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Christin Melcher

GRÜNE 24.06.2021 Sitzungen 7/33

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Corona-Pandemie hat Kinder und Jugendliche ausgebremst. Sie konnten über Monate hinweg keine Kita oder Schule besuchen, kaum Freunde treffen oder ihren Hobbys nachgehen. Ausgebremst wurden sie auch im wörtlichen Sinne: Die Pandemie hat die Möglichkeiten, sich regelmäßig zu bewegen, drastisch reduziert. Der Sportunterricht in der Schule fiel ebenso aus wie das Vereinstraining. Der gesamte Alltag spielte sich vorranging im engen häuslichen Umfeld mit einem kleinen Aktionsradius ab. Sport und Bewegung sind jedoch die Basis für eine gesunde motorische Entwicklung. Deshalb nehmen wir mit unserem Antrag zwei Ziele in den Blick: Zum einem müssen wir uns kurz- und mittelfristig der Bewältigung der Folgen der Pandemie widmen. Zum anderen gilt es, Sportund Bewegungsförderung als dauerhafte Aufgabe zu verankern. Sport- und Bewegungsförderung ist keine exklusive Aufgabe des Sportunterrichts. Es gibt vielfältige Möglichkeiten, bei Kindern und Jugendlichen die Lust an Bewegung zu wecken und zu erhalten, etwa durch eine bewegungsfördernde Schulhofgestaltung oder im Rahmen von Ganztagsangeboten. Wir wollen, dass Sport und Bewegung noch viel stärker als bisher in den Alltag sächsischer Kitas und Schulen Einzug hält, liebe Kolleginnen und Kollegen. Ein besonderer Fokus unseres Antrags – auch für mich als Tochter eines Schwimmmeisters – ist der Schwimmunterricht. Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir sprechen von rund 2 000 Kindern, die im letzten Schuljahr überhaupt keinen Schwimmunterricht erhalten haben, weil dieser in Blockform geplant war und dann leider ausfallen musste. Weitere rund 35 000 Schülerinnen und Schüler hatten im vergangenen Schuljahr weniger Schwimmstunden als vorgesehen. Hinzu kommen rund 38 000 Schwimmschülerinnen und -schüler im laufenden Schuljahr. Auch hier war die Zeit für viele Kinder zu knapp, um ein sicherer Schwimmer zu werden oder zumindest das Seepferdchen zu erreichen. Wir sprechen also von fast zwei Jahrgängen, die nicht ausreichend oder gar nicht schwimmen können. Deshalb wollen wir, dass Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit erhalten, den Schwimmunterricht nachzuholen. Die Kinder, die bisher keine Möglichkeit zur Teilnahme hatten, sollen dabei Vorrang haben. Wir müssen die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern verbessern und in Absprache mit den Kommunen weitere Wasserflächen, etwa Freibäder, für den Schwimmunterricht nutzen. Das muss jetzt in den Sommermonaten beginnen, in den Ferien fortgeführt werden, aber auch im kommenden Schuljahr fortgesetzt werden. Darüber hinaus wollen wir mehr Möglichkeiten eröffnen, das Schwimmen auch in höheren Jahrgangsstufen zu festigen. Ein weiteres wichtiges Anliegen für uns BÜNDNISGRÜNE war und ist es, Schülerinnen und Schüler aus DaZ-Klassen nicht vom Schwimmunterricht auszuschließen. Schwimmen ist unverzichtbar und kann Leben retten, ganz unabhängig von der Herkunftssprache. Ich bitte daher um Zustimmung zu unserem Antrag. Vielen Dank. (Beifall bei den BÜNDNISGRÜNEN, der SPD und vereinzelt bei der CDU – Beifall bei der Staatsregierung) Zweiter Vizepräsident André Wendt: Das war Frau Melcher von der Fraktion BÜNDNISGRÜNE. Nun spricht für die Fraktion SPD Frau Kollegin Friedel.

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