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Marika Tändler-Walenta

Die Linke 24.06.2021 Sitzungen 7/33

Danke schön. Herr Präsident! Geehrte Kolleginnen und Kollegen! Der Antrag der Koalition zum Thema Sport- und Bewegungsförderung in Kitas und Schulen ist aus Sicht der Linksfraktion gegenüber der Staatsregierung mehr als notwendig. In einem bunten Blumenstrauß zwischen Berichtsantrag und Aufforderungen an die Staatsregierung wird versucht, dem Bewegungsmangel an Kitas und Schulen zu begegnen – zu Recht. So empfiehlt die Unfallkasse Sachsen für drei- bis sechsjährige Kinder eine tägliche Bewegungszeit von 60 Minuten. In der Praxis können diese gerade einmal die Hälfte der Kinder in diesem Alter umsetzen. Um die empfohlene Stunde Bewegung am Tag gewährleisten zu können, müssen unterschiedlichste Gegebenheiten stimmen – sowohl in der Kita als auch im häuslichen Umfeld oder während der Freizeitgestaltung der Kinder. Oftmals beginnt das Scheitern schon bei den nicht zeitgemäßen und der ausreichenden baulichen Voraussetzungen in den Kindertagesstätten. Gerade in den kalten und nassen Jahreszeiten, in denen Angebote an der frischen Luft nur selten umsetzbar sind, müssen die baulichen Voraussetzungen in den Kita-Gebäuden stimmen. Interessant wäre aus unserer Sicht daher die Frage, wie die Kitas in den einzelnen Kommunen im Freistaat diesbezüglich überhaupt erst einmal aufgestellt sind. Grundsätzlich möchten wir zudem anregen, auch Studien zu den Auswirkungen der Pandemie auf die Bewegungszeit unter den sächsischen Schülerinnen und Schülern und Kitakindern und damit die Auswirkungen auf die motorische Ausbildung zu ermöglichen. Lösen lassen sich mit solchen Maßnahmen die Probleme und Folgeerscheinungen von Bewegungsarmut aber nicht. Allein in den Monaten September, Oktober und November des noch laufenden Schuljahres sind aufgerundet 1 796 Sportstunden im Freistaat ausgefallen, sicherlich auch vor dem Hintergrund der Pandemie. Zudem besteht hier aber auch das Problem des Lehrermangels. Im Schuljahr 2020/21 sind an allgemeinbildenden öffentlichen Schulen 5 302 Lehrkräfte im Bereich Sportunterricht eingesetzt. 1 394 dieser Lehrkräfte sind fachfremde Lehrkräfte. Aus unserer Sicht sollte der Sportunterricht grundsätzlich neu aufgestellt werden. Das heißt, er sollte auf die Förderung sozialer Kompetenz und psychischer Gesundheit ausgelegt sein. Der Ausfall von Sportunterricht ist aber kein neues Phänomen, welches erst im Zuge der Pandemie auftritt. Das wiederum bringt mich zu einem Bereich der schulischen Ausbildung, genauer gesagt des Sportunterrichts, der lebensentscheidend sein kann: dem Schwimmunterricht. Corona-bedingt ist für 10 000 Zweitklässler der Grundund Förderschulen im Schuljahr 2019/20 der Schwimmunterricht ausgefallen. Für das Schuljahr 2020/21 erwarten wir noch höhere Zahlen, denn seit dem 2. November letzten Jahres bis zum 14. Juni 2021 waren die Schwimmstätten geschlossen. In meiner Kleinen Anfrage vom Mai dieses Jahres antwortete mir das Kultusministerium auf die Frage, wie der ausgefallene Schwimmunterricht seit dem vergangenen Schuljahr kompensiert werden soll, wie folgt – ich zitiere –: „Die konkrete Planung und flächendeckende Umsetzung eines Konzeptes zur Nachholung und Wiederaufnahme des Schwimmunterrichts für die Schülerinnen und Schüler der Schuljahre 2019/20 und 2020/21 und ff. setzt voraus, dass zumindest der Zeitpunkt der Öffnung der Hallenbäder bekannt ist. Seit 14.06.2021 sind die Hallenbäder bei entsprechender Inzidenz nun wieder geöffnet. Ein Konzept hat das Kultusministerium aus Sicht meiner Fraktion nicht vorgelegt, es sei denn, die anvisierten 20 bis 25 Schwimmunterrichtsstunden, die in den verbleibenden Unterrichtswochen nachgeholt werden sollen, sind damit gemeint. Meine Damen und Herren! Das kann nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein sein. Das Fortführen des Nachholangebots im kommenden Schuljahr soll hoffentlich nur als Teil der Kompensationsstrategie betrachtet werden. Wir fordern daher ein langfristiges und substanzielles Konzept seitens des Ministeriums. Vielleicht hilft an dieser Stelle der Antrag der Koalition, um eben ein langfristiges und substanzielles Konzept der Staatsregierung zu erhalten. Daher stimmen wir Ihrem Antrag zu. Vielen Dank. (Beifall bei den LINKEN) Zweiter Vizepräsident André Wendt: Kollegin TändlerWalenta sprach für die Fraktion DIE LINKE. Wir steigen jetzt in die zweite Rederunde ein. Gibt es seitens der CDU noch Redebedarf? – Das sehe ich nicht. BÜNDNISGRÜNE, Frau Kummer? – Bitte schön, Frau Kollegin.

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