Alexander Dierks
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Kolleginnen und Kollegen! Wir haben heute im Rahmen der zweiten Aktuellen Debatte schon über das Thema Kinder- und Jugenderholung diskutiert und einen Teil dieses Themenfeldes beleuchtet. Bei dem vorliegenden Prioritätenantrag der Koalitionsfraktionen geht es speziell um die Jugendleiterausbildung bzw. die Jugendleitercard. Die Jugendleitercard ist inzwischen seit über 20 Jahren ein Siegel für Qualität in der ehrenamtlichen Jugendleiterarbeit. Jährlich finden über 50 000 Ferienfreizeiten statt, die vor allen Dingen von ehrenamtlichen Trägern der Jugendleitercard verantwortet werden. Die Jugendleitercard steht für das große Engagement junger Menschen. Man kann die Jugendleitercard mit Vollendung des 16. Lebensjahres erwerben. Sie steht für das große Engagement junger Menschen für junge Menschen, für wichtige Maßnahmen im Bereich der Teilhabe und der Bildung für Jugendliche und für den Ansatz, dass junge Knete gekommen ist, sondern wir wollen das gleich für ganz Sachsen regeln. Denn: Was Sachsen-Anhalt kann, das können wir doch schon lange. – Immerhin: Es kostet auch nichts, sondern nur ein Lächeln und die Überweisung in den Ausschuss. Vielen Dank. (Beifall bei den LINKEN) Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois: Meine Damen und Herren! Das Präsidium schlägt Ihnen vor, den Entwurf Zweites Gesetz zur Änderung des Sächsischen Naturschutzgesetzes an den Ausschuss für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft zu überweisen. Wer dieser Überweisung seine Zustimmung geben möchte, den bitte ich um das Handzeichen. (André Barth, AfD: Herr Gebhardt, wir machen mit und freuen uns auf die Aussprache!) – Danke. Wer ist dagegen? – Wer enthält sich der Stimme? – Damit ist die Überweisung beschlossen und der Tagesordnungspunkt beendet. Wir kommen zu Jugendleiterausbildung erhöhen Prioritätenantrag der Fraktionen GRÜNEN und SPD Menschen in unserem Land sehr viel für ihre eigene Altersgruppe tun können. Ich möchte das einmal ein wenig plastisch darstellen: Um eine Jugendleitercard zu bekommen und die Jugendleiterausbildung in ihren Grundzügen zu absolvieren, sind 44 Ausbildungseinheiten à 45 Minuten notwendig. Das ist jetzt nicht irgendwie so ein Halbtageskurs, zu dem man kurz hingeht und dann bekommt man diese Karte, sondern es gehört schon ein hohes Maß an intrinsischer Motivation dazu, sich einer solchen Herausforderung zu stellen und sich vor allen Dingen auch dessen bewusst zu sein, welche Verantwortung dahintersteht. Am Ende ist es nicht damit getan, einen Kurs zu belegen und dieses Zertifikat zu erwerben, sondern es steht die ganz konkrete Herausforderung dahinter, Ferienfreizeiten zu gewährleisten und die Verantwortung für die Aufsicht, die Teilhabe und die Bildung junger Menschen zu übernehmen. Deshalb haben wir uns als Koalition in dieser Legislaturperiode, aber auch schon in vorherigen Legislaturperioden, dafür starkgemacht und es konkret in den Haushaltsplänen untersetzt, die Ausbildung zum Jugendleiter und den Erwerb einer Jugendleitercard einerseits attraktiver zu machen und andererseits natürlich auch die Zugangsvoraussetzungen für junge Menschen zu erleichtern. Die Ausbildung zum Jugendleiter ist inzwischen längst beitragsfrei. Wir haben uns mit dem gestern beschlossenen Doppelhaushalt noch einmal die Aufgabe gestellt, auch die Weiterbildungen im Rahmen der Jugendleitercard, die alle drei Jahre notwendig sind, entsprechend beitragsfrei zu stellen. Wir sind schon der Auffassung, dass allein die Zeit, die man sich nimmt, diese Freizeitaktivitäten, diese Workshops und diese Angebote zu machen, aller Ehren wert ist und dass es deshalb keine finanziellen Hürden geben darf, dieses Zertifikat, diesen Qualitätsnachweis zu erwerben und ihn dann auch auf Dauer zu halten. Wenn wir sehen, dass im Freistaat Sachsen jährlich circa 1 000 junge Menschen – mal sind es ein paar weniger, mal sind es ein paar mehr – die Jugendleitercard beantragen, dann kann man vielleicht ermessen, was an Angeboten alles nicht möglich wäre, wenn diese jungen Leute nicht die Motivation hätten zu sagen: Ich will gemeinsam mit und für andere junge Menschen etwas auf die Beine stellen. Insofern ist es aller Ehren wert und im Grunde auch ein sehr kleiner finanzieller Beitrag, der hier zu leisten ist, zum einen die Ausbildung zum Jugendleiter, aber auch den Erwerb der Jugendleitercard kostenfrei zu gewährleisten. Wir reden sehr oft über das Ehrenamt. Wir sagen immer, das Ehrenamt sei unbezahlbar. Aber ich glaube, allein an der Zahl von circa 1 000 jungen Menschen, die in Sachsen jedes Jahr diese Jugendleitercard erwerben, und vor dem Hintergrund von 100 000 Trägern in ganz Deutschland und von 50 000 Ferienfreizeiten und weiteren Seminaren und Gruppenangeboten wird deutlich, was den Wert von Ehrenamt an diesem kleinen plastischen Beispiel deutlich macht. Es wird vor allem auch deutlich, dass junge Menschen im Freistaat Sachsen, aber auch in ganz Deutschland sehr wohl bereit sind, Verantwortung für unser Gemeinwesen zu übernehmen sowie niedrigschwellige Angebote für sich und Gleichaltrige zu machen. Insofern würde ich mich sehr freuen, wenn Sie dem Antrag der Koalitionsfraktionen Ihre Zustimmung geben würden. Vielleicht hatte Herr Kuppi, der, glaube ich, momentan nicht im Saal ist, auch die Gelegenheit, sein Verhältnis zur Kinder- und Jugenderholung noch einmal kritisch zu reflektieren. Ausreichend Anlass, sich zu überprüfen, hätte er in der letzten Stunde mit Sicherheit gehabt. Herzlichen Dank. (Beifall bei der CDU und der SPD –
