Sebastian Wippel
Vielen Dank, Frau Präsidentin. Zum einen möchte ich an der Stelle sagen, dass ich es nicht gut finde, auf welche Art und Weise und in welchem Rahmen Sie hier Opfer und Straftaten für Ihre politischen Zwecke missbrauchen, und zwar namentlich. (Beifall bei der AfD – Sarah Buddeberg, DIE LINKE: Sie hören nicht einmal zu!) – Wir haben Ihnen sehr wohl zugehört. Wir führen hier eine sächsische Debatte. Natürlich kann man ganz viele Listen mit Opfern von Straftaten vortragen. Man könnte auch Namen von Straftaten von Islamisten vortragen. (Widerspruch bei den LINKEN) Um Ihre Worte zu benutzen, würde man wahrscheinlich sagen, es wäre „Whataboutism“, wenn wir gegenrechnen. Sie haben Zahlen gebracht, wie viele Menschen Opfer von irgendwie gearteten Straftaten von rechts in Sachsen waren. Das ist alles nicht schön. Das wollen wir alles nicht haben. Aber Sie haben die Zahl von 500 pro Jahr genannt. Wenn wir jetzt dagegen die Zahl von Sachsen nehmen, was unterm Strich übrigbleibt, wenn man die Menschen betrachtet, die Opfer geworden sind und keinen Migrationshintergrund hatten, wo die Tatverdächtigen allerdings einen Migrationshintergrund hatten bzw. sogenannte Zuwanderer sind, dann kommen wir nicht auf 500, sondern auf 1 000. Das heißt, wir haben eine doppelt so hohe Belastung in die andere Richtung. Deswegen stimmt Ihre Aussage nicht. Es stimmt einfach nicht. Unterm Strich ist die Zuwanderung, die wir nach Sachsen haben, ein Nachteil. Das, was dann an rechten Straftaten entsteht, ist in Teilen – ich möchte sie auf keinen Fall bagatellisieren oder rechtfertigen – eine Überreaktion, die zu verurteilen ist. (Kerstin Köditz, DIE LINKE: Eine bodenlose Unverschämtheit! – Beifall bei den LINKEN – Petra Čagalj Sejdi, BÜNDNISGRÜNE, steht am Mikrofon.) Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois: Frau Čagalj Sejdi, bitte.
