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Carsten Hütter

AfD 21.07.2021 Sitzungen 7/34

Oooh!) Was hier passiert, ist ein Kulturkampf gegen Gleichberechtigung und gegen gesellschaftlich marginalisierte Gruppen. Daran werden wir uns nicht beteiligen; denn die Fraktion DIE LINKE setzt sich für eine Gesellschaft ein, in der alle frei und selbstbestimmt leben können, unabhängig davon, welches Geschlecht sie haben. (Sebastian Wippel, AfD: Sie kämpfen gegen die Realität, das ist Ihr Problem!) – Ich sagte ja: Mit der Wissenschaft hat es die AfD nicht so. Ich möchte es wirklich noch einmal sagen: Keinem Menschen wird durch geschlechtergerechte Sprache etwas weggenommen. Aber für betroffene Menschen macht es sehr wohl einen Unterschied, ob sie angesprochen oder weiter unsichtbar gemacht werden. Frauen, aber insbesondere auch Menschen, die trans oder nichtbinär sind, fordern heute selbstbewusst ihr Recht ein. Es ist ihr gutes Recht, nicht totgeschwiegen zu werden. Wir unterstützen sie darin. Anders macht es die CDU, die hier das Argument vorträgt: Die Leute möchten das nicht. Es wird auf die Umfrage verwiesen. Das zeigt nur eines: nämlich Ihren Opportunismus. Sie machen Politik für die laute Mehrheit und nicht für die Leute, die Unterstützung brauchen. Das unterscheidet unsere Politik voneinander. (Beifall bei den LINKEN) Sprache ist lebendig und Sprache verändert sich. Davor muss man keine Angst haben. Selbst das traditionsreiche Unternehmen Lufthansa – das wurde gerade erwähnt – hat sich entschieden, auf die Begrüßung mit „Sehr geehrte Damen und Herren“ zugunsten einer geschlechtsneutralen Anrede zu verzichten. (Zuruf von der AfD: Wie heißt die?) Das ist eine Entscheidung, die nichts kostet, die niemandem etwas wegnimmt, aber ein Gewinn für alle ist, die bisher nicht angesprochen waren und übrigens trotzdem ihr Flugticket bezahlt haben. Wir als Gesellschaft haben uns daran gewöhnt, dass die despektierliche Anrede „Fräulein“ für unverheiratete Frauen aus der Sprache verschwunden ist. Wir als Gesellschaft haben uns daran gewöhnt, dass Kinder ihre Eltern nicht mehr siezen und mit „Herr Vater“ und „Frau Mutter“ ansprechen – obwohl ich nicht weiß, was in rechtskonservativen Kreisen so üblich ist. (Rico Gebhardt, DIE LINKE: Das haben sie so gelernt!) Wir werden uns auch an weitere Aspekte gewöhnen, die unsere Sprache progressiver und gerechter machen; dessen bin ich mir ganz sicher. Denn Junge Union und Junge Alternative können nicht darüber hinwegtäuschen, dass es eine junge Generation gibt, die ein völlig anderes Gesellschafts- und Geschlechterbild hat: aufgeschlossen, progressiv, divers. Sie können selbstverständlich die Augen davor verschließen, aber Sie können diese Entwicklung nicht aufhalten, weil Vielfalt Realität ist und immer mehr an gesellschaftlicher Bedeutung gewinnt. Abschließend möchte ich noch einmal den Filialleiter des Supermarkts zitieren, über den ich gerade gesprochen habe – also über die Nüsschen-Geschichte –, der meines Erachtens sehr angemessen, nämlich sehr gelassen, auf den Shitstorm reagiert hat, der über ihn hereingebrochen ist. Ich zitiere aus dem „Stern“: (Sebastian Wippel, AfD: Sternchen!) Auf die Frage, was neben Nüssen eigentlich noch im Glas sei, antwortet er: Sultaninen und Salz – biologisch gewonnen aus den Tränen alter weißer Männer, die sich vom Genderstern unterdrückt fühlen. Vielen Dank. (Beifall bei den LINKEN und den BÜNDNISGRÜNEN – Oh-Rufe von der AfD – Weitere Zurufe von der AfD) Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois: Für die BÜNDNISGRÜNEN Frau Abg. Hammecke, bitte.

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