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Dr. Rolf Weigand

AfD 21.07.2021 Sitzungen 7/34

Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau NeuhausWartenberg, wenn man den Antrag liest und Ihnen zuhört, muss man denken: Um Gottes willen, was ist in den sächsischen Schulen los? Ganz schlimm! Die armen Schüler! Wir müssen sofort – wie Sie das sagen – „Neue Schule braucht das Land“ machen. (Rico Gebhardt, DIE LINKE: Was für eine Grammatik!) Wir müssen die Schüler aus diesen schlimmen Sachen herausholen. – Das muss ich zu Protokoll geben, Satire vorbei. – Sie wollen also mit Ihrem Antrag auf einseitige Leistungsansprüche verzichten. Das heißt dann so viel wie: Du kannst nicht richtig lesen, schreiben und rechnen, aber schön, dass du da bist. Sie wollen zweitens ein konkurrenzfreies Lernen, also linke Ideologieschulnoten sind alle egal, alle sind gleich, manche sind gleicher. Auch die Lernzeit ist Ihnen egal. Es soll sich an die Lerngeschwindigkeit angepasst werden. Nun gut, wir haben in Sachsen ein mehrgliedriges Schulsystem, was einen differenzierten Schulerfolg schafft – in der Förderschule, der Oberschule, in den Gymnasien. Genau das berücksichtigt sehr unterschiedliche Lerngeschwindigkeiten. Sie wollen alles in eine links-grüne Gemeinschaftsschule hineinstopfen. Das funktioniert nicht. Das zeigen auch die Pisa-Ergebnisse von NRW im Vergleich zu Sachsen. Und Sie wollen in Ihrem Antrag Unterricht und damit Lerninhalte aushandeln. Das stelle ich mir in der ersten Klasse so vor: Die Lehrerin fragt: Torben, was ist zwei plus vier? Er antwortet: Weiß ich nicht; ich würde viel lieber jetzt spielen oder tanzen. Das ist dann zukünftig Unterricht, meine Damen und Herren. Sie unterstellen mit Ihrem Antrag der Schule völlige Empathielosigkeit. Wir haben jetzt das Ende des Schuljahres. Die Abschlussklassen feiern. Es war ein widriges Jahr, ja, ein Corona-Jahr; es war ein ganz besonderes Jahr. Wir haben uns schon oft darüber ausgetauscht, was man hätte besser machen können. Dazu haben wir unterschiedliche Ansätze. Sie denken, dass im Herbst überall ganz schnelles Internet vorhanden ist. Wir von der AfD hingegen sagen: Wir wollen die Schulen offenlassen. (Zuruf des Abg. Rico Gebhardt, DIE LINKE) Die Schüler feiern jetzt am Ende eines langen Weges, auf dem sie Fachwissen erworben haben, auf dem viele Stunden dabei waren, in denen sie gelacht, geweint und gekämpft haben, manchmal unterlegen waren, gesiegt haben. Sie sind deshalb zu tollen Persönlichkeiten herangewachsen. Auch die vielen Sorgenkinder – wenn sich jeder, der dazugehörte, an seine eigene Schulzeit erinnert – sind oft dem Lehrer dankbar, dass er sie immer wieder angestupst und gesagt hat: Du musst auch Leistungen bringen. Wer sich nie Herausforderungen stellt, wird später auch bei Konflikten, bei irgendwelchen Belastungen in sich zusammenfallen und nicht lebenstüchtig sein. Mit Ihrem LINKEN-Antrag wollen Sie das Aushandeln des Unterrichts und damit die Reduzierung des Lernstoffes. Sie wollen die Abschaffung von Schulnoten und damit den Verzicht auf Leistungsansprüche. Sie wollen eine endlose Lernzeit in einer Klasse für alle. Diesen Ansatz – das können Sie sich vorstellen – verfolgen wir als AfD nicht, und wir werden Ihren Antrag entschieden ablehnen. Vielen Dank. (Beifall bei der AfD) Zweiter Vizepräsident André Wendt: Für die AfD-Fraktion sprach Kollege Dr. Weigand. Nun übergebe ich das Wort an die Fraktion BÜNDNISGRÜNE. Kollegin Melcher, bitte.

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