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Georg-Ludwig von Breitenbuch

CDU 29.09.2021 Sitzungen 7/36

Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! „Ohne Waldumbau wird’s teuer ...“ – es ist teuer. Seit 1990 bauen wir im Staatswald in jedem Jahr – in Jahresscheiben – 1 200 Hektar um und haben dies auch bei den Privaten gefördert. Das war ein ständiger Prozess: aus den übernommenen Waldbeständen vor 1990 jetzt 30 Jahre in der Marktwirtschaft. Natürlich kam das Geld aus den Forstbetrieben, die mit dem verkauften Holz auch den Waldumbau und die Begründung neuer Pflanzbestände bezahlt haben. Auf den großen Schadflächen ist jetzt sichtbar, was in den letzten Jahren passiert ist: Sturm, Trockenheit und Käfer. Hier hat es reingehauen, nicht nur ins Vermögen, sondern auch in die Erträge. Ganze Jahreseinschläge – viele davon sind letztendlich vernichtet worden – wurden zu billig verkauft, und die hohen Kosten der Wiederbegründung hängen an den Betrieben. Wir sehen leere Flächen und entsprechend auch Sorgen: Wie reagieren die Forstbetriebe? Der Staatswald hat es leicht; wir haben ihn durchfinanziert. Die Privaten müssen schauen, ob sie nicht auch schon 25 % Eigenanteil bei 75 % Förderung überfordern. Viele sind verunsichert. Herr Zschocke, Sie sprachen vorhin sehr ehrlich Ihre Skepsis gegenüber der Holznutzung an. Dies ist ein Punkt, der uns unterscheidet: Wir halten den Rohstoff Holz für etwas ganz Tolles – es wächst nach und bindet Kohlenstoff. Ihre Skepsis gegenüber der Säge, die den Baum unten abschneidet, teilen wir nicht, das will ich deutlich sagen. Wir freuen uns, wenn der Kreislauf mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz auch in Zukunft funktioniert. Wir sehen in diesem nachwachsenden Rohstoff gerade auch für die Zukunft eine sehr wichtige Brücke in eine neue Energie- und Rohstoffversorgung dieses Landes – uralte Themen, die jetzt wiederkommen. Insofern trennt uns das wirklich – Ihre Skepsis gegenüber der Holznutzung und unsere Sicht auf die positive Holznutzung. Wir haben – das haben wir hier früher schon immer kritisiert – zu hohe Holzbestände in unseren Wäldern. Die Wälder waren bzw. sind teilweise auch jetzt noch überaltert. Wir müssen sie durchforsten. In den letzten Jahren haben wir auch beim Sachsenforst den Holzeinschlag bewusst von 1 Million auf 1,3 Millionen gesteigert, um die Wälder jünger und vitaler zu machen und die Krisen, die durch das Klima bedingt sind, abzuwehren. Auch dies gelingt nur mit der Holznutzung in diesem Kreislauf, der ja eigentlich funktioniert. Dabei spielen auch die Wildnisgebiete eine Rolle. In unserer Region ist natürlich ein Thema, ob 1 000 Hektar des Wermsdorfer Waldes Wildnis werden oder nicht – nicht nur für die Anrainer, was die Wildbestände betrifft, sondern auch für diesen vorbildlich gepflegten Wald, der nun darniederliegen soll. Auch das ist ein Thema, das uns bedrückt, das möchte ich deutlich sagen. Wir sehen es als falsches Signal, letztendlich hier mit dem Rohstoff Holz umzugehen. Insgesamt gibt es ja eine Förderung der WuF. Dazu werde ich in der zweiten Runde kommen. Ich möchte noch einmal auf das Thema eingehen, das Sie benannt haben: mit der Gießkanne an die Waldbesitzer. Die Waldbesitzer haben in den letzten Jahren enorme Schäden hingenommen. Die Bundesregierung hat entschieden, mit 100 Euro pro Hektar hier zu helfen. Das ist eine Gießkannen-Förderung, ohne Frage, man muss sich aber zertifizieren lassen. Da gibt es einen gewissen Druckpunkt, den man auch hinnehmen sollte, um eine Fachlichkeit hinter diese Entscheidung zu bringen. Aber diese Verachtung nach dem Motto, es wäre nicht richtig, hier einmal wirklich den Waldbesitzern zu helfen, die diese Ökosystemleistung für die Gesellschaft erbringen, weise ich zurück. Bisher wurde das alles nur aus der Holznutzung bezahlt – die Speicherung von Wasser, die gesamte Zurverfügungstellung des Freizeitbereiches Wald und, und, und –; das hat die Gesellschaft kostenlos in Anspruch genommen, und zwar teilweise auch bei einer steigenden Inanspruchnahme. Aber hier ist es letztendlich doch so, dass dieser eine Tropfen auf den heißen Stein trotzdem dankbar von den Waldbesitzern aufgenommen wurde und politisch auch als das richtige Signal gesehen wird, hier letztendlich auch mit der Gesellschaft weiterzukommen. Insofern gibt es Dissens in manchen Punkten. Ich bin gespannt auf die nächste Runde. Herzlichen Dank. (Beifall bei der CDU und der SPD)

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