Tobias Keller
Sehr geehrter Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Unser Antrag zum Erhalt der Eisenbahnstrecke Eilenburg – Wittenberg, auch Heidebahn Bad Düben genannt, ist ein wichtiger Baustein für die Mobilität im ländlichen Raum. Der Ausbau von Mobilität in Deutschland ist eines der großen Ziele, welches alle Parteien, trotz unterschiedlicher politischer Ausrichtung, in ihrem Programm geführt haben. Der Ausbau von Mobilität ist für viele Menschen, insbesondere im ländlichen Raum, nicht nur eine Frage der Steigerung ihrer Lebensqualität, sondern auch eine Entscheidungsfrage für den Ort des Lebensmittelpunktes. Unser gemeinsames Ziel ist es, bestehende Bahnstrecken zu erhalten und, wenn möglich, abgestellte Bahnstrecken zu reaktivieren. Ich nenne hier nur vier Bereiche, in denen uns die Heidebahn Vorteile bringen würde: erstens der Tourismus, zweitens die Kultur, drittens Arbeit und Wohnen und viertens die Umwelt. Oftmals scheitern diese Vorhaben an verschiedenen Hürden: zu große notwendige Investitionen, zu aufwendige Planungen, zu kleiner Nutzen. Jedoch gibt es Projekte, bei denen sich keinerlei dieser Hürden in den Weg stellen. Die Heidebahn ist genau eines dieser Projekte, meine Damen und Herren. Sie verbindet durch die Strecke zwischen Städten wie Eilenburg, Bad Düben und die Lutherstadt Wittenberg Sachsen und Sachsen-Anhalt, zwei Bundesländer, miteinander. Das Interesse an der Reaktivierung des Personenverkehrs in dieser Region ist groß. Neben einem Betreiber, der die Reaktivierung erhofft, sind das einige Bürgervereine, viele kleine Unternehmen – übrigens mehr als 20 –, die sich wirtschaftliche Stärkung erhoffen. So wäre erstens der Tourismus zu nennen, der zum Beispiel Städtern aus Leipzig eine schnelle Anbindung mit der umweltfreundlichen Bahn in das Naherholungsgebiet Dübener Heide ermöglichen würde. Bad Düben ist ein Eilenburg – Bad Düben – den Schienenpersonenverkehr Antrag der Fraktion AfD geschätzter Kurort mit dem deutschlandweit bekannten Heide-Spa, seiner Natur und den bereits gut ausgebauten Fahrrad- und Wanderwegen. Derzeit ist das beliebte Urlaubsziel nur mit Bus und Pkw zu erreichen. Zweitens Kultur: Kultur soll für den ländlichen Raum erlebbar gemacht werden. Eilenburger könnten die Lutherstadt Wittenberg erkunden. Bad Dübener könnten Kultur und Gastronomie in Leipzig erleben, ohne mit Autos oder Bussen die Verkehrswege zu verstopfen. Das Arbeiten und Wohnen, ein dritter Punkt, würde attraktiver im ländlichen Raum. Wohnen im Grünen und Arbeiten in der Stadt wäre möglich. Aufgrund der erleichterten Erreichbarkeit kann eine deutliche Verjüngung der Gemeinden in Nordsachsen stattfinden. Der ländliche Raum ist besonders für junge Familien attraktiv, die sich in den Gemeinden niederlassen und trotzdem ihrer Arbeit in der Stadt nachgehen können. Auch Kinder können mit dem Zug zur Schule fahren. Die zunehmende Verstädterung und die damit verbundenen Wachstumsprobleme, ich kenne das aus Leipzig, können gemindert werden. Wohnen im ländlichen Raum wird wieder attraktiver. Damit lohnt es sich wieder, Einzelhandel anzusiedeln und/oder wenigstens zu erhalten. Der Umwelt zuliebe, der Punkt 4, wäre ein Umsteigen von Straßen- auf Schienenverkehr wünschenswert. Nachhaltiger Verkehr – weg von der Straße sind übrigens nicht nur unsere Worte, sondern sie kommen meistens von den anderen Fraktionen –, organisiert auf der Schiene, führt zu weniger Abgasen und weniger Feinstaub. Straßenverkehrsprobleme, wie Überlastung, Straßenschäden und Staus sowie Unfallhäufigkeit durch Ein- und Auspendler, würden sich verringern. Deshalb werbe ich eindrücklich für unseren Antrag, der den Tourismus stärkt, die Kultur stärkt und die Umwelt stärkt. Ein Bekenntnis des Freistaates zur Zusammenarbeit mit unserem Nachbarland Sachsen-Anhalt kostet vorerst kein Geld, bringt aber einen enormen Wachstumsschub. Im Wochenspiegel Nummer 19 Jahrgang 2020 wurde bereits ein Frühjahrsgipfel zwischen Ministerpräsident Haseloff und Herrn Kretschmer angekündigt. Dieser Antrag unterstützt dieses Unterfangen. (Beifall bei der AfD) Zweiter Vizepräsident André Wendt: Für die AfD-Fraktion brachte Kollege Keller den Antrag ein. Nun übergebe ich an die CDU-Fraktion, an Herrn Kollegen Nowak. Bitte schön.
