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Dr. Rolf Weigand

AfD 18.05.2021 Sitzungen 7/29

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ja, das letzte Jahr hat uns deutlich gemacht, wo es bei den Kitas super läuft und wo es noch brennt, und Sie kennen unsere Kritik. Ich möchte nicht mehr auf alles eingehen. Wir sehen die generelle Schließung der Kindertageseinrichtungen genauso wie die Nichtinanspruchnahme der Notbetreuung durch Alleinerziehende kritisch. Was aber gut geklappt hat, ist, dass viele Kindertageseinrichtungen sehr flexibel reagiert und schnelle Anpassungen vorgenommen haben, dass die Erzieher alles gegeben haben, um unter diesen Bedingungen den Kindern einen normalen Alltag zu ermöglichen. Gebrannt hat es – und das haben die Damen in der Vorrunde schon gesagt – beim Personal. Dort, wo feste Gruppen gebildet wurden, war klar: Der Personalmangel schlägt sich auch auf die Öffnungszeiten nieder. Die Altersstruktur fällt uns auf die Füße. Wir hatten bei vielen Erziehern Angst, weil sie der Risikogruppe angehören. 10 % der Erzieher im ländlichen Raum sind über 60 Jahre alt. Sie haben es gesagt, Frau Firmenich, die Pilotphase des Bundesprogrammes lief von 2013 bis 2016. Der Abschlussbericht liegt seit 2017 vor, also seit vier Jahren. Sie wollen jetzt von der Staatsregierung im Punkt I wissen, wie viele Kitas daran teilgenommen haben. Das haben Sie sich alles gerade selbst beantwortet: 28 Kitas. Eigentlich ist somit Ihr Punkt I, Berichtsteil, obsolet. Das hätten Sie auch dem Abschlussbericht von 2017 entnehmen können. Da ist ein bisschen Schaufensterpolitik dabei. Aber schauen wir noch einmal genau hinein. Es gab drei inhaltliche Schwerpunkte. Erstens. Qualifizierung im Bereich der Praxisanleitung. Zweitens. Verstärkung der Kooperation der Lernorte. 92 % der Kitas haben an beidem teilgenommen. Der dritte Punkt, die Erschließung unterrepräsentierter Personengruppen, das war nur für 8 % Kitas interessant. Das greift aber Ihr Antrag besonders mit auf. Die generelle Stärkung der Kitas als praktische Ausbildungsorte unterstützen wir, genauso wie die bessere Kooperation zwischen Fachschule und Kitas. Was wir sehr kritisch sehen, ist eine indirekte Quote für Personengruppen, also für Männer, für Migranten, für Akademiker. Das lehnen wir als AfD-Fraktion entschieden ab. Wieso wollen Sie mehr Männer als Erzieher gewinnen? Um Vorurteile der Stereotypen auszuräumen? Bei uns in der Kita sind auch Erzieher tätig. Sie machen eine ganz tolle Arbeit. Ich würde nie auf den Gedanken kommen, dass wir eine spezielle Quote brauchen, damit drei oder vier Männer dabei sind. Es geht doch darum, dass die Personen, die sich um die Kinder kümmern, ob das eine Frau oder ein Mann ist, pädagogisch geeignet sind. Wenn Sie sich die Sinus-Jugendbefragung von 2020 anschauen, so sehen auch die Jugendlichen keine Vorurteile gegenüber Erziehern, egal aus welchem Geschlecht sie kommen. 84 % haben da keine Vorteile. Insgesamt begrüßen wir als AfD-Fraktion jede Verbesserung der Ausbildungsqualität. Zum Personalmangel, wie wir mehr junge Menschen in den ländlichen Raum bekommen, werden wir in den Haushaltsverhandlungen Vorschläge unterbreiten; auch eine Absenkung des Betreuungsschlüssels ist für uns perspektivisch dabei. Dafür brauchen wir natürlich mehr Personal. Was wir jedoch nicht wollen, ist eine politisch betriebene Umstrukturierung, die nicht im Interesse der Kinder ist, sondern nur als Futter für die aktuelle Diversitätsströmung dient. Das lehnen wir entschieden ab. Vielen Dank. (Beifall bei der AfD) Dritte Vizepräsidentin Luise Neuhaus-Wartenberg: Das war Herr Dr. Weigand für die AfD-Fraktion. Für die Fraktion DIE LINKE jetzt bitte Frau Tändler-Walenta.

Alle Reden von Dr. Rolf Weigand Protokoll ↗