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Antonia Mertsching

Die Linke 23.06.2021 Sitzungen 7/32

Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Kolleginnen und Kollegen! Wenn man sich anschaut, dass die GRÜNEN im Wahlprogramm hatten, dass der Staatswald FSC-zertifiziert wird, dass die CDU-Fraktion – oder: Herr von Breitenbuch – das nicht will und der Kompromiss jetzt darin besteht, dass man ein Modellprojekt bekommt, dann kann man eigentlich nur sagen: Herzlichen Glückwunsch! – leider nur bis zum Jahr 2024, aber dazu komme ich später. Wir werden dem Antrag zustimmen; denn der sächsische Staatswald ist bisher vor allem PEFC-zertifiziert. Das kann man aber eigentlich gleich lassen; denn das Totholz und Höhlenbäume sollen ja nur in angemessenem Umfang erhalten werden – was auch immer ein „angemessener Umfang“ ist. Die Wahl der Baumarten soll standortgerecht getroffen werden. Das ist dann auch die Entscheidung jedes Einzelnen. Der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel soll auf das nötige Maß begrenzt werden, also frei nach Gusto. Es gibt ab und zu eine Kontrolle in einem vereinfachten Verfahren. – Also, das Geld könnte man sich sparen. Wer hat etwas von dieser Zertifizierung außer der Zertifizierungsstelle? Ein Modellprojekt FSC dagegen hat bessere, da höhere Ansprüche. Sie wurden schon angesprochen. 10 % der Fläche werden aus der Bewirtschaftung genommen. Das Totholz bekommt ein eigenes Management und damit auch eine eigene Funktion, die sehr wichtig für den Artenschutz im Wald ist. Der Anteil nicht heimischer Baumarten wird begrenzt, was auch nötig ist. Der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel muss behördlich genehmigt werden und ist damit nicht so fahrlässig einsetzbar wie bei der PEFC-Zertifizierung. FSC-Standards bieten sinnvolle Perspektiven für eine naturverträglichere Waldbewirtschaftung. Deswegen stimmen wir dem Antrag zu. Genauso ist es eine verantwortungsvolle Alternative zum PEFC. Wenn man es einmal mit einem Textilsiegel vergleichen würde, dann ist PEFC wahrscheinlich so etwas wie BSCI, das Unternehmenssiegel. Man verspricht sich untereinander die Standards in die Hand und sagt: Passt schon. – FSC dagegen hat nachvollziehbare Ansprüche, deren Einhaltung auch regelmäßig kontrolliert wird. Jeder Betrieb wird einmal im Jahr besucht. Das ist auch mindestens nötig, um zu überprüfen, ob das Ganze gut funktioniert. Der Antrag sieht auch noch eine wissenschaftliche Begleitung vor. Wir freuen uns auch schon auf die umfangreichen Informationen für den Landtag. Das bekommen wir hier nicht immer und in jedem Fall – von daher. Das einzige Manko ist, dass es nur ein Modellprojekt bis zum Jahr 2024 ist. Es ist ein bisschen zu kurz, um die tatsächlichen Auswirkungen auf die Artenvielfalt und die Ökosystemleistungen zu überprüfen, aber besser als gar nichts. Immerhin wird dann auch wieder gewählt. – Vielleicht heulen Sie von der AfD dann wieder herum, dass Sie es leider nicht in die Regierung geschafft haben. Ich hoffe aber, dass das Modellprojekt danach weitergeht. Vielen Dank. (Beifall bei den LINKEN) Zweiter Vizepräsident André Wendt: Frau Kollegin Mertsching sprach für die Fraktion DIE LINKE. Gibt es weiteren Redebedarf seitens der Fraktionen? – Das sehe ich nicht. Dann übergebe ich an die Staatsregierung. Herr Staatsminister Günther, bitte schön.

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