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Dr. Matthias Rößler

21.07.2021 Sitzungen 7/34

Wir hörten das Schlusswort für die einbringenden Koalitionsfraktionen, vorgetragen von Frau Kollegin Melcher. Meine Damen und Herren! Ich stelle nun die Drucksache 7/7097 zur Abstimmung und bitte bei Zustimmung um Ihr Handzeichen. – Vielen Dank. Gegenstimmen? – Keine. Stimmenthaltungen? – Es gibt eine ganze Anzahl von Stimmenthaltungen. Damit ist die Drucksache 7/7097 beschlossen. Der Tagesordnungspunkt ist beendet. Meine Damen und Herren! Ich rufe auf geschlechtergerechten Sprache in Kommunikation unterbinden AfD, mit Stellungnahme der Staatsregierung Ich möchte jetzt auch gleich mit ein paar Missverständnissen aufräumen. (Rico Gebhardt, DIE LINKE: Aha!) In der Stellungnahme zu unserem Antrag behauptet die Staatsregierung, sie würde sich grundsätzlich an das Handbuch der Rechtsförmlichkeiten halten. Es wird damit der Eindruck erzeugt, dass die Staatsregierung gar keine Genderzeichen verwendet. Doch das ist schlichtweg nicht wahr. Drei Beispiele gefällig? Erstens, August 2018, Antwort auf die Kleine Anfrage in Drucksache 6/14076 des Sozialministeriums, Zitat: „Integrationskoordinator_innen“. Zweitens, 18. Dezember 2020, Medieninformation des Finanzministeriums, Zitat: „Mitarbeiter/*innen“. Besonders genderabsurd ein Fragebogen des CDU-Staatsministeriums für Wissenschaft, Kultur und Tourismus aus dem Jahr 2020 – das wäre Punkt 3 –, Zitat: „Private und institutionelle Nachlassbetreuer*innen, Nachlasshalter*innen und Erb*innen, welche Vor- und Nachlässe sächsischer Künstler*innen betreuen.“ Dieser Unsinn führt doch nicht zu noch mehr Geschlechtergerechtigkeit! (Zurufe aus dem Saal) Das führt einfach zu Unverständlichkeiten in der deutschen Sprache. Dieser Unfug muss sofort aufhören. (Beifall bei der AfD – Zuruf des Abg. Rico Gebhardt, DIE LINKE) Aktuell behaupten besonders CDU-Politiker gerne in diversen Positionspapieren, dass sie gegen die Anwendung der Genderschreibweise seien. (Stephan Hösl, CDU: Richtig, sind wir!) Das ist ein reines Lippenbekenntnis und schlichtweg gelogen. Selbst in CDU-geführten Ministerien, wie man es gerade gehört hat, wird gegendert. (Zuruf des Abg. Rico Gebhardt, DIE LINKE) Es wird wie im eben genannten Beispiel des Staatsministeriums für Wissenschaft, Kultur und Tourismus gegendert. Kein Wunder bei einer CDU-Landespartei, die sich nicht zu schade ist, mit den GRÜNEN ins Bett zu steigen. Hierbei zeigt sich einmal mehr, was konservative Wähler erwarten dürfen, wenn sie ihr Kreuz zukünftig bei der CDU machen. Wer nämlich Schwarz wählt, wählt eine grün-rote Ideologie gleich mit. (Beifall bei der AfD) Meine Damen und Herren! Wir lehnen die Gendersprache aus drei Gründen ab: Erstens ist sie grammatikalisch falsch. Zweitens beraubt sie die deutsche Sprache ihrer Schönheit und nimmt ihre Verständlichkeit. Drittens – das ist das Allerwichtigste, insbesondere für Sie, Herr Gebhardt – ist sie ein Mittel, um die Menschen nach den Wünschen grüner und linker Ideologie umzuerziehen. (Rico Gebhardt, DIE LINKE: Das war jetzt grammatikalisch nicht so korrekt!) – Das war gerade grammatikalisch fast korrekt. Das passiert alles unter dem Deckmantel einer angeblichen Geschlechtergerechtigkeit. Das ist wieder grotesk. (Beifall bei der AfD) Kommen wir zum ersten Punkt: Warum ist die Gendersprache grammatikalisch falsch? Die Gendersprache beruht auf einem grundsätzlichen Irrtum. Genderaktivisten behaupten gern, dass männliche Begriffe Frauen marginalisieren würden. Wenn ich sage, dass in Sachsen über 4 Millionen Menschen leben, dann heißt das noch lange nicht, dass es sich hierbei nur um Männer handelt. Der Mensch ist nämlich ein generisch männliches Wort, das in der Mehrzahl für beide Geschlechter stehen kann. Eine Menschin gibt es in der deutschen Sprache nämlich nicht. (Beifall bei der AfD – Valentin Lippmann, BÜNDNISGRÜNE: Richtig erkannt, Herr Kirste!) Meine Damen! Finden Sie es wirklich unfair, wenn es keine Menschin gibt? Dann aufgepasst, es funktioniert nämlich auch andersherum: Mein Hausarzt