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Sabine Friedel

SPD 18.05.2021 Sitzungen 7/29

In der letzten Sitzung haben Sie erzählt, es gebe genug Lehrer!) Und die Bildungsschere geht auseinander. Wir müssen natürlich darüber sprechen. Auf der einen Seite haben wir bildungsaffine Eltern. Wir haben in der Grundschule nur Mathe und Deutsch, Sachkunde fällt seit Wochen aus. Das versuchen wir, zu Hause ein bisschen nachzuholen. (Rico Gebhardt, DIE LINKE: An meiner Schule nicht! – Zuruf von der CDU: Bei uns auch nicht!) – Vielleicht bei Ihnen nicht, Herr Gebhardt, aber an anderen Schulen. Das ist natürlich sehr schulortabhängig. (Rico Gebhardt, DIE LINKE: Aha!) Ja, und deshalb: Was passiert, wenn der Schüler umzieht? Dann entscheiden sie sich, vom schönen Mittelsachsen mal rüber ins Erzgebirge zu ziehen oder ganz woandershin, und dann hat ein Schüler plötzlich ein halbes Jahr keinen Sachunterricht gehabt. (Rico Gebhardt, DIE LINKE: Sehen Sie, das ist genau Ihr Problem! Sie verallgemeinern immer!) – Herr Gebhardt, wir reden immer über Einzelfälle, wir wollen nicht pauschalisieren. Das haben Sie uns ja immer wieder gesagt; also müssen wir da auch ein wenig schauen. (Beifall bei der AfD) Es gibt die bildungsaffinen Elternhäuser, die sind hinterher und haben auch ihre Kinder zur Sommerschule geschickt. Die Eltern, denen das ohnehin scheißegal war – Entschuldigung! –, haben die Kinder nicht in die Sommerschule geschickt. Sie sitzen zu Hause. Darüber müssen wir nachdenken und Lösungen finden. So haben wir zum Beispiel einige positive Forderungen aufgestellt. (Zuruf des Abg. Sören Voigt, CDU) – Schön, dass Sie langsam wach werden! – Wir haben gesagt, wir brauchen verbindliche Vergleichsarbeiten ohne Noten, um zu wissen: Wo stehen die Schüler? Dazu hieß es: Nein, das können wir nicht machen, das geht alles nicht. Wir wollten den Lehrplan überarbeiten. Das wurde alles abgelehnt. Ja, dazu gehört Gemeinschaftskunde; damit werden wir morgen im Haushalt noch ein bisschen Spaß haben. Wir wollten die ganze politische Bildung, dieses ganze Netzwerk herausnehmen bzw. kürzen. Das haben Sie abgelehnt, und dann, Herr Piwarz, schreiben Sie den Schulleitern am 16. April, nachdem Sie unseren Antrag wieder abgelehnt haben: „Um sich ein Bild zu verschaffen, wo die Schüler, bezogen auf Lerninhalte, stehen,“ (Zuruf des Staatsminister Christian Piwarz) – das ist Ihr Schreiben, aus dem ich zitiere – „ist die Bestimmung der individuellen Lehrausgangslagen unabdingbar.“ Wie bekomme ich denn heraus, wo der Schüler steht, wenn ich es nicht abfrage? Oder: „Deshalb werden wir Lehrplananpassungen als erforderlich ansehen.“ Dazu kann man nur sagen, meine Damen und Herren: AfD wirkt. (Beifall bei der AfD – Gelächter bei der CDU) Sie haben vorhin gesagt, wir wüssten wohl nicht, wie groß der Abstand der Schüler ist. Wir hatten ja schon letztes Jahr eine Schulschließung. Das waren ungefähr zwölf Wochen, also 30 % eines Schuljahres. Zwölf von 41 Wochen sind ausgefallen. Wir hatten hier eine Anhörung im November mit Sachverständigen, und die Regierungskoalition wollte sich für ihre tolle Corona-Politik im Bildungsbereich feiern lassen. Eine Oberschullehrerin saß hier und hat gesagt: Wir haben jetzt, im November, die Defizite aufgeholt. – Jetzt, im November, die Defizite. Wenn Sie die Schulschließungen dieses Jahr hochrechnen, dann sind wir wieder bei 30 %. Wir werden also wieder fast ein halbes Jahr brauchen, um das aufzuholen. Gerade für die jungen Schüler, die letztes Jahr in der 5. Klasse waren und jetzt in der 6. Klasse sind und sich sowieso neu orientieren müssen, müssen wir uns Gedanken machen. Dafür gibt es interessante Vorschläge – um auch mit etwas Positivem herauszugehen – zum Beispiel vom Landeselternrat, was von verschiedenen Kreiselternräten unterstützt wird. Einige Bildungspolitiker hatten ja Kontakt mit ihnen. Sie sagen: Okay, wir machen die Abschlussklassen fertig, die Vorabschlussklassen rücken nach und dann frieren wir die 5. bis 8. Klasse ein. Das heißt, im Jahr 2023 bzw. etwas später wird uns ein Jahrgang fehlen und dann kommt irgendwann ein doppelter Jahrgang. Das Gespräch sollten wir einmal suchen. Dort sollte jemand aus dem Kultusministerium dabei sein, Vertreter aus der Wirtschaft, Landes- und Kreiselternräte und vielleicht aus jeder Fraktion ein Vertreter. Dann bekommen wir die Emotionen wieder ein bisschen runter und durchdenken, ob wir das hinbekommen oder individuell für jeden einzelnen Schüler ein freiwilliges Wiederholen ermöglichen. Ich denke, dass sehr viele Eltern davon Gebrauch machen und sagen werden: Nach einem Jahr sind so viele Defizite entstanden. Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois: Kommen Sie bitte zum Ende.

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