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Ines Saborowski

CDU 21.05.2021 Sitzungen 7/31

Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Im umfangreichen Werk von Albert Schweitzer finden sich auch heute noch viele anregende Gedanken und Ansprüche, unter anderem zur Ethik, zum Leben, zu Tieren und auch zum Tierschutz, wie das Zitat des ersten Teils des Titels der Aktuellen Debatte: „Tierschutz ist Erziehung zur Menschlichkeit“. Vorab aber erst einmal eine schöne Information – manchmal passt das Thema einer schon lange beantragten Aktuellen Debatte wie die Faust aufs Auge –: Es kam heute in den Nachrichten, in der „Freien Presse“ war eine für mich sehr schöne Nachricht zu lesen, dass das Kükentöten ab 2022 verboten ist. (Beifall bei allen Fraktionen) Viele Sachsen und nicht nur die fühlen sich in der CoronaPandemie einsam. Freizeit- und Kultureinrichtungen sind wegen der coronabedingten Einschränkungen geschlossen. Auch Kurzarbeit und Homeoffice befördern den Wunsch, einem Vierbeiner ein neues Zuhause zu geben. Manchmal wird auch einfach dem Quengeln der Kinder nach einem Haustier nachgegeben. Der kürzeste Weg führt sie dann meist zum nächstgelegenen Tierheim, und wo sonst munteres Treiben herrscht, ist es heute doch deutlich stiller geworden. Der Grund ist eigentlich erfreulich: Die Sachsen adoptieren mehr Tiere. Am liebsten sind dabei Katzen, aber auch die Anzahl der Hunde, die ein neues Herrchen suchen, ist deutlich zurückgegangen. Die Gründe sind klar, wir haben es schon gehört. Die Leute, ob Familie oder Single, haben durch den Lockdown mehr Zeit und erfüllen sich einen langgehegten Wunsch nach einem Haustier. Das bestätigt die Tierschutzorganisation TASSO, Europas größtes Haustierregister. Sie beschreiben, dass im Juni 2020 fast 40 000 Hunde neu registriert wurden. Das waren 25 % mehr als in dem Jahr davor. Auch Händler haben gemeldet, dass verstärkt Tiersortiment wie Aquarien, Gehege und Spielzeug für die Tiere über die Ladentische gegangen ist. Gerade diese Informationen machen nicht nur mir Bauchschmerzen. Ich befürchte, dass es nach der Corona-Pandemie zu einer Rückgabewelle kommen könnte. Es wäre dasselbe Phänomen, das jedes Jahr nach Weihnachten zu beobachten ist. Hunde, Katzen, Kaninchen, Vögel sind keine Spielzeuge, sondern auch nach dem Ende der Pandemie auf die Fürsorge ihrer Halter angewiesen. (Beifall des Abg. Marko Schiemann, CDU) Zwar erleichtern Kurzarbeit und Homeoffice die Tierhaltung, es ist aber davon auszugehen, dass, wenn sich die Lebensbedingungen vieler Menschen wieder ändern, wenn Corona ausgestanden ist – – Deshalb sollten sich die Menschen im Vorfeld fragen, ob ein Tier zum Lebensstil passt, vor allem, wenn der alte Arbeitsrhythmus wieder aufgenommen wird, man tagsüber nicht mehr zu Hause ist oder wieder öfter auf Reisen geht. Künftige Halter müssen sich auch darüber im Klaren sein, dass immense Arztkosten auf sie zukommen können. Weitere Probleme sind zum Beispiel, dass es im Moment keine Hunde- und Welpenschulen gibt. Ein Hund muss erzogen werden, und da ist meist Hilfe angebracht. Werden dann unerzogene Tiere wieder abgegeben, muss zuerst das Verhalten wieder trainiert werden, um sie vermitteln zu können. Aber nicht nur Tierheime, auch Züchter sind förmlich ausgebucht. Die Krise löst einen regelrechten Haustierboom aus. Hundewelpen sind gefragt wie nie zuvor. Doch die hohe Nachfrage hat auch Schattenseiten. So gibt es immer wieder illegale Tiertransporte, die bei zufälligen Verkehrskontrollen entdeckt werden. Die Welpen kommen oft aus osteuropäischen Staaten, werden unter schlechten Bedingungen und ohne Schutzimpfung nach Deutschland gebracht. Gerade Trendhunderassen wie Labrador, Mops oder Golden Retriever werden für viel Geld angeboten. Kauft man diese Welpen, unterstützt man womöglich Züchter, die Tiere unter bedenklichen Bedingungen aufwachsen lassen. Die Tiere stammen oft aus Massenvermehrungen, sind häufig krank und geben Gendefekte weiter. Häufig werden sie sehr zeitig von den Müttern getrennt, und auf sogenannten Welpenfarmen in Osteuropa werden die Muttertiere wie Gebärmaschinen behandelt. Je mehr man diese Tiere kauft, desto stärker wird wiederum dieser zweifelhafte Handel angekurbelt. Woran lässt sich illegaler Welpenhandel erkennen? Es erfolgt die direkte Lieferung nach Hause, oder die Übergabe erfolgt an einem öffentlichen Ort. Die Anbieter treten unter Verwendung eines Pseudonyms auf. Die Welpen sind sehr jung, können kaum laufen oder die Augen öffnen. Der Gesundheitszustand ist im Allgemeinen sehr schlecht. Das Tier ist schwach, lahmt oder leidet unter Ausfluss aus Augen und Nase.

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