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Petra Köpping

21.05.2021 Sitzungen 7/31

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Auch ich möchte mich ganz herzlich für diese wirklich sehr angeregte und sehr emotionale Debatte bedanken, wobei ich gleich vorwegschicken möchte, dass wir keinen Bereich der Jugendarbeit vernachlässigen oder nicht im Blick haben, sondern dass es heute um einen ganz speziellen Bereich, nämlich um den Sommer, ging. Deshalb möchte ich, obwohl es alle schon erwähnt haben, auch noch mal ausdrücklich sagen: Unsere Kinder und Jugendlichen, bei denen plötzlich der ganz normale Alltag weg war, plötzlich alles umgeschmissen wurde und kaum noch etwas alltäglich war: Diese Zeit haben sie wirklich fantastisch gemeistert. Sie haben Verantwortung mitgetragen, sie haben selbst zu Hause gelernt und sich unterrichtet und oft – auch das wurde heute schon einmal gesagt – zum Teil auch Geschwister betreut und unterrichtet. Man muss wirklich sagen: Sie haben neben der Tatsache, ihre Eltern unterstützt zu haben, selbst gelernt und sind auch dabei gewachsen. Da bin ich total bei Frank Richter: Für die Kinder war es eine Schule, wie man sozial miteinander umgeht und dass man Verantwortung schon in jungen Jahren für andere übernimmt. Dafür wirklich ein großes Dankeschön an unsere Kinder und Jugendlichen. (Beifall bei der SPD und der CDU) Allerdings – und das muss man ganz deutlich sagen – ist der Einschnitt 2020 und 2021 ein großer gewesen. Gerade, wenn wir als Erwachsene sagen, das verschieben wir auf nächstes Jahr – bei Kindern und Jugendlichen ist es so ohne Weiteres nicht möglich, einfach etwas zu verschieben. Wenn man sich zum Beispiel auf den Abschlussball oder auf die Jugendweihe-Rede oder was auch immer gefreut hat und man nicht im gewohnten oder vielleicht in dem Maße feiern kann, wie man sich darauf gefreut hat, dann ist das ein Einschnitt, den Jugendliche ein Leben lang nicht vergessen werden. Insofern ist es ganz wichtig, sich bewusst zu machen, dass man Dinge wie Jugendweihefeiern oder auch das alljährliche Dorffest, wo man vielleicht Freundschaften geschlossen hat, worauf man sich gefreut hat, nicht durchführen konnte. Kinder und Enkelkinder mussten ihre Zeit ganz anders verbringen als ihre Generationen zuvor, und sie sind diejenigen, die die Dinge einfach anders machen mussten – und sie haben es getan. Bei allem, was heute vorgetragen und von Kindern und Jugendlichen zitiert worden ist, die selbstverständlich ein Defizit in ihrem Alltagsleben gespürt haben: Sie haben dennoch diese Zeit hervorragend gemeistert, und man kann wirklich sagen, dass wir stolz auf die jungen Menschen sind, wie sie das in Sachsen gemacht, wie sie das in dieser Zeit geleistet haben und übrigens immer noch leisten. Das vergangene Jahr war eine Strapaze für Familien, für Jugendliche, für Kinder. Einsamkeit wurde auch für Kinder ein Problem, und dabei ist ganz klar, dass Familien, die in schwieriger finanzieller Lage sind, das doppelt und dreifach gespürt haben. Psychische Auffälligkeiten – auch das muss man konstatieren – treten bei jedem Kind zwischen elf und 17 Jahren wegen Corona auf, und dazu kommen sehr viele Geldsorgen. Kinder sollen gleiche Chancen im Leben haben. Das ist unser Anspruch, den wir haben, und dieses „gleiche Chancen im Leben haben“ müssen wir jetzt durch die Programme, durch die Aktionsprogramme, die angeboten werden, selbstverständlich nach Corona für Kinder und Jugendliche aufholen, ausfüllen und anbieten. Auch wenn das Bildungsangebot wichtig ist, so ist es trotzdem wichtig, dass sich Kinder und Jugendliche erholen können, dass sie eine Pause bekommen, dass sie endlich wieder Kind sein können. Bei aller Verantwortung, die sehr ehrenwert und sehr toll war, ist es wichtig, dass sie Kind sein können. Angebote der Kinder- und Jugenderholung können selbstverständlich helfen, diese negativen Folgen ein Stück weit zu verarbeiten. Ich will aber nicht unerwähnt lassen, dass wir schon im vergangenen Jahr, im Jahr 2020, eines der ersten Bundesländer waren, die wirklich so früh wie irgend möglich Angebote für Kinder und Jugendliche in allen Bereichen wieder möglich gemacht haben. Auch an der Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an alle unsere Träger, die dafür gesorgt haben – und ich habe oft mit ihnen zusammengesessen –, dass tolle Hygienekonzepte erarbeitet worden sind, dass Kinder und Jugendliche schon im letzten Jahr in die Ferienfreizeit fahren konnten, und das wird auch dieses Jahr so sein. Ich bin davon überzeugt, dass man sich anstrengt, dass man die Möglichkeiten nutzt, um diese Angebote möglich zu machen. Deshalb auch dafür einmal ein ganz herzliches Dankeschön an all unsere Träger, (Beifall bei der SPD, der CDU und der Staatsregierung) die auch während dieser Zeit telefonisch, per Internet, mit allen Möglichkeiten, die sie hatten, Kontakt zu ihren Kindern und Jugendlichen hatten, sodass der Kontakt dort selbstverständlich nicht abgebrochen ist, wie das heute teilweise suggeriert wird. Ich will noch auf einen Punkt eingehen, der die Zukunft betrifft. Das sind die Impfangebote für Kinder und Jugendliche, wo die EMA an der Genehmigung sitzt und wir selbstverständlich, Frau Kuhfuß, in Sachsen daran arbeiten, dass wir ein Programm auflegen, wie eine Impfmöglichkeit, ein Impfangebot – auch das will ich noch einmal deutlich sagen –, für die 12- bis 16-Jährigen gemacht werden kann, einerseits selbstverständlich bei Kinder- und Hausärzten, andererseits durch gesonderte, gezielte Aktionen in den Impfzentren, wo selbstverständlich auch Eltern dabei sein können, sodass wir also über die Sommerferien ein Angebot machen, sobald die Möglichkeiten dafür da sind. Ich habe mich bei der letzten Jugend- und Familienministerkonferenz Anfang Mai dafür starkgemacht, dass die Angebote, die wir durch die Programme „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“ zur Verfügung stellen, tatsächlich finanziell untersetzt werden. Wir wissen jetzt, Dritte Aktuelle Eine neue selbstbewusste Bewegung Gewerkschaften erkämpfen bessere Arbeitsbedingungen Antrag der Wir beginnen mit der Aktuellen Debatte, und als Antragstellerin hat zunächst die SPD-Fraktion das Wort, und das Wort ergreift jetzt Herr Kollege Homann.

Protokoll ↗