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Sebastian Wippel

AfD 21.07.2021 Sitzungen 7/34

War das jetzt mit Sternchen oder mit Doppelpunkt?) – Ja, das ist auch schön; das sage ich hier schon seit Jahren und Monaten, aber gut. Ich möchte meine Rede einmal mit einem alten Witz beginnen: Sitzen zwei Chirurgen in der Kneipe. Sagt der eine: „Wie geht‘s dir heute?“ Der andere: „Gut, habe gerade eine super OP gehabt. Und du?“ – „Ich darf gerade nicht operieren, ich bin schwanger.“ Dieser kleine Witz macht doch verblüffend und einfach deutlich, wo das Problem liegt; denn Sprache erzeugt Bilder in unseren Köpfen, und hier bei den Chirurgen ist es eben das Bild zweier Cis-Männer. Das zeigt: Selbst dann, wenn Frauen von den Sprechenden mit gemeint sind, werden sie von den hörenden Personen nicht automatisch mitgedacht. (Carsten Hütter, AfD: Was sind das für Männer?) Ich möchte noch einmal eines klarstellen: Es gibt keine Gendersprache. Die gibt es nicht! Aber die deutsche Sprache bietet ganz vielfältige Möglichkeiten, die komplexe Realität abzubilden. Das ist gut, denn das ist auch die Aufgabe, die Sprache eigentlich hat. Sprache dient dazu, dass wir uns verständigen können. Dafür ist es hilfreich, permanent zu überprüfen, ob das, was wir meinen, auch das ist, was wir sagen. Ich bleibe dabei: Eine geschlechtersensible Sprache ist eine zivilisatorische Errungenschaft. Es geht um die Erweiterung des eigenen Horizonts. Es geht um das Erfassen von Komplexität. Es geht um Empathie. (Zuruf des Abg. Rico Gebhardt, DIE LINKE) Im Gegensatz dazu ist es wirklich erschreckend, wie viel Hass und verbale Brutalität einem entgegenschlägt, wenn man in den sozialen Medien die Debatten über geschlechtergerechte Sprache verfolgt. (Jörg Urban, AfD: Wir lachen ja darüber!) Ich möchte ein Beispiel nennen, das ich vor Kurzem gelesen habe. Ein Supermarkt nimmt eine Knabbermischung im Glas ins Sortiment. Das Ganze trägt den Namen „Student*innenfutter“. Ja, „Student*innenfutter“, mit Sternchen – oh mein Gott! Es gab unzählige Hasskommentare in den sozialen Medien und große Aufregung. Es gab Boykottaufrufe gegen die Filiale und Drohungen gegen den Filialleiter. Die Medien berichten, Menschen fallen in Ohnmacht, dramatische Szenen spielen sich ab. Jetzt bitte ich einmal alle, ganz tief durchzuatmen, denn ich habe eine gute und erfreuliche Nachricht für Sie: Sie müssen diese Nüsschen gar nicht kaufen. (Sebastian Wippel, AfD: Die sind aus dem Sortiment genommen, oder was?) Ich habe aber auch noch eine andere Nachricht für Sie: Es ist nämlich völlig irrelevant, ob Sie das schön finden oder nicht, aber es gibt auch biologisch mehr als zwei Geschlechter. Das sagen nicht nur wir und das sagt auch nicht nur die Wissenschaft bzw. die Biologen – das ist jetzt natürlich kein Argument für die AfD, denn mit der Wissenschaft haben Sie es ja nicht so –, sondern das sagt auch das Bundesverfassungsgericht in seinem Urteil zum dritten Geschlecht aus dem Jahr 2017. Das Urteil ist hoffentlich bekannt. Seit 2017, also seit vier Jahren, ist es den Regierenden nicht gelungen, daraus die nötigen und rechtssicheren Konsequenzen zu ziehen. Das ist nichts anderes als Realitätsverweigerung. Mal ehrlich: Es geht hierbei doch nicht um Sprache, sondern es geht den Rechtskonservativen darum, Menschen, die nicht ins althergebrachte Mann-Frau-Schema passen, die Existenzberechtigung abzusprechen. (Sebastian Wippel, AfD: Oh, jetzt hört es aber auf!) Das ist ein ideologischer Feldzug, und er ist dazu noch zutiefst verlogen; denn es sind doch dieselben Politiker(innen), die bei jedem queerpolitischen Anliegen, das wir zum Beispiel hier einbringen, fragen: Gibt es denn keine wichtigeren Probleme? Jetzt setzen Sie als AfD das Thema „Geschlechtergerechte Sprache“ auf die Tagesordnung, und die CDU macht es zum Wahlkampfthema. Da kann ich Sie nur fragen: Haben Sie denn keine wichtigeren Themen? Das ist wirklich traurig. (Beifall bei den LINKEN –

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