Martina Jost
Frau Kliese, ich sehe das auch so. Aber noch einmal: Ich möchte wissen, wo bei uns in der Gesellschaft – – Da müssten ja alle Mütter ihre Söhne zu Monstern erziehen, wenn das so wäre. Natürlich sind das einzelnen Bereiche der Gesellschaft, die wir behandeln müssen. Dafür haben wir Gerichte. Wir haben so viele Institutionen in unserer Gesellschaft, die sich um Gleichstellung und um Gleichberechtigung kümmern. Dann hätten wir ja die letzten Jahrzehnte verschlafen. Wir sind doch gleichberechtigte Frauen, und wir sind doch keine Opfer. Diejenigen, die Opfer sind, für die müssen wir uns starkmachen. Ich bringe noch ein letztes Beispiel zum Schluss, das mich immer erschüttert: Wir haben in der Gesellschaft das jetzt weit verbreitet mit der Gendersprache. Gut, das kann man – – Frauen sollen sichtbar sein in allen Bereichen. Jetzt verkrümmen wir hier unsere Sprache. Ich habe ein Interview mit Petra Gerster, der ZDF-Moderatorin, gesehen – Sie ist ungefähr in meinem Alter –, die gesagt hat: Ich habe mich nie in meinem Leben diskriminiert gefühlt. Ich habe immer meinen Mann gestanden, ich habe studiert und bin beruflich erfolgreich gewesen. Aber ich mache das natürlich gern mit der Gendersprache, weil meine Nichten – die wahrscheinlich so alt sind, ich sage jetzt Kinder, sonst ist das wieder eine Beleidigung – sich diskriminiert fühlen. Was ist denn in den 20, 30 Jahren passiert? Das erschließt sich mir nicht. (Hanka Kliese, SPD: Nichts!) – Da waren wir schon mal weiter. Eigentlich ist der Debattentitel so aufgelegt. Ich habe versucht, Ihnen meine Sichtweise darzulegen. Meine Redezeit ist abgelaufen. Ich danke Ihnen trotzdem für Ihre Aufmerksamkeit und dass Sie sich meine Meinung angehört haben. (Beifall bei der AfD) Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois: Gibt es jetzt noch Bedarf? (Lucie Hammecke, BÜNDNISGRÜNE, steht am Mikrofon.) Eine Kurzintervention?
