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Torsten Gahler

AfD 21.07.2021 Sitzungen 7/34

Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten! Wir haben nun viel über die Sichtweisen der einzelnen Parteien gehört und dass die CDU eigentlich im Herzen seit ewigen Zeiten gegen diese Gendersprache ist, nur die Zeit nicht gefunden hat, das verbal zu formulieren und just gestern Nachmittag spontan eine Erleuchtung hatte und dieses Positionspapier verbreitete. (Unruhe – Beifall bei der AfD) Ich muss sagen, das ist löblich, aber es ist natürlich wieder zu kurz gesprungen. Es stellt nur auf die Sprache ab, aber nicht auf die Ideologie. Wenn man sich nur kurzfristig damit beschäftigt, ist das so. (Zurufe von der CDU) Aber das unterscheidet uns. Wir haben nicht nur Gemeinsamkeiten, das haben Sie festgestellt. (Starke Unruhe – Beifall bei der AfD) Frau Buddeberg, Ihr Beitrag hat mich etwas irritiert. (Zuruf des Abg. Rico Gebhardt, DIE LINKE) Wahrscheinlich sind Sie das, was Frau Wagenknecht so als Lifestyle-LINKE bezeichnet. Von daher hake ich es ab. Die Mikroaggressionen, die Sie überall erkennen wollen, die bei noch so kleinen Minderheiten irgendwie abgebildet werden müssen, kann ich nicht erkennen. Wenn wir Männlein und Weiblein inkludieren, haben wir wahrscheinlich mehr gekonnt, als wenn wir durch gegenderte Sprache ausschließen. Frau Hammecke, Ihrem Beitrag konnte ich leider nicht ganz folgen, weil es um Wahlrecht ging. (Zurufe von den BÜNDNISGRÜNEN und den LINKEN) Die Veränderungen aus dem 18./19. Jahrhundert, dass es dort anders berücksichtigt wurde – die Sprache hat sich weiterentwickelt, das Wahlrecht auch. Da bin ich bei Ihnen. Aber dann ist es so. (Zurufe) Frau Kliese ist darauf eingegangen, dass sich die Sprache so verändern kann und die Erreichbarkeit von Berufen und Abschlüssen durch inklusive Sprache gefördert wird. Das ist wohl so, wenn man aus dem Völkerrecht kommt. (Beifall bei der AfD – Zuruf der Abg. Sarah Buddeberg, DIE LINKE) Wohin das treibt, das sehen wir. Das heißt, sowohl in der Justiz als auch in Behörden wird munter drauflos gegendert. Anscheinend gibt es keine einheitlichen Wege, da auch in den CDU-geführten Ministerien locker Genderregeln angewendet werden. Das ist halt so. Wir haben nicht nur die Justiz, wir haben auch die Hochschulen. Von meiner Vorrednerin wurde angesprochen, dass dort Punktabzüge für nicht gendergerechte Sprache erfolgen. Die Frage ist: Ist das überhaupt zulässig? Das muss man prüfen. Es geht in den Medien weiter. Darin haben Sie sich kritisch geäußert. Besonders Frau Friedel hat sich zum Positionspapier der CDU kritisch geäußert. (Zurufe) Man muss sehen: In den Medien wird munter daraufhin gegendert, egal, was gerade thematisch vorgegeben ist. Besonders Claus Kleber und andere tun sich hervor. Am Montag konnten wir bei „Fakt ist“ im MDR verfolgen, wie die Runde über das Gendern zusammengestellt war: drei Befürworter, ein Gegner. Dann ging es munter drauflos. (Zurufe von den LINKEN) Besonders die Chefredakteurin vom Duden-Verlag, Frau Kunkel-Razum, hat sich hervorgetan, weil sie das beförderte. Interessant fand ich ihre Aussage: Der Duden beachtet besonders die schriftlich niedergelegten Formen der Sprache. Das heißt, je häufiger in der Presse, in Dissertationen, in Diplom-Arbeiten, Bachelor-Arbeiten gegendert wird, desto häufiger ist die Relevanz. Wenn aber die Hochschulen Abzüge für nicht gegenderte Werke geben, dann ist es so, dass immer mehr Werke in der Gendersprache verfasst werden. Das ist logisch. Wohin das führt, sieht man, wenn C-Promis versuchen, zu gendern, wie zum Beispiel Isabel Varell, die von Schnecken und Schneckinnen gesprochen hat. (Sebastian Wippel, AfD: Das ist konsequent!) – Es ist konsequent. Allerdings wird dort wieder das biologische Geschlecht etwas übergangen, weil Schnecken Zwitter sind. Von daher ist es wieder blöd. – (Beifall bei der AfD) Die ideologische Komponente wird bei der CDU weitergeführt. Im Verteidigungsministerium wird es auf die Spitze getrieben – nicht das sächsische, sondern das Bundesverteidigungsministerium –, wo wir dann die EPAs, also die Einmannpackungen, umbenennen wollen, weil wir es geschlechterneutral benennen wollen. Das sind alles Blüten, die getrieben werden, das braucht kein Mensch. Wir sind eigentlich für die Schönheit der deutschen Sprache, die erhalten werden soll. Ich will Ihnen ein kleines Beispiel geben: Als Vater habe ich noch die Angewohnheit, mit meinen Kindern abends Schlaflieder zu singen. Eines der sehr schönen ist das „Abendlied“ von Matthias Claudius: „Der Mond ist aufgegangen. Die goldnen Sternlein prangen am Himmel hell und klar: Der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar.“ Dieses Wort „wunderbar“ prägt sich bei den Kindern ein. Dann ist es nicht cool oder irgendetwas anderes, sondern sie können das reflektieren, wenn sie irgendetwas gut finden. (Beifall bei der AfD) Das ist es: Die deutsche Sprache muss in ihrer Form erhalten bleiben. (Zurufe) Es soll nicht gegendert werden. Deshalb bitte ich Sie, diesem Antrag zuzustimmen. Vielen Dank. (Beifall bei der AfD) Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois: Es gibt jetzt keine Wortmeldungen mehr. Ich frage die Staatsregierung, ob sie sprechen möchte. – Bitte, Frau Ministerin.

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