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Kathleen Kuhfuß

GRÜNE 21.05.2021 Sitzungen 7/31

Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Bevor ich etwas zum Thema Impfen sage, muss ich doch etwas in Richtung Dr. Weigand sagen: Das, was Sie uns hier erzählt haben, macht sehr transparent, was diese Landesregierung, was wir gemeinsam gerade erleben. Wir versuchen uns seit 14 Monaten einen abzustrampeln, um mit dieser Katastrophe von Pandemie klarzukommen, und Sie sitzen in Ihrem Ortsverein ohne Maske, ohne Abstand und erzählen, Impfen sei scheiße. (Beifall bei den BÜNDNISGRÜNEN und der SPD) Weiter muss man dazu nichts sagen. Ich rede jetzt über das Impfen. Kinder und Jugendliche haben laut UN-Kinderrechtskonvention ein Recht auf das Höchstmaß an Gesundheit. Das Höchstmaß an Gesundheit, das wir Kindern und Jugendlichen jetzt – wahrscheinlich bald nach Freigabe der EMA – zur Verfügung stellen können, ist, ein Impfangebot zu machen. Ich rede von einem Angebot. Ich würde es gern noch einmal deutlich sagen. Ich rede nicht davon, dass wir mit einer Spritze durch Ihr Dorf rennen und alle zwangsimpfen, auf dass sie einen Chip haben, sondern von einem Angebot. Was brauchen wir für diese Impfstrategie? (Zuruf) Wir brauchen Kinder- und Jugendärzte, die sich gut eingebunden fühlen, weil das diejenigen sind, die die Gespräche mit Eltern und Kindern führen können. Wir brauchen dort, wo wir wissen, dass die kinderärztliche Versorgung nicht gut ist, kluge und durchdachte Angebote, wie wir mit den mobilen Impfangeboten an akzeptierten Orten, wie dem Gemeindezentrum oder dem Mehrgenerationenhaus, den Eltern und den Kindern ein Impfangebot machen können. Wir brauchen Impfzentren, die sich der Zielgruppe Kinder und begleitende Eltern öffnen. Es ist etwas völlig anderes, ob zwei souveräne Erwachsene kommen oder ein aufgeregtes Elternpaar mit seinen 13- und 14-jährigen Kindern. Wir müssen dringend darüber nachdenken, ob wir Kinder und Jugendliche, Auszubildende und Studierende priorisieren können, weil – ich hatte das in meinem ersten Beitrag schon gesagt – diese Lebensphasen eine besondere Bedeutung haben und wir die Zeit, die wir Kindern und Jugendlichen in Kita, Schule oder Ausbildung nicht gönnen können, eine besondere Zeit ist. Wir brauchen weiterhin eine zielgruppenspezifische Aufklärungskampagne. Informationen und Aufklärung zum Gesundheitsschutz sind wichtig. Das sind unsere Maßnahmen – statt Zwangsimpfungen, von denen Sie immer reden. Wir brauchen noch etwas: Wir müssen auf allen Kanälen dafür werben, dass in der Priorität 3 alle, die in der Jugendhilfe arbeiten und die mit Bildung im Zusammenhang sind, jetzt geimpft werden können. (Beifall bei den BÜNDNISGRÜNEN) Sie sind unser Sicherheitskokon, in dem Kinder und Jugendliche nicht nur in der Jugendarbeit, im Ferienlager, sondern auch in Schule und Kita bald sein sollen. Diesen Menschen, die häufig noch nicht so gut informiert sind, zu sagen, ihr seid jetzt dran, es geht los, ist etwas, das wir jetzt tun können. Vielen Dank dafür, dass es eine angeregte Debatte gab, und ja, ich finde, Jugendarbeit ist Leidenschaft. (Beifall bei den BÜNDNISGRÜNEN, der CDU, den LINKEN, der SPD und der Staatsregierung)

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