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Jan-Oliver Zwerg

AfD 18.05.2021 Sitzungen 7/29

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kollegen! Ich habe mich auf diese Debatte gefreut – endlich mal ein Sachthema, das Spaß macht. Kurz zum Wasserstoff: Das ist natürlich keine Primärenergie. Wasserstoff muss, genau wie Strom und Wärme, erzeugt werden. Wir haben einen hohen Energieeinsatz festzustellen. Wasserstoff als Energieträger für die verschiedensten Anwendungen zu erforschen hat durchaus Sinn, wenn man die Verknappung bestimmter Rohstoffe auf der Erde betrachtet. Dazu zählen übrigens auch die Rohstoffe, die wir für die Lithiumbatterien brauchen. Wasserstoff hat eine hohe gewichtsspezifische Energiedichte, aber auch eine geringe volumetrische Speicherfähigkeit. Vom Verfahren her wird das im Moment auch technisch durch Dampfreformierung aus Erdgas realisiert. Die Elektrolyse spielt immer mehr eine Rolle. Zukünftig werden wir mehr in der Hochtemperaturelektrolyse bei 700 bis 1 000 Grad Celsius Prozesswärme Wasserstoff herstellen, vielleicht auch in Kombination von Keramikelektrolyt und Wasserdampf, was einen deutlich geringeren Stromverbrauch zur Folge hat. Statt Wasserstoff aus den Stromüberschüssen der Windräder und Fotovoltaik-Anlagen herzustellen, wofür wir ganz Sachsen damit zupflastern müssten, ließe sich das wesentlich günstiger mit Kernkraftwerken realisieren. (Beifall bei der AfD – Widerspruch bei den LINKEN und der SPD) Frankreich geht dort nach vorn. Dann kämen auch beide Verfahren, die ich vorhin genannt habe, zur Anwendung. Im Allgemeinen wird aktuell Wasserstoff in der chemischen Industrie angewandt. Mittelfristig ist das Thema Kraftstoffe natürlich dennoch interessant und natürlich auch für den Wärmemarkt, Thema: Wärmebereitstellung. Langfristig geht es in Deutschland vor allen Dingen um Stromspeicherung – wir sehen das etwas anders, aber ich will es erwähnt haben –, um die teilweise Verlagerung des Energietransports vom Stromnetz auf das Gasnetz, indem man mehr Wasserstoff beimischt. Dann geht es hauptsächlich um den Wärmemarkt, also um das Thema Brennstoffzellen und Heizung. Davon haben wir als Unternehmen übrigens schon drei gebaut. Momentan ist das unter dem Strich unbezahlbar, aber der Bauherr wollte es. Negative Fakten gibt es natürlich auch: Steigerung des Stromverbrauchs gegenüber direkter Stromnutzung. Dann haben wir die Umwandlungsverluste bei der Elektrolyse. Das wird auch immer besser, ich weiß. Aber im Moment ist es noch nicht so, dass man damit zufrieden sein könnte. Es ist logisch, dass direkt nach seiner Erzeugung genutzter Strom der preiswerteste Strom ist. Zum Mobilitätssektor – da sind wir ja jetzt, der Kollege hat es schon gesagt –: Getankt wird in etwa mit 350 bar. Die Nutzfahrzeuge können momentan etwa 8 bis 16 Kilo auftanken. Für den Nutzlastverkehr ist das in Ordnung, denn die Eigenschaft der Brennstoffzelle ist derart, dass sie bei höheren Lasten wesentlich besser funktioniert als wenn wir mit einer Batterie arbeiten würden. Die Reichweiten sind dementsprechend auch größer. Es gibt auch ein paar Nachteile. Daran wird gearbeitet, auch das muss man immer wieder sagen. Wir sind technologieoffen, wir stehen all diesen neuen Dingen – obwohl es die Brennstoffzelle schon seit Ewigkeiten gibt – sehr positiv gegenüber und schauen, was dabei herauskommt. Am Ende muss es bezahlbar sein. Ja, es gibt momentan noch ein kleines Problem bei der Kühlung der Brennstoffzelle, gerade im Schwerlastbereich. Das muss noch gelöst werden. Es gibt momentan auch noch keine Nachweise darüber, wie sich die Betriebsstunden für so ein Aggregat unter dieser Belastung darstellen. Wie Sie vielleicht wissen, ist das beim Diesel etwas anderes. Deshalb wird es auch noch eine ganze Weile so sein, dass wir mit Dieselfahrzeugen unterwegs sind. (Beifall bei der AfD) Deshalb kann man auch sagen: Der Diesel ist tot, es lebe der Diesel! Als Nachteil von Wasserstoff ist weiterhin der Transport zu erwähnen. Wir brauchen – der Kollege hat es ebenfalls schon erwähnt – ein teures Tankstellennetz. Gerade im Nutzlastbereich sind die Anforderungen für schwere Nutzfahrzeuge an die Betankung sehr hoch. Wir müssten uns auch die Frage stellen: Wollen wir nur in Deutschland mit unseren Lkw herumgurken, oder wollen wir vielleicht in ganz Europa fahren? Dann müsste man die Frage stellen: Wie viele Wasserstofftankstellen oder wie viele Ambitionen dazu finden wir in ganz Europa? Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois: Bitte zum Ende kommen!

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