Romy Penz
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Zunächst möchte ich erst einmal meine Verwunderung darüber zum Ausdruck bringen, dass unsere Forderung nach Schwimmunterricht in den Sommerferien übernommen wurde. Noch im Märzplenum war doch Frau Leithoff sehr um die Schüler besorgt. Ich zitiere Sie einmal: „Ihre vorgeschlagene Verlagerung von Förderungen und Prüfungsvorbereitungen auf Wochenenden wird genauso wie diejenige von Schwimmunterricht und Praktika in die Ferienzeit zu weiteren Einschränkungen der dringend notwendigen Erholungszeit und zu einer zusätzlichen Steigerung des ohnehin schon erheblichen psychischen Drucks innerhalb der Familien führen.“ Ja, Frau Leithoff, was denn nun? Manchmal frage ich mich, welche Kopfstände Sie machen müssen, um die Ablehnung unserer Vorschläge zu begründen. Können Sie nun plötzlich die angeprangerten angeblichen Einschränkungen der Erholungszeit durch Schwimmunterricht in den Ferien verantworten? Können Sie das? Welch ein Sinneswandel hat sich hier vollzogen? Wie ebenfalls von uns vorgeschlagen, wird nun auch die Nutzung der Freibäder in Form der Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern in Betracht gezogen. In Oederan ist es schon aktuell, wenn Sie heute die Zeitung gelesen haben. Dazu kann man nur Folgendes sagen: Danke, die AfD wirkt. (Beifall bei der AfD) Nachdem ein Teil des Sportunterrichts im Schuljahr 2019/20 bei der Einführung der neuen Lehrpläne der Ideologie weichen musste – einem Oberschüler fehlen in zehn Schuljahren mittlerweile 2 000 Sportstunden –, macht man sich nun Gedanken, diese Defizite und den hinzugekommenen Bewegungsmangel der letzten Monate durch sogenannte Bewegungsinitiativen auszugleichen. Die Projekte „Bewegte und sichere Schule“ und „Bewegte und sichere Kitas“ sind nicht neu. Bereits seit dem Jahr 2006 war es den Einrichtungen möglich, sich um ein Zertifikat zu bewerben. Eines ist klar: Kinder brauchen Bewegung zur Schulung der Motorik und Feinmotorik, Bewegungssicherheit hilft, Unfälle zu verhüten. Rennen, klettern und Bewegungsspiele in der Kita, das ist sicher kein Problem. In der Schule lässt sich auch vieles dafür tun. Sportliche Ganztagsangebote in Zusammenarbeit mit Sportvereinen, auch das war ein Punkt unseres Antrages „Bildung ist kein Glücksspiel“. Die Nutzung längerer Pausen für Sport und Spiel, Wandertage, die ihren Namen verdienen und nicht im Kino enden. Wie überall liegt der Teufel auch hier im Detail. Während bewegte Pausen und bewegtes Schulleben sicherlich kein Problem sind, sollte das Thema bewegter Unterricht mit Vorsicht angegangen werden. (Rico Gebhardt, DIE LINKE: Aha!) Eine Unterrichtsstunde ist in der Regel 45 Minuten lang oder eben kurz. Natürlich lassen sich Bankrutschen in Mathe und rhythmische Bewegung in Musik gut in den Unterricht einbauen. Bei einer heterogenen Klasse mit beispielsweise 28 Schülern, ihren Schultaschen und entsprechendem Mobiliar auf 70 Quadratmetern muss der Lehrer sehr genau überlegen, welche Bewegungsspiele in den Unterricht eingebaut werden können, damit die am Anfang der Stunde wahrscheinlich mühsam erkämpfte Disziplin und Lernatmosphäre nicht wieder zerstört und der Unterricht seinem Namen gerecht wird. Ich habe mir auf der entsprechenden Seite im Internet einmal einige Aufgabenbeispiele für einen sogenannten bewegten Unterricht angeschaut. Wenn das Aufstehen und Umherlaufen während des Unterrichtes erlaubt wird, wenn von Kaugummi kauen und dem Gang zur Toilette zwischendurch die Rede ist, dann frage ich mich, ob so eine Arbeitsatmosphäre überhaupt möglich ist. Frau Friedel nannte es gerade innovativ. Jetzt stellen Sie sich folgende Situation vor: Die 5 a ist eine aufgeweckte Klasse. Sie erinnern sich an das Thema Kopfnoten. Aufgeweckt heißt, dass sie undiszipliniert, laut und unkonzentriert sind. Die Lehrer sind genervt. Zurzeit ist jedes Thema einfach nur lustig. Es wird ständig geredet, gelacht und gekaspert. Nun komme ich zur empfohlenen Aufgabe – wohlgemerkt, ich habe mir das nicht ausgedacht –: Alle Schüler stehen auf. Der Lehrer nennt Rechenaufgaben. Ist das Ergebnis eine gerade Zahl, kriechen die Schüler unter den Tisch. Ja, Sie haben richtig gehört, die Schüler kriechen unter den Tisch. Entweder möchte man die Reinigungskräfte der Schule entlasten oder die Reinigungsleistungen mit diesem Wischtest prüfen. Dazu stellen sich doch einige Fragen. (Beifall bei der AfD) Bleiben alle Tische stehen? Wird der Stuhl zur Absprungrampe? Versteht man sein eigenes Wort noch? Geht jeder gesund nach Hause? Und nicht zuletzt: Wer wischt die Ecken oder gibt es dafür eine extra Rechenaufgabe, meine Damen und Herren? (Beifall bei der AfD –
