer. Ein Riesenproblem ist der Verbiss durch Wild. Man kann sich viel vornehmen, zum Beispiel Naturverjüngung oder junge Bestände, die man begründet, aber wenn wir dort enorme Verbissschäden haben, kommen wir nicht weiter. Deshalb gilt hier der Grundsatz „Wald vor Wild“ bei historisch hohen, vor allem Schalenwildbeständen. Wenn man das verhindern will, muss man zäunen. Die Zäune sind enorm teuer. Wir haben gebaut. Nur um eine Zahl zu nennen: Wir haben im Staatswald allein im Jahr 2020 über 185 000 Meter Wildschutzzäune gebaut – das entspricht der Strecke von Dresden nach Berlin –, nur um Wildschäden zu vermeiden. Das hilft aber nichts, wenn ein Sturm kommt. Wenn etwas umgerissen wird, dann ist die Frucht von mehreren Jahren ganz schnell auch wieder weggefressen. Die Ressourcenverfügbarkeit, das einheimisches Pflanzund Saatgut, ist ein Nadelöhr, das wir hier haben. Deshalb fördern wir auch Naturverjüngung und all diese Dinge. Das heißt im Ergebnis für uns: Waldumbau müssen wir mindestens auf dem derzeitigen Niveau – das heißt 1 300 Hektar Waldumbaufläche im Landeswald – fortsetzen, und zwar mit all den weiteren Modulen, die ich schon genannt hatte, einschließlich Naturverjüngung. Das gilt auch für die Privatwaldbesitzenden – auch hier kommen wir schon in Regionen von 500 bis 1 000 Hektar pro Jahr. Die Module Waldrandgestaltung sind im Übrigen in vielfacher Hinsicht Schutzstreifen für den Wald. Hier herrscht also auch ein hohes Eigeninteresse, dass der Wald dahinter dauerhaft Bestand hat. Die Anpassung der Schalenwildbestände funktioniert nur gemeinsam mit der Jägerschaft. Dazu gehört auch – das wurde bereits angesprochen – die Erweiterung der Prozessschutzflächen. Wir haben uns dazu in der nationalen Biodiversitätsstrategie verpflichtet. Sachsen hat es nicht ganz erfüllt. Am Ende geht es nur noch um 2,2 % der Staatswaldflächen, die wir jetzt neu für Prozessschutz ausweisen müssen. Aber allen Unkenrufen zum Trotz, dass damit im Prinzip das Ende der Holzindustrie eingeläutet werden würde: Kollege von Breitenbuch hat es bereits gesagt, dass wir trotz Überdüngung, über den Luftweg, Holzbestände in unseren Wäldern haben, die trotz Borkenkäferkalamität immer noch von der Menge her erheblich aufwachsen. Das heißt, wir haben auch Einschlagsmengen, die deutlich größer sind als im Prinzip alles, was wir gerade auch technisch umsetzen können. Da wird es mit Sicherheit kein Problem geben. Es hat schlichtweg keine Auswirkungen auf unsere Einschlagsmengen. Wir werden auch genau in diesem Sinne die Förderrichtlinie Wald- und Forstwirtschaft weiterentwickeln. Uns ist es ein wichtiges Anliegen, dass sie von den Waldbesitzenden angenommen wird, und das ist passiert. Wir haben die bereitstehenden Mittel gerade umgeschichtet. Zusätzlich 7 Millionen Euro aus dem Staatsforst gehen dorthin, damit wir alle Anträge abarbeiten können. Um den Mythen vorzubeugen: Das Geld, das wir auch für den Sachsenforst bereitstellen, steht in ganz hohem Maße in allen Waldbesitzformen zur Verfügung. Der Sachsenforst ist derjenige, der nicht nur die eigenen Flächen bewirtschaftet, sondern auch auf den anderen Flächen der Privaten berät, der genau dort die Kalamitätsbekämpfung, die Borkenkäferbekämpfung, betreibt, der das Holz herausholt, der sogar die Holzverkäufe für die Privaten tätigt, wenn es sein muss, und der all diese Förderanträge – ich habe gesagt, wie viele das sind – auch abarbeiten muss. Er hat in erheblichem Maße eine Servicefunktion, ganz abgesehen davon, dass er noch andere Jobs hat, wie etwa die Nationalparkbewirtschaftung oder die der Wildnisgebiete und der Biosphärenreservate, was Private nicht machen müssen. Deshalb bitte ich, immer wieder darauf hinzuweisen, dass Sachsenforstgeld der Gesamtgesellschaft gilt. Auch das wurde schon angesprochen: Natürlich geht Förderung und Beratung nur gemeinsam mit den Privaten. Genau deshalb unterstützen wir die private Initiative, etwa der Waldakademie in Pfaffroda. Dort werden Fortbildungsangebote von Privaten für Private neben all dem organisiert, was wir im Sachsenforst tun. Gemeinsam werden wir den Waldumbau voranbringen. Vielen Dank. (Beifall bei den BÜNDNISGRÜNEN, der SPD und der Staatsregierung) Zweiter Vizepräsident André Wendt: Für die Staatsregierung sprach Staatsminister Günther mit einer leichten Überziehung der Redezeit. Damit verbunden verweise ich Zweite Aktuelle Mobilitätswende Regionalbahn- und Antrag der Als Antragstellerin hat zunächst die SPD-Fraktion das Wort, danach folgen in der ersten Runde CDU, AfD, DIE LINKE, BÜNDNISGRÜNE und am Ende die Staatsregierung, wenn gewünscht. Kollege Homann spricht für die SPD-Fraktion. Bitte schön, Herr Kollege.
