Wolfram Günther
Dieses Problem haben wir ja nicht nur mit dem Japanischen Staudenknöterich. Wir haben seit einer ganzen Zeit auch den Riesen-Bärenklau und das Indische Springkraut, vor allem entlang der Fließgewässer und teilweise auch an Wegen bzw. Forstwegen. Ich muss sagen: Diese Arten wieder vollständig zurückzudrängen ist schlichtweg nicht möglich, sondern es geht um den Umgang damit. Man muss an jeder einzelnen Stelle eine Wirtschaftlichkeitsabwägung vornehmen, wie die Risiken sind. Es sind einjährige, sehr schnell und hoch wachsende Pflanzen, die nicht tief wurzeln. Deshalb kann es etwa an einem Gewässerabschnitt, hinter dem sich auch noch eine Bebauung befindet, sein, dass man die Pflanzen dort mit hohem Aufwand entfernen muss; denn ein Hochwasser, das sie dann wegspült, führt ganz schnell zu einem bloßliegenden Boden, bei dem besondere Angriffsflächen für Unterspülungen von Gebäuden vorhanden sind. Es mag auch Stellen geben – es kommt immer auf die Gewässertopografie an –, bei denen sehr dichte Bestände, wenn es kein sehr schnell abfließendes, sondern ein träges Gewässer ist, zu einem Rückstau führen können und es zu einem Hochwasserrisiko kommt. Dort muss man eingreifen, auch wenn bestimmte Gefährdungslagen nicht vorhanden sind. Aber wenn der Gewässerzuschnitt, die Topografie, quasi wieder steiler ist, dann räumt so ein Hochwasser das einfach weg, dann hat man nicht wirklich den Ansatz. Es ist noch etwas vielschichtiger. Es gibt teilweise schon Arten, auch Vögel, die sich irgendein Röhricht suchen und mittlerweile darin brüten. Auch dort muss man sagen: Es ist nicht sinnvoll – vielleicht auch noch zum falschen Zeitpunkt –, dort heranzugehen. Es kommt also sehr auf die Orte an. Aktuelle Forschung haben wir keine. Aber es gab sie, und sie ist auch über das LfULG gelaufen. Das ist auch bei den Publikationen dort abrufbar. Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois: Die BÜNDNISGRÜNEN, bitte; Herr Zschocke.
