Dr. Rolf Weigand
Rettung der Weco am Standort Freiberg (Frage Nr. 4) Vorbemerkung: Laut Presseberichten will der Feuerwerkshersteller Weco seinen Standort in Freiberg schließen, wovon knapp 100 Arbeitsplätze betroffen sind. Anfang des Jahres wollte das Unternehmen Corona-Hilfen beantragen. Fragen an die Staatsregierung: 1. Welche Corona-Hilfen hat die Firma Weco für den Standort Freiberg wann bei welcher Stelle beantragt und wann wurden die Hilfen in welchem Umfang bewilligt und wann ausgezahlt? (Bitte entsprechend aufschlüsseln.) 2. Welche Maßnahmen (beispielsweise weitere CoronaHilfe) können vom Freistaat Sachsen in welchem Umfang zur Verfügung gestellt werden und welche Maßnahmen plant die Staatsregierung darüber hinaus, um den Standort der Weco in Freiberg und damit die Arbeitsplätze zu erhalten? Martin Dulig, Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr: Ich beantworte Ihre Fragen wie folgt: Zu 1.: Zuständig für die Bewilligung der von Weco für alle Standorte des Unternehmens beantragten Corona-Überbrückungshilfe ist ausschließlich die Bewilligungsstelle am Hauptsitz des Unternehmens in NRW. Das SMWA und die SAB haben keinen Einblick in die beantragten und bewilligten Zuschüsse. Zu 2.: Zum ersten Teil der Frage 2 wird auf die Antwort zu Frage 1 verwiesen. Zum zweiten Teil: Um den Standort zu erhalten ist das SMWA darüber hinaus wie folgt engagiert. Auf ein Hilfeersuchen von Weco Freiberg Anfang 2021 aufgrund Feuerwerksverbot zum Jahreswechsel 2020/2021 erfolgte seitens SMWA (Industriereferat) sofortige Kontaktaufnahme mit dem Werkleiter, Herrn Funke. Dies hatte das Ziel, dabei zu unterstützen, neben der Produktion von Feuerwerkskörpern ein zweites Standbein aufzubauen. Aktiv waren dabei auch Prof. Bürkner vom Steinbeis-Innovationszentrum Dresden sowie Prof. Winkelmann von der BTU Cottbus-Senftenberg beteiligt. Ziel der Zusammenarbeit sind wissenschaftlich-technische Ansätze für eine Weiterverarbeitung von metallischen Werkstoffen (Explosionsschweißen), die als weiteres Standbein den Standort Freiberg stärken könnten. In ersten Gesprächen am 3. März 2021 zeigte sich Weco FG interessiert, den Standort in SN zu erhalten und die bestehende Infrastruktur, die für die Produktion von Sprengmitteln und pyrotechnischen Erzeugnissen geeignet ist, weiterhin zu nutzen und gleiche oder ähnliche Produkte zu produzieren. Auf dem Gelände gibt es entsprechende Sicherheits- und Bunkerstrukturen. Am 17. Juni 2021 gab es einen Folgetermin unter Beteiligung der BTU Cottbus-Senftenberg zu möglichen Vorhaben. Abstimmungen der hiesigen Werkleitung mit der Geschäftsführung in Eitorf laufen. Es sind Folgegespräche mit der Geschäftsleitung aus Eitorf unter Beteiligung der WFS bereits anberaumt. Das große Betriebsgelände bietet gegebenenfalls auch Möglichkeiten für Aktivitäten anderer Unternehmen, die Fläche suchen.
