Sabine Friedel
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte auf ein, zwei Punkte eingehen. Das zum Schluss gemachte Angebot müssen wir erst in unserer Fraktion beraten und werden morgen darüber befinden. (Zuruf von den LINKEN: Mit einer Auszeit?) Ich komme nun zu zwei Punkten, die Herr Weigand angesprochen hat. Sie haben gesagt, der Antrag ist vernünftig. Vieles von dem, was drinsteht, tragen Sie mit. Einen Punkt können Sie nicht mittragen, nämlich die indirekte Quote für Personengruppen. Das sei politisch betriebene Umstrukturierung, die nur als Futter für Identitätspolitik diene. Noch einmal zur Erläuterung: Warum halten wir es für vernünftig, dass es neben Erzieherinnen auch Erzieher in der Kita gibt? Weil Männer in der Regel eine andere Perspektive in so ein Team einbringen, als Frauen das tun. Aus dem gleichen Grund ist es auch sehr wertvoll, in einer Schule nicht nur Lehrerinnen, sondern auch Lehrer zu haben oder auch in einer Landtagsfraktion nicht nur Männer, sondern auch Frauen. Diese Vielfalt der Perspektiven führt dazu, dass Jungen und Mädchen in den Gruppen der Kindertagestätten unterschiedliche Bezugspersonen haben, die sie auch von zu Hause aus kennen. Das ist doch das AfD-Familienbild, dass Männer – habe ich mir das aufgeschrieben? –, (Dr. Rolf Weigand, AfD: Jetzt kommt’s!) dass die naturgegebenen Unterschiede zwischen den Geschlechtern im Familienbild nicht ignoriert werden dürfen und deswegen Männer genauso gut zu einer Familie gehören und die Alleinerziehenden gar keine richtige Familie sind. Nachzulesen auf Ihrem Flyer. (Dr. Rolf Weigand, AfD: Das stimmt nicht!) Wenn Sie das glauben, dann wäre es doch wirklich auch nachvollziehbar und sinnvoll, wenn Sie sagen würden, Erzieher in Kindertagesstätten zu fördern wäre eine gute Sache. (Dr. Rolf Weigand, AfD: Sie können sich im Grunde frei entscheiden!) Zum Thema Vielfalt auch kurz der Hinweis: 25 % aller Menschen in Deutschland haben einen Migrationshintergrund, ein Drittel aus EU-Staaten, ein Drittel mit Vorfahren aus anderen europäischen Ländern, ein Drittel aus aller Welt. Das gilt auch für Kinder. Es ist gut, wenn in der Kinderbetreuung Kinder einen Bezugspunkt finden, mit dem sie sich verbunden fühlen können. Zu Frau Tändler-Walenta: Die anständige finanzielle Perspektive muss auch nach der Ausbildung vorhanden sein. Sie kennen das alte Thema. Wenn wir aus dem Erzieherberuf eine duale Ausbildung machen, dann rutschen wir vom DQR 6 hinunter in eine niedrigere Qualifikation. Das hat zur Folge, dass Kita-Erzieherinnen und -Erzieher wieder schlechter bezahlt werden würden. Das können auch Sie nicht wollen, das will die Koalition nicht. Deshalb gehen wir den Weg über die berufsbegleitende Ausbildung. Dabei haben Sie die Vergütung für all jene, die den Erzieherberuf ergreifen. Deshalb ist auch dieser Schritt mit der Anerkennung der Praxisanleitung so wichtig. Vielen Dank. (Beifall bei der SPD, der CDU, den BÜNDNISGRÜNEN und der Staatsregierung) Dritte Vizepräsidentin Luise Neuhaus-Wartenberg: Wir hörten Sabine Friedel für die SPD-Fraktion. Gibt es weiteren Redebedarf? – Den sehe ich nicht. Dann bitte ich Herrn Staatsminister Piwarz um das Wort.
