Petra Köpping
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Jeder Mensch braucht zu einem guten Leben auch die Gemeinschaft. Niemand ist gern allein oder gar einsam. Jeder von uns sucht Anschluss an andere Menschen, um mit ihnen Zeit zu verbringen und gemeinsamen Interessen oder Dingen nachzugehen. Deshalb ist für uns die Frage danach, was getan werden kann und muss, um Gemeinschaften zu fördern und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Sachsen zu stärken, eine der zentralen Herausforderungen. Jugendgruppenleiterinnen und Jugendleiter haben ihre Antwort darauf bereits gefunden. Sie engagieren sich regelmäßig beispielsweise in der Jugendverbandsarbeit. Neben ihren Verpflichtungen in der Schule oder im Beruf gestalten sie Gruppenstunden, betreuen Kinder und Jugendliche in Freizeiten oder sind bei spannenden Projekten kompetente Begleiter. Durch ihr ehrenamtliches Engagement können junge Menschen in Sachsen täglich Gemeinschaft und Zusammenhalt erleben, selbst Verantwortung nicht nur in sozialen Angelegenheiten übernehmen und vor allem ihr Umfeld aktiv mitgestalten. Dafür möchte ich ganz herzlich danken. Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, diese Worte durfte ich als Geleitwort unseren Jugendleiterinnen und Jugendleitern im Juleica-Handbuch mitgeben. Sie fassen den Wert gut zusammen, den sie für unsere Kinder und Jugendlichen und für uns als Gesellschaft haben. Die Jugendleiterinnen und Jugendleiter sind diejenigen, die Orte schaffen, wo sich junge Menschen begegnen können, wo sie gemeinsam wachsen, selbstbestimmt ihre Freizeit verbringen und sich einfach erholen oder sich außerhalb der Schule bilden können. Dabei ist es völlig egal, woher das Kind kommt, wer seine Eltern sind oder wie viel Geld eine Familie hat. Die Jugendleitercard – kurz: Juleica – ist der bundesweit einheitliche Ausweis für Ehrenamtliche in der Jugendarbeit. Sie dient der Legitimation und als Qualifikationsnachweis. Die Juleica hat sich im Freistaat Sachsen als ein wichtiges Instrument der Jugendarbeit, insbesondere mit der Beteiligung von ehrenamtlich tätigen jungen Menschen, etabliert. Juleica ist ein echtes Qualitätssiegel. Es ergibt sich daraus der Dreiklang von bundeseinheitlichen Mindeststandards sowie eigener Standardsetzungen der Länder und der Verbände. Viele junge Menschen durchlaufen Juleica-Schulungen; Zahlen wurden heute bereits genannt. Sie lernen dabei wichtige Kompetenzen für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und darüber hinaus. Sie führen anschließend Freizeit- und Bildungsmaßnahmen durch und organisieren spannende kinder- bzw. jugendgerechte Gruppenstunden oder Projekte. Für Inhaberinnen und Inhaber der Juleica gibt es regionale und bundesweite Vorteile, beispielsweise die Tagestickets – sie wurden bereits genannt – beim Klettern oder auch bei Nachhilfestunden. Besonders attraktiv finde ich, dass die Mitgliedschaft im Deutschen Jugendherbergswerk mit Juleica beitragsfrei ist. Zudem geben einige IT-Firmen Rabatte beim Kauf von Technik. Durch die aktuelle Corona-Situation wird den Jugendleiterinnen und Jugendleitern viel abverlangt, ob es die Ausbildung oder die praktische Arbeit betrifft. Ich habe es vorhin bereits gesagt: Sie haben ihre Arbeit während Corona nicht einfach niedergelegt, sondern sie haben per Telefon, per Skype mit den unterschiedlichen Medien gearbeitet, um die Jugendlichen nicht alleinzulassen. Die Regeln der Jugendleitercard wurden im Rahmen der Corona-Einschränkungen angepasst, um die Ausbildung trotz aller Hürden weiter zu ermöglichen. Viele junge Menschen schauen nach vorn und halten durch. Ich hoffe, dass möglichst viele von ihnen bis zum Ende der Corona-Zeit dabei sein werden. Damit junge Menschen auch weiterhin ermutigt werden, sich sozial zu engagieren, und der Kinder- und Jugendhilfe treu bleiben, sollten wir die Träger der Maßnahmen noch attraktiver ausgestalten. Die Juleica – auch das wurde heute schon gesagt – wurde zuletzt im Jahr 2009 überarbeitet. In zwölf Jahren hat sich einiges geändert. Im Jahr 2017 initiierte der Deutsche Bundesjugendring e. V. Prozesse zur Überarbeitung der Juleica. Im Zentrum stehen das Antragssystem, die Qualitätskriterien sowie die Öffentlichkeitsarbeit. Voraussichtlich im August dieses Jahres wird es die Ergebnisse geben. Man kann heute schon sagen, dass das Antragsverfahren – auch das wurde heute schon im Wesentlichen genannt – vereinfacht und verbessert werden soll. Dazu werden Mindeststandards, zum Beispiel bei Themen wie Medien oder Kindeswohl, einfach angepasst. In Sachsen organisiert der Kinder- und Jugendring die Juleica. Als Zentralstelle berät und unterstützt er in Fragen der Ausbildung, Beantragung und beim Einsatz der Juleica alle Beteiligten. Auf der Ebene der obersten Landes- und Jugendfamilienbehörden sind der Bund und die Länder dazu aufgerufen, einige Veränderungsbedarfe bei der Juleica zu identifizieren und einzubringen, um erneut eine Vereinfachung der Juleica beschließen zu können. Mit einer länderoffenen Arbeitsgruppe soll die Weiterentwicklung der Juleica unterstützt und begleitet werden. Spätestens zur Jugend- und Familienministerkonferenz nächstes Jahr soll daraus ein Beschlussvorschlag zur Novellierung der Vereinbarung der obersten Landesjugendbehörden zur Anwendung einer Card für Jugendleiterinnen und Jugendleiter entstehen. Auch in Sachsen hat sich die Koalition bereits Ziele für die Juleica für die Legislaturperiode gesetzt. Tagesordnungspunkt Der sächsischen Wirtschaft klare klare Öffnungs- und Drucksache 7/6051, Antrag der Fraktion Hierzu können die Fraktionen Stellung nehmen. Die AfD beginnt, danach folgen CDU, LINKE, BÜNDNISGRÜNE, SPD und die Staatsregierung, wenn sie es wünscht. Herr Abg. Beger ich erteile Ihnen jetzt das Wort.