ist eine echte Koryphäe. Fällt Ihnen etwas auf? – Ja. Die Koryphäe, die Koryphäe ist nämlich ein generisch weibliches Substantiv, obwohl es in dem genannten Satz um den Hausarzt geht. (Zurufe) Nur weil ich sage, dass an der Universität viele Koryphäen forschen, müssen sich die männlichen Wissenschaftler noch lange nicht ungerecht behandelt fühlen. (Beifall bei der AfD – Zurufe) Sie sehen also, die Behauptung, dass unsere Sprache bestimmte Geschlechter diskriminieren würde, ist einfach falsch. Die Gendersprache ist grammatikalisch zusätzlich falsch. (Beifall bei der AfD) Nun sind wir beim zweiten Punkt: Warum raubt die Gendersprache der deutschen Sprache die Schönheit und nimmt ihr die Verständlichkeit? Ein kurzes Beispiel möchte ich dazu geben: Sind Arbeitnehmervertreter nun künftig Arbeitnehmer_innen_vertreter oder gar Arbeitnehmer_innen_vertreter_innen oder doch nur Arbeitnehmer_innen? Wer blickt da noch durch? Das ist einfach grotesk! (Zuruf) Jetzt sind wir bei Ihnen, Herr Gebhardt. Selbst DIE LINKEN können sich in ihrer Drucksache nicht auf eine Schreibweise einigen. Einmal benutzen Sie das Sternchen wie Frau Nagel in Drucksache 7/6825, einmal das sogenannte Binnen-I wie Frau Feiks in Drucksache 7/2168, einmal den Doppelpunkt mit innen wie Frau Tändler-Walenta in Drucksache 7/5638 und dann wieder die weibliche und männliche Form nebeneinander wie Frau Gorskih, hinten sitzt sie, und Herr Schultze in Drucksache 7/1285. (Rico Gebhardt, DIE LINKE: Jetzt haben Sie aber viel Recherche betrieben!) – Das habe ich gemacht. Liebe Kollegen von der Linksfraktion, haben Sie Ihre eigene Ideologie eigentlich verstanden? (Rico Gebhardt, DIE LINKE: Wieso?) Vielleicht haben Sie es doch schon irgendwie, aber Sie kommen mit den unpräzisen Regelwirrwar selbst nicht klar. (Rico Gebhardt, DIE LINKE: Wir haben gar keine Regeln aufgestellt!) Beenden Sie diesen grotesken Unsinn einfach! (Beifall bei der AfD – Rico Gebhardt, DIE LINKE: Ganz einfach!) Damit sind wir auch schon beim dritten und letzten Punkt. Die Gendersprache ist ein ideologisches Mittel, um eine bestimmte Politik durchzusetzen. Neutrale Begriffe werden nämlich sexualisiert. Es heißt jetzt nicht mehr Bürgersteig, sondern Bürger(innen)steig. Natürliche Unterschiede werden aufgehoben. (Zurufe von den LINKEN und den BÜNDNISGRÜNEN) Aus Muttermilch wird Menschenmilch gemacht. (Lachen bei der AfD – Sebastian Wippel, AfD: Nicht zu verwechseln mit Erdbeermilch!) Das hat fatale Folgen für Mensch und Gesellschaft. Mir bleibt an der Stelle nur, eindringlich für unseren Antrag zu werben. Falls Sie uns mal wieder nicht zuhören wollen, schauen Sie nach Frankreich. In Frankreich hat man schon vor vielen Jahren erkannt, welche Gefahren das Gendern mit sich bringt. 2017 hat der französische Premierminister deshalb alle Genderschreibweisen bei den Organen in der Staatsverwaltung untersagt, und im Mai 2020 hat er das auf die französischen Schulen ausgeweitet. Sachsen sollte sich hieran ein gutes Beispiel nehmen. (Beifall bei der AfD) Deshalb fordere ich abschließend: Erstens. Stoppt den grammatikalischen Unsinn, diesen Genderunsinn. (Beifall bei der AfD) Zweitens. Beraubt unserer Muttersprache nicht der Verständlichkeit. Drittens. Hört auf mit dem Versuch, liebe LINKE, liebe GRÜNE und liebe CDU, uns Sachsen mit eurer Genderideologie umzuerziehen. Ich bitte um Zustimmung für den Antrag und beantrage im Namen meiner Fraktion eine namentliche Abstimmung (Rico Gebhardt, DIE LINKE: Nicht schon wieder!) und ebenso eine artikelweise Abstimmung, damit Sie, liebe CDU, auch keine Ausrede haben, nach dem Positionspapier gestern hier dagegen zu stimmen. Sie haben über genau dasselbe, was wir jetzt vorgetragen haben, gestern abgestimmt. (Sören Voigt, CDU: Wir haben das gestern beschlossen) Vielen Dank. (Beifall bei der AfD – Zurufe der Abg. Sarah Buddeberg, DIE LINKE, und Valentin Lippmann, BÜNDNISGRÜNE) Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois: Für die CDU Frau Abg. Leithoff, bitte. (Interne Wortwechsel zwischen Abgeordneten von CDU, AfD, LINKEN und BÜNDNISGRÜNEN)

Protokoll ↗